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Ergebnisse, Erkenntnisse

Ergebnisse

Die Arbeitsgruppe »Wohnen» stieß bei den Teilnehmer/innen der Veranstaltung auf das geringste Interesse; da sie aber nicht unbesetzt bleiben sollte, fanden sich einige Freiwillige zusammen, die den Fokus der Arbeitsgruppe verstärkt auf das Thema »sicheres Herkunftsland« legten.

Aus der Arbeitsgruppe »Alltagsbewältigung« entwickelte sich eine Frauengruppe, die regelmäßig im Nachbarschaftsbüro zusammenkam.

Die Arbeitsgruppe »Besondere Probleme der Menschen aus Afghanistan« nutzte ihre Trainings mit dem Organizer zur Entwicklung einer Strategie, wie man das Thema »Kein sicheres Herkunftsland Afghanistan« bekannter machen könnte und überlegte parallel, wie sich ein Verein gründen ließe. Es bildete sich eine Kerngruppe heraus, die zuverlässig zusammenkam und auch an einer Arbeitstagung des FOCO e.V. zum Thema »Organizing mit Geflüchteten« mit mehr als 40 Anwesenden teilnahm, bei der sie sich mit Organizing-Gruppen aus ganz Deutschland austauschen konnten. Die Gruppe aus Delmenhorst-Düsternort nutzte die Gelegenheit, ihren bisherigen Projektverlauf vorzustellen und erhielt so von den anderen Teilnehmer/innen Tipps und Ideen für ihr weiteres Vorgehen. Auf diese Weise konnte das letzte Training im Rahmen der Projektförderung zur Vorbesprechung einer weiteren Versammlung genutzt werden, für die bereits diverse Organisationsaufgaben und Recherchethemen unter den Teilnehmer/innen aufgeteilt wurden. Basierend auf der Frage »Wer entscheidet über Asyl, wer ist für was zuständig?« entwickelte die Gruppe Ideen, wie sie auf ihr Thema » Kein sicheres Herkunftsland Afghanistan« aufmerksam machen könnten und identifizierte potenzielle Verbündete für die Umsetzung ihres Vorhabens.

Parallel zu diesem Prozess gelang eine Vereinsgründung von Menschen aus Afghanistan, die schon länger in der Stadt lebten und der sich einige Mitglieder der Delmenhorst-Düsternort-Gruppe anschlossen. Andere Teilnehmer/innen nutzten ihre wachsenden Sprachkenntnisse, um sich im Integrationsverein zu engagieren und ein paar Teilnehmer/innen konnten umziehen oder begannen Qualifizierungsmaßnahmen.

Der Nachbar, der die Gruppe ursprünglich ins Leben gerufen hatte, nahm an Train-the-Trainer Seminaren des FOCO e.V. teil und baute sein Netzwerk für die Vision einer großen Versammlung, die auf die Situation der Afghanen in Delmenhorst bzw. Deutschland aufmerksam macht, in Deutschland und Österreich aus.

Erkenntnisse

Neben den Geflüchteten konnte auch das Nachbarschaftsbüro von dem Projekt profitieren und einige Erkenntnisse für die Unterstützung zukünftiger Projekte gewinnen.

  • Die richtigen Rahmenbedingungen sind für den Erfolg eines solchen Projektes unabdingbar. Es muss ein geschützter Raum entstehen, der es den Teilnehmer/innen ermöglicht, ohne externe Beobachter/innen, die Presse oder Politiker/innen über ihre Bedürfnisse und Ziele zu sprechen. Dabei ist wichtig, dass durch Maßnahmen wie Kinderbetreuung und die Übersetzung der Veranstaltungsinhalte in die Muttersprache der Teilnehmer/innen allen Interessierten Partizipation ermöglicht wird.
  • Community Organizing ist basisdemokratisches Handeln. Indem sich die Teilnehmer/innen mit Entscheidungsstrukturen in Deutschland auseinandersetzten und potenzielle Aktionen planten, bei deren Umsetzung sie von den Erfahrungen anderer Gruppen profitieren konnten, erlebten sich die Teilnehmer/innen trotz ihrer (aufenthaltsrechtlicher) Begrenzungen als Aktiv-Handelnde und setzten so einen Empowerment-Prozess in Gang.
  • Um erfolgreich zu sein braucht Community Organizing genügend Ressourcen. Wichtig sind dabei nicht nur Geld für Trainings und Beratung, sondern auch Zeit, Geduld und ausreichende personelle Kapazitäten sowie personelle Kontinuität, um den Prozess zu begleiten.
  • Prozessbegleitung bedeutet nicht Einmischung. Die Mitarbeiter/innen des Nachbarschaftsbüros blieben weitestgehend im Hintergrund und kümmerten sich in Absprache mit Ansprechpartner/innen der Gruppe vor allem die Rahmenbedingungen des Community Organizing.
  • Die Gruppe führte sämtliche Aushandlungsprozesse in Dari und kommunizierte lediglich ihre Ergebnisse auf Deutsch. Die Mitarbeiter/innen des Nachbarschaftsbüros nahmen diese Erfahrung des Nicht-Verstehens positiv auf, da sie sie für die Situation der Zugewanderten mit zunächst fehlenden oder eingeschränkten Deutschkenntnissen sensibilisierte.
  • Auch wenn ein Community Organizing – Prozess am Ende ins Stocken gerät, ist dies kein Scheitern des gesamten Projekts. Die neuen Erfahrungen, die die Beteiligten sammeln, sind unabhängig vom Ausgang des Projektes eine Bereicherung und Ermutigung sich weiterzuentwickeln und die erworbenen Fähigkeiten für weitere wichtige Schritte im Leben zu nutzen.