eNewsletter Wegweiser Bürgergesellschaft 16/2015 (18.11.2015)



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

18. November 2015

Studie: Bürgerbeteiligung in Mitteldeutschland

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft

Welche Chancen und Möglichkeiten hat Bürgerbeteiligung in Mitteldeutschland? Wo liegen die Vorteile? Diese und andere Fragen, zum Thema Bürgerbeteiligung beantworteten 100 Akteure aus Kommunalpolitik, Unternehmen, Kammern und Hochschulen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im Rahmen einer Studie. Gefragt wurde auch danach, welche Beteiligungsverfahren die Teilnehmer/innen bereits realisiert haben und um welche Inhalte und Zielsetzungen es dabei ging. Die Studie zieht das Fazit, dass Bürgerbeteiligung in Mitteldeutschland immer mehr durchgeführt wird und die Möglichkeiten zunehmend erkannt und genutzt werden. Jedoch ist teilweise noch eine Skepsis gegenüber Beteiligungsprozessen und deren Effizienz zu verzeichnen. Die Studie wurde initiiert und realisiert von der »IdeenQuartier CSR und Kommunikation GmbH« mit Unterstützung durch die »Europäische Metropolregion Mitteldeutschland«.

Die Studie im Wortlaut (PDF)

18. November 2015

DIFU: Online-Wegweiser zu Flüchtlingen und Asyl

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten

Das Deutsche Institut für Urbanistik (DIFU) hat Anfang November 2015 einen Online-Wegweiser zum Thema »Flüchtlinge und Asylsuchende in Kommunen« veröffentlicht. Der Wegweiser dient als Sammelstelle von Links zu Internetseiten, die für die Recherche über das Thema wichtige Informationen bereitstellen. Diese sind in verschiedene Themengebiete gegliedert, wie Unterbringung, Mobilität, Bildung oder Arbeitsmarktintegration. Es werden auch Informationsmöglichkeiten von Kommunen für bestimmte Zielgruppen aufgelistet, die für die Kommunikation mit Flüchtlingen und Bürger/innen genutzt werden können. Zudem werden auch Informationen für Engagierte und Interessierte bereitgestellt sowie auf Veranstaltungen, Publikationen und Forschungsprojekte rund um das Thema hingewiesen. Das Angebot wird fortlaufend aktualisiert und erweitert. 

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18. November 2015

Bundesfreiwilligendienst und Flüchtlinge

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) wird zum 1.12.2015 ausgeweitet: 10.000 neue Einsatzvereinbarungen sind mit diesem Sonderprogramm, das bis 31.12.2018 befristet ist, möglich. Das Sonderprogramm ermöglicht sowohl neue BFD-Einsätze in der Betreuung und Unterstützung von Flüchtlingen bei der Unterkunft, der gesellschaftlichen Orientierung und Integration im Alltag, im Freizeit- und im Bildungsbereich sowie in der Koordination von Engagement. Hervorzuheben ist, dass Flüchtlinge selbst den Bundesfreiwilligendienst absolvieren können. Sie müssen asylberechtigt sein oder zum Kreis der Asylbewerber/innen gehören, bei denen ein rechtmäßiger und dauerhafter Aufenthalt zu erwarten ist, und brauchen dafür eine Beschäftigungserlaubnis der zuständigen Behörde. Für das Sonderprogramm können Einsatzstellen neu anerkannt werden. Grundlage des neuen Programmes ist Art. 5 des Asylverfahrensbeschleunigungsgesetzes. Alle Informationen und die spezifischen Sonderregelungen sind im »Merkblatt zum Sonderprogramm BFD mit Flüchtlingsbezug« dokumentiert und auf der Website des Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben abrufbar.

