eNewsletter Nr. 3/2013 (15.02.2013) von wegweiser-buergergesellschaft.de



Meldungen aus der Bürgergesellschaft

15. Februar 2013

Deutscher Bundestag: Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Vereinsarbeit

Der Deutsche Bundestag hat Anfang Februar 2013 mit den Stimmen der Regierungskoalition und der SPD-Fraktion das sog. »Ehrenamtsstärkungsgesetz« beschlossen. Mit dem Gesetz soll nach dem Willen der Abgeordneten bürgerschaftliches Engagement durch Entbürokratisierung und Flexibilisierung der rechtlichen Rahmenbedingungen erleichtert werden. Das Gesetz sieht beispielsweise eine Anhebung der Übungsleiterpauschale von 2.100 auf 2.400 Euro jährlich vor. Auch die Ehrenamtspauschale soll von 500 auf 720 Euro (60 Euro monatlich) angehoben werden. Zu den weiteren Verbesserungen gehören eine höhere Steuerfreigrenze für Gewinne aus sportlichen Veranstaltungen und Änderungen bei Haftungsregeln für Ehrenamtliche. Der Verabschiedung vorausgegangen waren zahlreiche Änderungsanträge im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren. Von der Regierungsmehrheit abgelehnt wurde ein Gesetzentwurf des Bundesrates zur Förderung ehrenamtlicher Tätigkeit im Verein sowie Anträge der Fraktion Die Linke, nach denen Aufwandsentschädigungen für kommunale Mandate und bürgerschaftliches Engagement nicht auf Grundsicherung und Sozialhilfe angerechnet werden sollten. Auch weitere Änderungsanträge der SPD und der Grünen zum Gesetzentwurf der Koalition fanden im Vorfeld keine Mehrheit. Das Gesetz soll rückwirkend zum 1. Januar 2013 in Kraft treten.

Der Gesetzentwurf im Wortlaut (PDF)

Das Protokoll der Sitzung im Wortlaut (PDF)

15. Februar 2013

UABE: Protokoll der 30. Sitzung

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten

Der Unterausschuss Bürgerschaftliches Engagement des Deutschen Bundestages hat sich im Dezember zu seiner 30. Sitzung getroffen. Das Kurzprotokoll des Treffens steht nun online zur Verfügung. Im Rahmen der Sitzung wurden zwei aktuelle wissenschaftliche Studien zur zivilgesellschaftlichen Partizipation von Menschen mit Migrationserfahrung vorgestellt. Ruud Koopmans, Direktor am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, erläuterte den Abgeordneten zentrale Befunde des Projekts »Ethnische Diversität, soziales Vertrauen und Zivilengagement«, Susanne Huth von INBAS-Sozialforschung präsentierte die Ergebnisse ihrer Studie zum freiwilligen Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund. Im Anschluss diskutierten die anwesenden Abgeordneten und Wissenschaftler/innen gemeinsam mit Maria Böhmer, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und  Integration, über die vorgestellten Forschungsergebnisse und über neuere engagementpolitische Entwicklungen aus ihrem Verantwortungsbereich.  

Das Protokoll im Wortlaut (PDF)

15. Februar 2013

Diskriminierungserfahrungen und Integration

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Inter- und multikulturelle Angelegenheiten, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf, Schule und Bildung

Eine von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes in Auftrag gegebene Analyse zeigt: Die Diskriminierung von Migrantinnen und Migranten erschwert die Integration und hat negative Folgen für die gesamte Gesellschaft. Je mehr sich Menschen mit Migrationshintergrund diskriminiert fühlen, desto geringer ist ihr Willen, sich in die Gesellschaft zu integrieren, lautet einer der Schlüsse der Expertise »Wechselwirkung zwischen Diskriminierung und Integration« vom Zentrum für Türkeistudien und Integration der Universität Duisburg-Essen. Wenn sich jemand ständig benachteiligt und herabgesetzt fühlt, sinkt das Selbstwertgefühl und damit auch die Leistungen. Auswirkungen der Diskriminierungserfahrungen sehen die Autoren in den Bereichen Bildung, Gesundheit und im Arbeitsmarkt. Durch die mangelnde Integration enstehen auch beträchtliche volks- und betriebswirtschaftliche Kosten, die letztendlich als Folgen von Diskirminierungen zu bewerten sind. Politik, Wirtschaft und Medien sind deshalb dringend gefordert, stärker gegen Benachteiligungen vorzugehen und Diskriminierungen abzubauen.

