Kartenabfrage

Die Kartenabfrage ist eine Teilmethode der Pinnwandtechnik. Sie ermöglicht allen Teilnehmern gleichzeitig eine schriftliche Form der Äußerung in der Gruppe. Alle kommen zu Wort, alle Beiträge sind visualisiert, keine gehen verloren, man arbeitet mit den sachlichen Äußerungen an der Tafel, weniger mit den sie äußernden Personen, rhetorisch geschickte Teilnehmer können nicht dominieren.

Den anwesenden Teilnehmern werden je 3-5 Karten oder Zettel ausgehändigt. Das vorläufige Thema oder Problem wird vom Moderator mit wenigen Worten in seinem Zusammenhang beschrieben und als offene Frage an einer Pinwand notiert.

Nun haben die Teilnehmer ca. 5 Min. Zeit, die 3-5 aus ihrer Sicht wichtigsten Problemaspekte auf je eine Karte zu schreiben. Der Moderator sammelt alle Karten ein, mischt sie, falls die Anonymität von Bedeutung ist und liest sie einzeln der Gruppe vor. Die Karten werden mit Nadeln an die Pinwand geheftet, wobei Gruppen (Cluster) mit gleicher oder ähnlicher Bedeutung gebildet werden. Der Gruppentitel wird als Überschrift dazugeschrieben. Über die Zuordnung zu den Clustern entscheiden die Teilnehmer. Bei mehrfacher Zuordnungsmöglichkeit können Karten gedoppelt werden, Mehrfachnennungen erscheinen nur einmal.

Nach der ersten vorläufigen Ordnung geht man die Gruppen an der Pinnwand noch einmal einzeln durch und fragt die Teilnehmer nach eventuellen Ergänzungen von Problemaspekten. Eventuelle Widersprüche oder Meinungsverschiedenheiten werden mit einem »Blitz« markiert. Schließlich kann ganz am Ende noch gefragt werden, ob vielleicht noch ein ganzer Gruppenbereich fehlt.

Haben die Teilnehmer den Eindruck, dass die Problemsammlung nun vollständig ist, werden die Cluster ggf. noch einmal übersichtlicher angeordnet und eventuell auch optisch durch eine Linie voneinander abgegrenzt. Nun kann in eine offene Diskussion eingetreten werden über Art und Umfang des zu lösenden Problems und die Aspekte, die man unbedingt im Zusammenhang behandeln sollte. Gesichtspunkte können inhaltliche Zusammenhänge sein, aber auch formale wie z.B. »Welches Themenpaket schaffen wir bei dem heutigen Treffen?«, wobei dann Verabredungen über die spätere Bearbeitung der nichtbehandelten zu treffen sind. Um auch hier langwierige mündliche Auseinandersetzungen abzukürzen, können die Clustergruppen von den Anwesenden nach Wichtigkeit oder Dringlichkeit der Behandlung bepunktet werden. Dies geschieht derart, dass jeder Teilnehmer 2 oder 3 Klebepunkte für die ihm am wichtigsten erscheinenden Probleme vergibt. Nach Auszählung aller Punkte wird die aktuelle Dringlichkeit durch die Gewichtung der Anwesenden deutlich.

Abschließend sollte das Problem - vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse - schriftlich (neu) formuliert werden. Die visualisierte Abfragemethode muss sich nicht nur auf die gewünschten Problemaspekte selbst beziehen, sondern kann auch dem Erfragen von weiteren Informationsquellen, Informanten, Experten usw. dienen, die dem kreativen Team bei der Einarbeitung und Bestandsaufnahme helfen können.

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