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18. November 2015

Kampagne: »Leere Tonne – Wegwerfstopp für Supermärkte«

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Kampagnen, Nachhaltige Entwicklung, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

50 Prozent aller Lebensmittel werden weggeworfen: Bis zu 20 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jährlich entsorgt, teilweise noch originalverpackt, oft ist nicht einmal das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht. Neben den Verbraucherinnen und Verbrauchern spielen die Supermärkte bei der Lebensmittelverschwendung eine zentrale Rolle. Sie beseitigen vermeintlich abgelaufene Lebensmittel und entscheiden durch ihre Beschaffungspraxis mit darüber, wieviel Gemüse als unverkäuflich auf den Äckern verbleibt. Hier setzt die aktuelle Kampagne »Wegwerfstopp für Supermärkte!« an, die von der »Aktion Agrar e.V.«, der »BUND Jugend«, »Foodsharing e.V.« sowie »Slow food Youth Deutschland« getragen wird. Das Ziel: Mit einem gesetzlich festgelegtem Wegwerfverbot für Supermärkte soll ein anderes Bewusstsein im Umgang mit Lebensmittel geschaffen werden. Darüber hinaus geht es darum, regionale Vermarktung zu fördern und Überproduktionen von Lebensmitteln zu bremsen. Vorbilder sind dabei Frankreich und die Region Wallonien in Belgien, die den Wegwerfstopp bereits zum Gesetz gemacht haben. Unverkauftes soll gespendet werden, es kann auch als Tiernahrung oder als Kompost für die Landwirtschaft zum Einsatz kommen.

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18. November 2015

Report Bürgerstiftungen 2015

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Stiftungen

In Deutschland gibt es 387 Bürgerstiftungen, die zusammen über 305 Mio. Euro Stiftungskapital verfügen. Zudem setzen sich bundesweit rund 45.000 Menschen für den Erfolg der Bürgerstiftungen ein, sei es als Spender/in, Stifter/in oder ehrenamtlich Engagierte/r. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Aktive Bürgerschaft. Der »Report Bürgerstiftungen« liefert zahlreiche interessante Fakten und Trends aus der Welt der Bürgerstiftungen in Deutschland und wartet im zehnten Jahr in Folge mit vielen aufschlussreichen Zahlen auf: Demnach haben 2015 Bürgerstiftungen in Deutschland etwa 14,1 Mio. Euro gemäß ihrer Satzungszwecke an gemeinnützige Projekte und Vereine vor Ort ausgeschüttet, seit 2005 waren es sogar 96 Mio. Euro. Von den 387 Bürgerstiftungen verfügen immerhin 69 über ein Stiftungskapital von mehr als 1 Mio. Euro. Fast die Hälfte aller Bürgerstiftungen engagiert sich dabei im Handlungsfeld Bildung und Erziehung (47%), gefolgt von Kunst und Kultur (17%) sowie Soziales (15%). Der »Report Bürgerstiftungen« basiert auf einer Vollerhebung aller Bürgerstiftungen, die den »10 Merkmalen einer Bürgerstiftung« des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen entsprechen und bis Ende Juni 2015 gegründet wurden. Der Rücklauf lag nach Angaben der Stiftung Aktive Bürgerschaft bei 80%; Stichtag der Finanzdaten war Ende 2014.

Der Report im Wortlaut (PDF)

18. November 2015

Unternehmen und Stiftungen für die soziale Quartiersentwicklung

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Gemeinwesenarbeit/ Quartiersmanagement, Stiftungen, Unternehmen und Engagement, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Die Bewältigung von sozialen Herausforderungen ist eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe – angefangen von der Schaffung gleicher Bildungschancen bis hin zur Integration und Teilhabe von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Dafür nötig ist eine sektorenübergreifende Kultur der Mitverantwortung von Kommune, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Unternehmen und Stiftungen leisten hierbei vielerorts wichtige Arbeit, gerade in benachteiligten Quartieren, sie wollen aber nicht die Aufgaben der öffentlichen Hand übernehmen. Wie kann in diesem Spannungsfeld die Kooperation verschiedener Akteure gelingen? In dem ExWoSt-Forschungsfeld »Unternehmen und Stiftungen für die soziale Quartiersentwicklung« wurden bundesweit in acht Modellvorhaben Partnerschaften von Kommunen mit Unternehmen und Stiftungen aufgebaut, um die Entwicklung sozial benachteiligter Quartiere gemeinsam voranzutreiben. Die dabei entstandenen Projekte, Konzepte und Kooperationen sind nun in einer praxisnahen Online-Publikation dokumentiert.

