Anlass bestimmt die Aufgabe(n)

Nehmen wir also an, Sie haben bald die Möglichkeit, andere Menschen von Ihrem Projekt zu überzeugen. Sie wollen es erfolgreich präsentieren.

Nehmen wir an, dass alles ideal für Sie und Ihre Initiative laufen wird: Was wollen Sie durch Ihren Redebeitrag erreichen? Wo liegt Ihr Schwerpunkt?

  • Wollen Sie eine unterhaltsame Ansprache halten, die Ihre Zuhörer beglückt und ihnen vor allem die Zeit vertreibt? Wollen Sie einen festlichen Glanzpunkt setzen, der aus einem Tag ein Ereignis macht und Ihre Zuhörer vor allem erfreut?
  • Wollen Sie, dass durch Ihre Präsentation Informationen an Ihre Zuhörer weitergegeben werden? Sollen sie sich etwas merken, Grundprinzipien verstehen, Fachwissen erwerben und inhaltlich dazulernen?
  • Oder ist es Ihr Wunsch, Ihre Zuhörer vor allem zu bewegen und zu überzeugen, also Meinungen zu Gunsten Ihrer eigenen Meinung zu festigen oder zu verändern?

 

Symbol: »Wichtig« (ein Ausrufezeichen in einem blauen Kreis)

Ein klarer Schwerpunkt wird Ihnen helfen, die bevorstehende Redeaufgabe richtig zu gewichten.

Behalten Sie während der Vorbereitung stets alle drei rednerischen Aufgaben im Blick:

  • Eine Festansprache, die  n u r  unterhält, ist bald wieder vergessen. Nur Witze reißen ist platt. Vermitteln Sie deswegen in Ihrer Gesellschaftsrede – mit Maß!! – auch Information,  und scheuen Sie sich nicht, Ihre Zuhörer auch am (Mit-)Gefühl zu packen.
  • Ihre Meinung (movere) ohne sachliche Begründung bleibt ebenso wirkungslos. Einem Redner, der seine Meinung mit Sachinformationen belegt (docere) und dazu einen gewissen Unterhaltungswert hat (delectare), wird eher geglaubt.
  • Wer ausschließlich informiert, wird seine Zuhörer bald langweilen. Er wird sie, so sagte einmal ein Student an der Universität in Tübingen nach einer Vorlesung, »durch die Kraft seiner bloßen Rede in einen todesähnlichen Schlaf versetzen«.


Langeweile ist eine Lernbremse.

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)
  • Überprüfen Sie die Wirksamkeit der »drei Aufgaben des Redners« in der Praxis. Wenn Ihnen eine Rede nicht gefällt, fragen Sie sich: »Welche Aufgabe wird nicht erfüllt?«
  • Wenn ein Redebeitrag sehr gut ist, fragen Sie sich: »Wo liegt der Schwerpunkt? Erfüllt der Redner die anderen Aufgaben auch?«