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15. Februar 2013

Jugendumfrage von Unicef und BMZ

Kategorie: Eine Welt/ Globalisierung, Kinder/ Jugend/ Eltern/ Familie

UNICEF Deutschland und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) haben gemeinsam die Internet-Plattform WorldWeWant.de gestartet. Dort können Jugendliche ab sofort ihre Prioritäten und Forderungen für neue globale Entwicklungsziele der Vereinten Nationen aufzeigen. Unter dem Motto »In welcher Welt wollt Ihr leben?« können sie ihre Vorstellungen für eine gerechte und nachhaltige Zukunft formulieren; in Foren zu den Themen Armut, Gerechtigkeit, Wachstum, Umweltschutz oder Bildung können sie diskutieren und Lösungsvorschläge einbringen. Zudem sind sie eingeladen, ihre Träume und Forderungen für die Welt von morgen mit Fotos oder Videos auszudrücken und untereinander zu kommentieren. Bis zum 22. März können Ideen und Vorschläge eingesandt werden. Im Mai sollen die Ergebnisse der Umfrage an Bundesminister Dirk Niebel und den ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler als deutschen Vertreter des Beraterkreises der Vereinten Nationen für die neuen Entwicklungsziele übergeben werden. Dazu sind auch Diskussionen mit Bundestagsabgeordneten, Social Media- und Entwicklungsexperten geplant. Die Webseite ist Teil der aktuellen weltweiten Konsultationen über die neuen Ziele der UN bei der Armutsbekämpfung und bei der ökonomischen, sozialen und ökologischen Entwicklung. Diese sollen die sog. Millenniumsentwicklungsziele nach 2015 ablösen.

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15. Februar 2013

hochschulwatch.de: Verbindungen von Wirtschaft und Wissenschaft

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Schule und Bildung, Unternehmen und Engagement

Wo werden Hörsäle zu Werbeflächen? Wo gibt es intransparente Verträge zwischen Wirtschaft und Wissenschaft? In Deutschland gibt es keine Veröffentlichungspflicht für Kooperationsverträge zwischen Hochschulen und Unternehmen; allerdings gibt es immer wieder Beispiele die zeigen, in welchen Grenzbereichen sich mit öffentlichen Geldern geförderte Universitäten bewegen, die Kooperationen mit gewinnorientierten Privatunternehmen eingehen. Die tageszeitung (taz), die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland und der fzs (freier zusammenschluss von student/innenschaften) haben vor diesem Hintergrund das Projekt hochschulwatch.de gestartet, um den Zusammenhang von Privatunternehmen und deren ökonomischen Interessen auf die Ausrichtung der Forschungslandschaft zu überprüfen. Das Portal zeigt auf der Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes, wie viel die Hochschulen in Deutschland im Jahr 2010 an Drittmitteln aus der gewerblichen Wirtschaft eingeworben haben. Die Seite hat sich nach Angaben der Initiatoren das Ziel gesetzt, diese Informationen mithilfe der Nutzer/innen zu ergänzen und so fragwürdige Einflussnahmen von Unternehmen an Hochschulen transparent zu machen.

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Im Fokus: Unternehmen zwischen Engagement und Beteiligung