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Im Fokus: Unternehmen, Bürgerbeteiligung und Engagement

18. November 2015

Unternehmen und Bürgerbeteiligung: Beobachtungen aus der Praxis

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Bürgerschaftliches Engagement, Unternehmen und Engagement

Unternehmen agieren auf kommunaler Ebene in vielfältigen Rollen, die sich auf die Gestaltung von Kommunen und das Zusammenleben der Einwohner/innen auswirken: Ob als Vorhabenträger von Infrastrukturprojekten und Baumaßnahmen, als Anbieter von Produkten und Dienstleistungen oder in Form von Corporate Volunteering, bei dem sie das Engagement von Mitarbeiter/innen für gemeinnützige Zwecke unterstützen. Vor diesem Hintergrund stellt Dieter Schöffmann, Inhaber einer auf gesellschaftspolitische Themen spezialisierten Unternehmensberatung, in seinem Gastbeitrag seine Erfahrungen und Beobachtungen im kommunalen Spannungsfeld zwischen Unternehmen, Bürgerbeteiligung und Engagement vor. Sein Fazit: eine in der Unternehmensstrategie und -kultur verankerte proaktive Beteiligungsorientierung bei Unternehmen muss sich vielerorts erst noch entwickeln.

Schöffmann, Dieter:Unternehmen und Bürgerbeteiligung – Mögliche Ansätze und beobachtete Praxis(71 KB)
18. November 2015

KMU und Bürgerbeteiligung

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Unternehmen und Engagement

Es ist paradox: Die große Bedeutung, die klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) im Wirtschaftsleben in Deutschland zukommt, widerspricht ihrer eher randständigen Rolle als Akteur in kommunalen Partizipationsprozessen. Während Großunternehmen einen festen Platz als Akteure in Beteiligungsverfahren haben, erhalten kleine und mittelständische Unternehmen nur selten einen speziellen Stakeholder-Status. Sie werden oftmals allgemein der Bürgerschaft zugeordnet. Andrea Pfeifer, Unternehmerin und Kommunalpolitikerin, skizziert in ihrem Gastbeitrag, was kleine und mittelständische Unternehmen mit ihren ganz spezifischen Interessen und vielfältigen Potenzialen zum Gelingen von kommunalen Beteiligungsprozessen beitragen können.

Pfeifer, Andrea:Kleine und mittelständische Unternehmen auf dem Weg in eine chancengleiche Bürgerbeteiligung(64 KB)
18. November 2015

Energiegenossenschaften und Bürgerbeteiligung

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Bürgerschaftliches Engagement, Nachhaltige Entwicklung, Umwelt/ Natur/ Energie, Vereinsarbeit

Genossenschaften machen es möglich, zugleich nachhaltig zu wirtschaften und sozial verantwortlich zu handeln. Zugleich können Genossenschaften aufgrund ihrer demokratischen und beteiligungsorientierten Organisationsform ein Modell für Bürgerbeteiligung darstellen. In Deutschland sind es besonders die (Bürger-)Energiegenossenschaften, die in den letzten Jahren zu einer Renaissance des Genossenschaftswesens beigetragen haben. Die Autoren Dr. Burghard Flieger, Dr. Herbert Klemisch und Dr. Jörg Radtke zeigen in ihrem Gastbeitrag praxisnah auf, wie Bürgerbeteiligung in und durch Energiegenossenschaften funktioniert und wie die Zukunft der Energiegenossenschaften als gelebte »Prosumentendemokratie« gelingen kann.

