Ideenbewertung

PMI

Die PMI- Methode nach Edward de Bono dient der bewusst gesteuerten Aufmerksamkeit, die sich zuerst auf die Sammlung von Plus-Punkten (P), dann auf die von Minus-Punkten (M) und letztlich auf die von interessanten Punkten (I) einer Idee oder eines Vorschlags richtet. Interessant werden die Gesichtspunkte genannt, die entweder nicht eindeutig positiv oder negativ sind oder bei denen noch Klärungsbedarf besteht (durch Literatur, Fachleute, Genehmigungsbehörden usw.). Der Suchvorgang ist auf jeweils 3 Minuten begrenzt. So haben Sie in der kurzen Zeit von etwa 10 Min. bereits einen Überblick über die wichtigsten Vor- und Nachteile einer Idee und die noch zu klärenden interessanten Aspekte. In der Gruppe macht jeder Teilnehmer die Übung zunächst für sich auf einem Zettel, danach werden die Einzelergebnisse auf Zuruf zu einem Gruppenergebnis auf einem großen Plakat zusammengefasst.

Der Sinn der Übung besteht in dem Impuls, für kurze Zeit willentlich in diese vorgegebenen drei Richtungen zu blicken, um den Realisierungswert einer Idee zu durchleuchten. Spontane Gefühle, Vorurteile oder Lieblingslösungen müssen dabei zurückgestellt werden.

Durch die Kategorie »I« (= interessant) ist die Übung auch mehr als eine Pro- und Kontra- Argumentensammlung. Sie erlaubt die Berücksichtigung noch unentschiedener und ungeklärter Gesichtspunkte, verschiedener Blickwinkel und Zweifel. Bei sehr viel ungeklärten Fragen muss die weitere Bearbeitung ggf. bis zur Klärung zurückgestellt werden.

Da die Gesichtspunkte selten alle die gleiche Bedeutung haben, kann noch eine Gewichtung vorgenommen werden. Am einfachsten wäre eine A/B/C-Kennzeichnung (A = sehr wichtig, B = wichtig, C = untergeordnet) in der Plus- und Minusspalte durch die Teilnehmer oder die Vergabe von 1-3 Punkten pro Vorschlag, die - aufaddiert pro Spalte - das Übergewicht von Vor- oder Nachteilen offenbaren.

Die PMI- Methode ist naturgemäß noch sehr grob und vorläufig, eignet sich jedoch gut für eine erste schnelle Bewertung, der dann präzisere folgen müssen, wenn der Vorschlag in die engere Wahl kommt. Das unten stehende Beispiel stammt aus einer Prüfung des Vorschlags »Streuobstgürtel um das Dorf wieder anlegen« im Rahmen einer Auftaktveranstaltung der Dorfbewohner zur Flurbereinigung in Wiesthal/ Unterfranken (Zukunftswerkstatt 17.-19.6.94).

Realisierungsprüfung

Plus (P) Minus (M) Interessant (I)
Aufwertung der Flur Flächenbedarf Beratung von Experten?
Ökologisches Gleichgewicht Bodenordnung dauert zu lange Zuschussmöglichkeiten?
Bildungsmöglichkeiten Kelter kostet Geld Standortfestlegung?
Bewusstseinsbildung für wertvolle Bäume Ehrenamtliches Engagement und Arbeit Bürgeraktivierung, aber wie?
Gewinn für Dorfgemeinschaft (Vereine) Weideflächen werden reduziert Obstverwertung und -vermarktung?
Interesse an Landschaft und Flächen wächst Wetter- und Klimaverhältnisse ungünstig Baumpatenschaften?
Pflege der Kulturlandschaft Grasnutzung?
Imagegewinn für den Ort Platz für Kelter?
Vorteil für Fremdenverkehr
Aufwertung von Wirtschafts-und Wanderwegen
Nachahmemöglichkeit
Achtloses Pflanzen wird geordnet
Unterstützung für Imker