15. Februar 2013

Corporate Volunteering: Wenn Wirtschaft auf Engagement trifft

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Unternehmen und Engagement

Unter dem Stichwort »Corporate Volunteering« entsenden immer mehr Unternehmen Mitarbeiter/innen in gemeinnützige Projekte und investieren dafür beträchtliche Ressourcen. Zugleich preisen Heerscharen von Beratern den Nutzen für Unternehmen und Zivilgesellschaft, auch Politik und Verwaltungen entdecken zunehmend das Potential für Freiwilligen- und Organisationskultur. Selbst die Medien berichten trotz insgesamt deutlicher Zurückhaltung gegenüber gemeinwohlorientiertem Engagement von Unternehmen erstaunlich freundlich über diese Freiwilligeneinsätze. Und während mancher Funktionär aus gemeinnützigen Organisationen sich von Corporate Volunteering die Lösung der Nachwuchsprobleme für das Ehrenamt im allgemeinen und der Rekrutierungsprobleme in Vereinsvorständen im besonderen erwartet, ist an der Basis immer wieder – leider immer noch viel zu wenig öffentlich – zu hören, wie schwierig es tatsächlich ist, für die mehr oder minder freiwillig Kurzzeitengagierten geeignete Einsatzmöglichkeiten zu finden. Dr. Susanne Lang, Geschäftsführerin des Centrums für Corporate Citizenship Deutschland (CCCD), analysiert in ihrem Gastbeitrag Möglichkeiten und Grenzen von Corporate Volunteering. Sie ist überzeugt: der Ansatz hat großes Potential; dieses wird von allen Beteiligten allerdings noch zu wenig genutzt.

Lang, Susanne:Corporate Volunteering: Wenn Wirtschaft auf Engagement trifft(146 KB)
15. Februar 2013

Gemeinsam engagiert: Dialogforum für Unternehmen und soziale Einrichtungen

Kategorie: Bürgerschaftliches Engagement, Soziales/ Soziale Problemlagen, Unternehmen und Engagement, Vereinsarbeit

Immer mehr Unternehmen engagieren sich mit ihren Mitarbeitenden in sozialen Aktionen. Immer mehr soziale Einrichtungen machen Erfahrungen mit dieser Form des bürgerschaftlichen Engagements. Doch die Praxis zeigt: Die Corporate-Volunteering-Konzepte der Unternehmen und die fachlichen Erfordernisse der gemeinnützigen Einrichtungen müssen aufeinander abgestimmt werden. Damit dies gelingt, veranstaltete die Diakonie Düsseldorf, gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, im November 2012 ein Dialogforum für Unternehmen und soziale Einrichtungen. Ein Ergebnis: Das soziale Engagement der Unternehmen kann zu einer »Win-Win-Situation« führen, wenn es richtig angegangen wird. Die Unternehmen bzw. ihre Mitarbeitenden gewinnen Erfahrungen, die nicht mit Geld gekauft werden können. Die Wertschöpfung besteht in empathischen Werten, wie Anerkennung, Einblick in andere Lebenswelten, Eröffnung neuer Horizonte, Sozialkompetenz. Immer mehr Unternehmen erkennen diesen Wert. Non-Profit-Organisationen können den Trend nutzen und auf der Basis ihrer eigenen Stärken strategierelevante Kooperationsangebote erarbeiten. Damit leisten sie Erfolgsbeiträge für die Unternehmen und wandeln sich so vom Bittsteller zum Partner. Die Durchsetzung eigener Ziele und Projekte wird dadurch wesentlich vereinfacht. Die Dokumentation zum Dialogforum ist nun erschienen.

Die Dokumentation im Wortlaut (PDF)

15. Februar 2013

Zur Rolle von Unternehmen bei Bürgerbeteiligungsprozessen

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Unternehmen und Engagement

Die Forderung nach frühzeitiger, gestaltender Bürgerbeteiligung bei Infrastrukturvorhaben hat seit einigen Jahren in Deutschland Hochkonjunktur und stellt auch an Unternehmen neue Anforderungen. Aber welche Rolle können Unternehmen bei Bürgerbeteiligungsprozessen übernehmen? Und welche Rolle wird von Kommunen akzeptiert? Diese Fragen sind in der Debatte um Bürgerbeteiligung bislang noch weitgehend ungeklärt. Vor diesem Hintergrund haben Sabine Schröder und Dr. Birgit Böhm, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Berliner nexus-Institut, im Rahmen einer Studie deutschlandweit Kommunen zum Thema Unternehmensbeteiligung bei Partizipationsprozessen befragt. Im folgenden Gastbeitrag stellen sie die Ergebnisse vor.

