Studie: Beziehungskrise? Bürger/innen und ihre Demokratie

Vertrauensverlust, Polarisierung und ein zunehmend aggressiver Ton in der Öffentlichkeit: In zahlreichen westlichen Gesellschaften wächst die Sorge um die Zukunft der Demokratie. Angesichts dieser Entwicklungen fragen sich zivilgesellschaftliche Akteure, wo Projekte und Formate ansetzen können, um die Demokratie wirkungsvoll zu stärken. Vor diesem Hintergrund haben die Robert Bosch Stiftung und die Initiative More in Common eine länderübergreifenden Studie initiiert und in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Polen und den USA das Verhältnis der Bürgerinnen und Bürger zur Demokratie untersucht. Demnach erfreut sich die Idee der Demokratie als solche in den untersuchten Ländern großer Beliebtheit. Allerdings koppeln viele Menschen ihre Demokratiezufriedenheit an konkrete und greifbare Ergebnisse. Zudem ist in allen Ländern trotz grundsätzlicher Zufriedenheit eine Vertrauens- und Diskurskrise zu beobachten, die sich vor allem im fehlenden gesellschaftlichen Dialog bemerkbar macht. Die Studienergebnisse zeigen: Die Zukunft der Demokratie lässt sich nicht hinreichend sichern, wenn sie sich nur auf einen Teil engagierter Demokrat/innen stützt. Es müssen auch diejenigen erreicht werden, die keine aktiven oder lautstarken Unterstützer/innen, aber eben auch keine Gegner/innen der Demokratie sind. Denn auch in Gesellschaften mit langer demokratischer Tradition gibt es Menschen, die der Demokratie nicht nahestehen oder von ihr enttäuscht sind, die nicht wählen und nicht gut in politische Prozesse eingebunden sind. Die Studie liefert für das Verständnis und die Ansprache dieser demokratieambivalenten Gruppen eine wissenschaftliche Grundlage.

Die Studie zum Download (PDF)