Mitstreiter/innen finden

Eine häufig gestellte Frage von engagierten Menschen lautet, wie sie für ihre Initiative Mitstreiter/innen finden können. Viele junge Initiativen oder kleine Projekte, die noch über keine nennenswerten Finanzmittel verfügen, müssen zunächst freiwillige Teammitglieder gewinnen. Dabei ist es hilfreich, die Perspektive zu wechseln. Die Frage: »Wie kann ich Unterstützung erhalten?«, sollte umgewandelt werden in: »Was kann ich meinen potenziellen Mitstreiter/innen anbieten?«

Viele Organisationen ziehen neue Mitglieder an, indem sie ein solches Angebot machen. Ein Beispiel ist die Coming-out-Gruppe eines Vereins, der Angebote an schwule und lesbische Menschen macht. Viele Jugendliche, die bemerken, dass sie nicht der heterosexuellen Norm entsprechen, stehen mit ihren Gedanken und Gefühlen allein da. Für sie kann der erste Besuch einer Coming-out-Gruppe ein einschneidendes biografisches Erlebnis sein, da sie sich zum ersten Mal verstanden und akzeptiert fühlen. Junge Menschen, denen das Angebot des Vereins weitergeholfen hat, können später als Freiwillige rekrutiert werden. Sie werden dann wiederum Ansprechpartner/innen für Beratungssuchende – und so weiter.

Freiwillige können auch in eine eher projektbezogene, temporäre Arbeitsweise integriert werden. Ein Gemeinschaftsgarten bietet allen Interessierten die Möglichkeit, zu bestimmten Zeiten »mitzugärtnern« und so bei der Anlage des Gartens zu helfen. Ein anderes Beispiel ist die Berliner Initiative WikiWoods. Sie lädt regelmäßig Freiwillige dazu ein, Bäume zu pflanzen. Bei beiden Beispielen engagieren sich Mitwirkende nicht nur für eine gute Sache, sondern haben auch Freude an der konkreten Tätigkeit (dem Gärtnern) oder dem Aufenthalt in der Natur.

Selbst wenn eine Initiative kein Angebot mit Erlebnischarakter hat, kann eine Gruppe ein schönes Miteinander bieten. Und das ist eine ganze Menge! Menschen treten einer Gruppe bei, weil sie Zeit mit Gleichgesinnten verbringen und Freund/innen finden können. Dies kann z. B. in ländlichen Gegenden oder in kleinen Städten ein entscheidender Faktor sein, da es dort schwieriger ist, Menschen mit bestimmten Vorlieben, Interessen oder Hobbys kennenzulernen.

Bei sozialen Gründungen kommen die ersten Unterstützer/innen häufig aus dem Freundes- und Bekanntenkreis der Gründer/innen. Wie können Menschen, die Sie nicht kennen, ein Teil Ihrer Initiative werden? Gehen Sie nicht davon aus, dass Freiwillige zu Ihrer Gruppe strömen, nur weil es sie gibt. Die Frage ist vielmehr: Welches »Eingangstor« gibt es zu Ihrer Gruppe oder Organisation, und wie erfahren andere Menschen davon? Ein solches Eingangstor kann ein Ort sein, den interessierte Menschen besuchen können, es kann aber auch ein regelmäßiges Gruppentreffen oder eine besondere Aktion mit Erlebnischarakter sein.

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