Flieger, Burghard/Radtke, Jörg/Klemisch, Herbert:Bürgerbeteiligung in und durch Energiegenossenschaften(526 KB)
18. November 2015

Großunternehmen vs. Bürgerinitiative: Mediation zum Bau einer Umspannanlage

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Umwelt/ Natur/ Energie, Unternehmen und Engagement, Wissenschaft/ Technikgestaltung, Wohnen/ Wohnumfeld/ Konsum/ Verkehr

Im Jahr 2013 wurde bekannt, dass im Hagener Stadtteil Garenfeld ein großes 380-kV-Umspannwerk entstehen sollte. Unter den Bewohner/innen Garenfelds formierte sich Widerstand gegen diese zweite Anlage in ihrem Stadtteil. Die ersten Gespräche zwischen der daraufhin gegründeten Bürgerinitiative und dem Übertragungsnetzbetreiber Amprion verliefen spannungsgeladen. Im April 2014 brachte ein von der Bürgerinitiative angeregtes Mediationsverfahren die Wende. In 15 Treffen über acht Monate fanden die Beteiligten eine Lösung, die heute von allen Seiten getragen und akzeptiert wird. Anne Stamm, Vorsitzende der Bürgerinitiative »Menschen unter Strom«, und Dr. Ingo Jürgens, Projektmanager beim Netzbetreiber Amprion, beschreiben in ihrem Gastbeitrag den dialogischen Prozess und zeigen, was sich aus dem gelungenen Verfahren lernen lässt.

Jürgens, Ingo/Stamm, Anne:Erfolgreiche Mediation - Gemeinsamer Dialog zwischen Übertragungsnetzbetreiber und Bürgerinitiative vor dem Bau einer Umspannanlage(221 KB)

Publikationen und Veranstaltungen

18. November 2015

Publikation: Das demokratische Unternehmen

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Publikationen, Unternehmen und Engagement

Das Buch versammelt zwanzig Beiträge von Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, die sich mit der Demokratisierung von Unternehmen auseinandersetzen. Während der erste Teil des Buches Perspektiven auf die Demokratisierung der Wirtschaft beleuchtet, beschreibt der zweite Teil den transformationalen Wandel in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Im dritten Teil werden Experimente und Praxiserfahrungen mit demokratischen Unternehmen beschrieben.

Thomas Sattelberger / Isabell Welpe / Andreas Boes (Hg.): Das demokratische Unternehmen. Neue Arbeits- und Führungskulturen im Zeitalter digitaler Wirtschaft. Freiburg 2015, 312 S., 59,00 Euro, ISBN 978-3648074343

Information und Bestellung

18. November 2015

Publikation: Seniorengenossenschaften

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf, Publikationen

»Seniorengenossenschaften« ergänzen als selbstorganisiertes Zukunftsmodell etablierte Formen Sozialer Dienste und kommunaler Daseinsvorsorge. In unterschiedlicher Rechtsform und mit einem Aufgabenfeld von der Nachbarschaftshilfe und haushaltnahen Dienstleistungen bis hin zur Gestaltung des Lebensumfeldes im Quartier erweitern sie den Welfare Mix, stellen zugleich aber die Frage nach neuen Konkurrenzen oder auch nach den Grenzen, ja der Gefahr der Überforderung bürgerschaftlichen Engagements. Der Band stellt Positionen der kommunalen Spitzenverbände, der Wirtschaft, der Wohlfahrtspflege, zivilgesellschaftlicher Organisationen, des Genossenschaftswesens und der Wissenschaft in systematischer Art und Weise dar. Eine umfangreiche Vorstellung erfolgreicher Praxisbeispiele rundet den Band ab.

Beyer, Thomas / Görtler, Edmund / Rosenkranz, Doris (Hg.): Seniorengenossenschaften. Organisierte Solidarität. Weinheim 2015, 298 S., 29,50 Euro, ISBN 978-3-7799-2993-2

Information und Bestellung

 

 

18. November 2015

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden. Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

3.-4.12.2015 in München: »Von der Idee zum Kinderbeirat« – Kinder an Förderentscheidungen beteiligen
Eine Veranstaltung von Children for a better World e.V.

5.12.2015 in Frankfurt: Engagement in der entwicklungspolitischen Arbeit unterstützen - finanzielle Fördermöglichkeiten für Projekte der Eine Welt Arbeit
Eine Veranstaltung von Engagement Global

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