Checkliste

Es geht letztlich um die Frage: Haben wir unser in der Ziel-Phase formuliertes Ziel erreicht? War unsere auf das Ziel ausgerichtete Strategie erfolgreich?

Zur Beantwortung dieser Fragen werden die Zielformulierungen mitsamt den Erfolgskriterien hervorgeholt. Sie erinnern sich: Die Prüffragen bei der Zielerarbeitung lauteten: »Woran werden wir feststellen können, dass wir unser Ziel erreicht haben?«
»Woran werden unbeteiligte Dritte merken, dass sich in unserem Sinne etwas verändert hat?«

Einschätzungen aus der Analyse-Phase

  • Wurden wichtige Aspekte nicht oder nur unzureichend berücksichtigt?
  • Waren die Bewertungen zutreffend?

Überprüfung der formulierten Ziele

  • War es überhaupt erreichbar?
  • War es konkret genug, um handlungsorientierend zu sein?

Überprüfung der Strategie

  • War sie dem Ziel und den Möglichkeiten gemäß?
  • Gab es rückblickend Denkfehler?

Betrachtung der einzelnen Maßnahmen

  • Waren sie tatsächlich auf die Strategie ausgerichtet und in sie eingebunden?
  • Haben sich irgendwelche Fehler oder Fehleinschätzungen in die Maßnahmengestaltung und ihre Umsetzung eingeschlichen?

Den absoluten Erfolg, das eindeutige Ja oder Nein auf die genannten Fragen wird es selten geben. Nach ihrer Beantwortung wird jedoch schon um einiges klarer sein, was erreicht und was nicht erreicht wurde und woran dies gelegen hat. Und ob Erfolg oder Misserfolg, die Auswertung geht weiter:

Problem und Lösung

  • Was haben wir erreicht?
  • Wie ist das Erreichte einzuschätzen?
  • Sind wir der Lösung des Problems näher gekommen?

Umwelten

  • Wie beurteilen die Gruppen in unserem Umfeld, die Unterstützerinnen und die Gegner, das Erreichte?
  • Inwieweit weicht deren Einschätzung von der unsrigen ab? Welche Gründe gibt es für die Abweichung?
  • Haben wir bei den anvisierten Umwelten die angestrebte Reaktion erreicht?

Kommunikation

  • Haben wir unsere Kommunikationsziele erreicht?
  • Sind wir mit den Zielgruppen, die wir erreichen wollten, tatsächlich in einen Dialog getreten?

Mitwirkende

  • Haben sich die Mitwirkenden ihrer Zustimmung zum Ziel entsprechend verhalten?
  • Wenn nicht, woran lag es?
  • Wie geht es Ihnen heute mit dem gemeinsamen Ziel und mit Ihrem Selbstverständnis als Mitwirkende/Mitglied der Initiative? Wollen Sie weiter dabei bleiben, Ihr Engagement ausweiten oder einschränken?

Struktur & Prozess

  • Wie ist der Prozess von der Selbstfindung (Ausgangslage-Phase) über die Analyse zur Zieldefinition, zur Strategie und schließlich zur Maßnahmenplanung und -realisierung zu beurteilen? War er für alle Beteiligten förderlich oder hinderlich?
  • Welche Stärken und Schwächen haben sich auf das Ergebnis (den Erfolg oder Misserfolg) ausgewirkt?
  • Welche Rolle hat die formelle oder informelle Struktur der Initiative für das Ergebnis gespielt?
  • Wo war sie für die Entwicklung förderlich, wo hinderlich? Hat sich eine neue (informelle) Struktur herausgebildet?

Ressourcen

  • Welche Ressourcen sollten, welche konnten eingesetzt werden?
  • Welche Defizite gab es mit welchen Auswirkungen auf das Ergebnis?
  • Konnten Ressourcen hinzugewonnen werden?

Mit den drei letztgenannten Aspekten wird der Blick auf all das gerichtet, was intern zum Erfolg oder Misserfolg beigetragen hat, und zwar nicht nur in der Phase der Maßnahmenrealisierung, sondern auch in allen früheren Phasen. Es wird festgehalten, was hilfreich war und was das Erreichen des Ziels förderte, um es in Zukunft weiter nutzen und ausbauen zu können.

Das, was hinderlich war, kann als Lernquelle betrachtet und muss für die weitere Entwicklung zur Disposition gestellt werden. Das führt dann zum letzten Aspekt der Kontrollphase:

Selbstverständnis

  • Hat sich das Selbstverständnis, die eigene Sicht der Dinge als angemessen und sinnvoll erwiesen oder nicht?
  • Müssen die herrschenden Vorstellungen, die in die Analyse und Zielformulierung eingeflossen sind und die Strukturen und Prozesse bestimmen, überprüft werden?
  • Wollen wir auch morgen noch das sein, was wir heute sind?