Grundidee des Stiftens

Stiftungen sind gleich in doppelter Hinsicht ein konstitutives Element für die Bürgergesellschaft. Zum einen ist Stiften selbst eine Ausdrucksform aktiven Bürgerengagements oder des gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen. Indem Unternehmen oder Bürgerinnen und Bürger privates Vermögen dauerhaft für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung stellen, übernehmen sie Mitverantwortung für die gesellschaftliche Entwicklung.

Zum anderen gehören Stiftungen zu den größten Förderern und Ermöglichern bürgerschaftlichen Engagements.Viele innovative zivilgesellschaftliche Initiativen und Projekte wären ohne die finanzielle Unterstützung von Stiftungen nicht zu Stande gekommen oder hätten ohne sie nicht überlebt.

Drei exemplarische Beispiele:

Symbol: »Beispiel« (Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger)
  • Allein die Robert Bosch Stiftung hat seit ihrer Gründung rund 735 Millionen Euro für Projekte ausgegeben. Ein besonderer Schwerpunkt war nach 1990 die Förderung von bürgerschaftlichem Engagement und Ehrenamt vor allem in den neuen Bundesländern. Außerdem hat sie ein Manifest für Freiwilligendienste von Jugendlichen in Deutschland und Europa erarbeitet und aktuell ein entsprechendes Förderprogramm entwickelt.
  • Die Freudenberg Stiftung fördert in ihrem Schwerpunktbereich »Ethnisch-kulturelle Minderheiten« u.a. Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, die in vielfältiger Form Aufklärungsarbeit gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus leisten und als Dienstleistungsagenturen für die Bürgergesellschaft wirken. Darüber hinaus schreibt die Stiftung alljährlich den civis-Medienpreis für die Verständigung zwischen den Kulturen aus.
  • Die Körber-Stiftung trägt u.a. mit dem Wettbewerb USable zur Verbreitung innovativer Impulse für das Bürgerengagement bei und fördert neben einer großen Zahl von Projekten im Inland insbesondere auch den Austausch mit zivilgesellschaftlichen Netzwerken in Osteuropa.

Stiftungen können und wollen staatliche Förderung nicht ersetzen und sind keine Lösung für alle Finanzierungsprobleme des Non-Profit-Sektors. Der Beitrag der Stiftungen zum Non-Profit-Sektor in der Bundesrepublik liegt bei unter 1%. Die staatlichen Beiträge zur Finanzierung machen dagegen mehr als zwei Drittel aus. Selbst in den USA, deren Stiftungswesen weit größer ist, liegt der Anteil der Stiftungen zur Finanzierung des gesamten Non-Profit-Sektors unter 5%.

Diese Einschränkungen bezüglich ihrer wirtschaftlich-finanziellen Wirkungskraft sagen aber nichts über die Rolle aus, die viele Stiftungen als wertvolle Impulsgeber und Förderer von Innovationen in unserer Gesellschaft spielen. Über die rein finanzielle Förderung hinaus, tragen viele Stiftungen als Ideenschmieden und Anstoßgeber zur Weiterentwicklung von Demokratie und Bürgergesellschaft bei.

Symbol: »Weitere Infos« (eine Lupe über 2 Blatt Papier)

Weitere Informationen zum Stiftungswesen finden Sie in der Publikation »Wie Stiftungen fördern« (Hrsg.: Stiftung Mitarbeit)

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