Böhm, Birgit ; Schröder, Sabine:Zur Rolle von Unternehmen bei Bürgerbeteiligungsprozessen(467 KB)
15. Februar 2013

Engagement auf Zeit: Zeitverträge für Führungskräfte in Unternehmen und NGOs?

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Ökonomie/ Arbeit/ Beruf, Unternehmen und Engagement

Zehn Jahre sind genug: diese Verhaltensregel von Führungskräften in Unternehmen lässt sich an zahlreichen Beispielen von Managern illustrieren, die nach zehn Jahren in Führungsverantwortung den Job wechseln oder ihre zweite Karriere starten, beispielsweise im ehrenamtlichen Bereich. Dr. Henning von Vieregge, Publizist und Verbändecoach, fragt in seinem Gastbeitrag, ob Zeitverträge in Zukunft auch ein Modell für Führungskräfte im Dritten Sektor, für NGOs und Verbände sein können.

von Vieregge, Henning:Engagement auf Zeit: Zeitverträge für Führungskräfte in Unternehmen und NGOs?(136 KB)

Publikationen und Veranstaltungen

15. Februar 2013

Publikation: Bürger und Protestbewegungen

Kategorie: Bürgerbeteiligung, Demokratie und Bürgergesellschaft, Kampagnen, Publikationen

Viele Menschen in Deutschland erheben Einspruch, äußern ihren Protest in Initiativen und Aktionen. Gibt es etwas, das die unterschiedlichen Proteste verbindet? Zeugen sie von einer Herausforderung für die Demokratie oder vielmehr von deren Lebendigkeit? Was treibt die Beteiligten an? Eine Studie vom Göttinger Institut für Demokratieforschung, initiiert und gefördert von der BP Europa SE, untersuchte die deutsche Protestlandschaft und interviewt die Aktiven vor Ort. Wofür oder wogegen engagieren sich Bürgerinnen und Bürger? Was erhoffen sie sich von der Demokratie? Und wie ist ihr Blick auf Politik und Gesellschaft? Der Band zur Studie bietet einen tiefen Einblick in die aktuellen Protestbewegungen und die Gedankenwelt der Aktivistinnen und Aktivisten.

Franz Walter u.a. (Hrsg.): Die neue Macht der Bürger. Was motiviert die Protestbewegungen? 2013, 352 S., 16,95 Euro, ISBN 978-3-498-07254-4

Bestellung und Information

 

15. Februar 2013

Publikation: Diskurs Bürgerstiftungen

Kategorie: Demokratie und Bürgergesellschaft, Publikationen, Stiftungen

Mit den Bürgerstiftungen haben sich in Deutschland die Idee und das Konzept etabliert, um aus privater Initiative nachhaltig Eigenkapital der Bürgergesellschaft aufzubauen und bürgerschaftliches Engagement vor Ort zu fördern. Die neue Publikation des Vereins Aktive Bürgerschaft bietet einen fundierten, vielfältigen und authentischen Einblick in die entstandene Bürgerstiftungslandschaft. Welche Rolle haben die Stiftungen von Bürgern für Bürger in Zeiten knapper öffentlicher Mittel? Welchen Beitrag wollen und können sie mit ihren Projekten leisten? Wer sind die Stifter und Aktiven und was treibt sie an? 60 Geld- und Zeitstifter, Gremienmitglieder und Fachleute diskutieren in dem Band die Entwicklung der Bürgerstiftungen aus verschiedenen Perspektiven.

Aktive Bürgerschaft: Diskurs Bürgerstiftungen. Berlin 2013, 200 S., 10 Euro

Bestellung und Information

15. Februar 2013

Veranstaltungshinweise

Zahlreiche Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender des Wegweisers Bürgergesellschaft zu finden. Besonders hinweisen möchten wir dieses Mal auf:

• 12.03.2013 in Berlin: Nie aufhören, anzufangen: 25 Jahre Forschungsjournal
Festveranstaltung zum 25jährigen Bestehen des Forschungsjournal (Neue) Soziale Bewegungen

• 13.5.2013 in Stuttgart: Bürgerbeteiligung im Überblick
Einstiegsmodul zur »Seminarreihe Bürgerbeteiligung« für Fach- und Führungskräfte in Baden Württemberg

  • Anerkennungskultur
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