Vereinskonto

Vor kurzem hat unsere Bank das Online-Banking für uns gesperrt, da laut unserer Satzung je zwei Vorstandsmitglieder , von denen einer der Vorsitzende oder der Stellvertreter sein muss, den Verein nach außen vertreten. Online sei für die Bank eine Kontrolle nicht möglich.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, um möglichst einfach wieder zum Online-Banking zurückzukommen? Kann eine Geschäftsordnung da weiterhelfen, die im einzeln die Abwicklung der Geldgeschäfte regelt?

Bank-, (haftungs-) und vereinsrechtlich ist die Argumentation der Bank absolut zutreffend, da Sie in der Satzung Ihres Vereins mit der gemeinsamen Außenvertretungsberechtigung das sogenannte 4-Augen-Prinzip verankert haben. Eine Geschäftsordnung kann da nicht helfen, da sie ja nicht die Kontrolle einer ordnungsgemäßen Abwicklung von Finanztransaktionen im Einzelfall ermöglicht. Es gibt eine technische (a) und eine vereins- bzw. satzungsrechtliche (b) Alternative.(a) Seit 2008 haben die Banken das sogenannte EBICS-Verfahren (Electronic Banking Internet Communication Standard) eingeführt, das auch ein Verfahren für das 4-Augenprinzip (mit den sogenannten Unterschriftstypen A für den Erstunterschriftsberechtigten und B für den Zweitunterschriftsberechtigten) ermöglicht. Es wird bereits von vielen Unternehmen genutzt, leider aber nicht von allen Banken kostenfrei angeboten. Sie sollten Ihre Bank darauf ansprechen und gegebenenfalls auch über die Erlassung von Gebühren verhandeln. Eventuell müssten Sie auch einen Wechsel der Bank ins Auge fassen, um diese Möglichkeit gebührenfrei in Anspruch zu nehmen.

(b) Etwas widerstrebend aber aus Gründen der Transparenz und Redlichkeit nennen wir Ihnen auch die vereinsrechtliche Alternative, die darin läge, über eine Satzungsänderung die Einzelvertretungsberechtigung eines oder zweier Vorstandsmtiglieder festzuschreiben. Ratsam wäre das sicher nicht (schon gar nicht wegen der Schwierigkeiten mit dem Online-Banking). Das Vieraugenprinzip ist eines der besten Risikoabsicherungsprinzipien des Vereins.