Open Data-Portale

Einige Städte wie Berlin oder Köln sowie einzelne Behörden verschiedener politischer Ebenen betreiben Open Data-Portale. In diese stellen sie auf freiwilliger Basis amtliche Daten ein. Bürger/innen, Wirtschaft, Wissenschaft und andere Verwaltungen haben jederzeit freien Zugriff auf die Informationen. Weil mit diesen Portalen kein verpflichtender Auftrag zur umfassenden Offenlegung von Verwaltungshandeln einhergeht, sind sie aber nicht mit den Informationsregistern laut Informationsfreiheitsgesetzen zu verwechseln.

Mit der Einführung der Open Data-Portale verbindet sich vielmehr die Hoffnung auf eine Nutzung der Daten durch Dritte. Die Wissenschaft etwa wird durch die Möglichkeit der Datenauswertung bei der Gewinnung neuer Erkenntnisse unterstützt. Anderseits können durch die Verknüpfung und Weiterverarbeitung der Daten neue Geschäftsmodelle und wirtschaftliche Potentiale entstehen. Bürgerinnen und Bürger können von innovativen Anwendungen profitieren – etwa neuen Applikationen für Mobilfunktelefone oder informativen Webseiten, auf denen amtliche Daten übersichtlich aufbereitet werden. Andere nützliche Anwendungen für den Alltag können beispielsweise Kindertagesstätten-Finder, Fluglärmkarten, Baumkataster für Allergiker oder Programme zum Auffinden der nächsten Bus-Haltestelle sein.

Gerade im Bereich der öffentlichen Haushaltsführung bestehen Potentiale, um mehr Transparenz und gesellschaftliche Kontrollmöglichkeiten zu schaffen. Mancherorts wird das Wissen der Bürger/innen schon durch ihren Einbezug in partizipative Bürgerhaushalte erweitert. Ein anderer Ansatz ist die Visualisierung des Haushalts auf Internetangeboten wie »OffenerHaushalt«, einem Projekt der gemeinnützigen Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. Das Projekt stellt die Ausgaben und Einnahmen von Bund, Länder und Kommunen übersichtlich dar.

Das offizielle Open Data-Portal der Bundesregierung ist unter »govdata.de« abrufbar. Das erklärte Ziel des Portals ist es, die Datenbestände aller deutschen Verwaltungsebenen möglichst umfassend durchsuchbar zu machen. Aber auch auf Kommunal- und Landesebene sind Open Data-Portale im Betrieb oder befinden sich im Aufbau. Die Europäische Union betreibt ebenfalls ein »Offenes Datenportal«. Wie andere Open Data-Portale ist auch das der EU direkt mit nützlichen Anwendungen aus der Verarbeitung der Daten verknüpft.

Verschiedene Städte im In- und Ausland haben erste Erfahrungen gesammelt. So hat die Stadt Berlin gemeinsam mit Barcelona, Paris, Helsinki oder Amsterdam das EU-Projekt »Open Cities« gestartet, um die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene anzuregen.

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