Kreativitätstechniken in Teams: Brainstorming

Ein gutes Team ist ein hervorragender Nährboden für Kreativität. In welchen Situationen innerhalb des Projektmanagements können kreative Prozesse wichtig sein?

  • bei der Entwicklung von neuen Konzepten oder Verfahren
  • bei Prozessen der Namensfindung
  • bei der Identifikation von Unterstützer/innen, Interessengruppen, Kooperationspartnern oder Klient/innen eines Projekts (»Stakeholder-Analyse«)
  • bei der Auseinandersetzung mit Problemen, für die bislang keine Lösung existierte

Der Klassiker unter den Kreativitätstechniken ist das Brainstorming. Es lässt sich sehr einfach und schnell organisieren. Versammeln Sie eine handvoll Menschen in einem Raum. Die Anzahl von Personen sollte etwa vier bis zehn betragen. Sorgen Sie für eine entspannte, informelle Atmosphäre. Stellen Sie die Frage, die Sie beschäftigt. Versorgen Sie die Teilnehmer/innen mit genügend Informationen, um die Frage zu verstehen, aber reden Sie nicht zu viel. Vermeiden Sie insbesondere, Ihre bisherigen Lösungsansätze oder Schwierigkeiten darzustellen.

Also nicht: »Wie ihr wisst, arbeiten wir gerade an einem Konzept für die neue Kampagne. Wir haben Schwierigkeiten damit, einen Namen dafür zu finden. Wir haben an »X« gedacht, aber das gefällt unserem Geschäftsführer nicht. Dann haben wir an »Y« gedacht, aber das ist leider eine eingetragene Marke, die wir nicht verwenden können. Ein weiterer Vorschlag war »Z«, aber das gefällt mir persönlich überhaupt nicht ...«

Wie soll bei so viel negativer Energie ein kreativer Prozess in Gang kommen? Stattdessen lächeln Sie und sagen: »Wir arbeiten gerade an einem Konzept für die neue Kampagne. Wir suchen einen guten Namen dafür. Deswegen schlage ich ein Brainstorming vor. Ich freue mich sehr über alle Vorschläge!«
Wenn Sie selbst oder Ihre Gruppe mit Brainstorming-Prozessen nicht vertraut sind, können Sie die folgenden Brainstorming-Regeln kurz erläutern oder irgendwo anschreiben. Eine Person muss auf die Einhaltung dieser Regeln achten.
 

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Brainstorming-Regeln

  1. Jede Idee ist wertvoll!
    Besonders die spontanen, lustigen und verrückten Äußerungen.
  2. Viel hilft viel!
    Wir wollen möglichst viele Vorschläge und Ideen sammeln.
  3. Beurteilung – bitte später!
    Kritische Kommentare (auch Selbstkritik und skeptische Blicke!) werden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
  4. Erweitere die Ideen anderer!
    Es ist ausdrücklich erwünscht, Ideen und Äußerungen anderer aufzugreifen, zu verändern und zu erweitern.

Und dann kann es losgehen. Lassen Sie den Dingen ihren Lauf. Die Gruppenmitglieder können die Ideen mündlich äußern oder auch auf Moderationskarten schreiben. Wichtig ist, die Ideen in irgendeiner Form zu sammeln, damit keine verloren geht. Haben Sie das Gefühl, die kreative Energie der Gruppe hat sich erschöpft, können Sie sich bei den Teilnehmer/innen bedanken und das Brainstorming beenden.

Nach dem Brainstorming-Prozess können Sie eine Bewertungsphase eröffnen. In dieser fordern Sie die Teilnehmer/innen auf, die Ideen oder Vorschläge auszuwählen, die ihnen am besten gefallen, und ihre Entscheidung zu erläutern. Ab jetzt ist es erlaubt, Bedenken zu äußern oder Vorschläge zu kritisieren. Sie können auch eine kleine Abstimmung organisieren, um in Erfahrung zu bringen, welche Ideen den Gruppenmitgliedern besonders gut gefallen.