Stärken und Grenzen

Stärken und Grenzen der Methode

Die große Stärke eines Online-Dialogs ist die Möglichkeit, orts- und zeitunabhängig an einem Beteiligungsangebot teilzunehmen. Noch dazu an einem »Ort«, wo sich heute viele Menschen bereits beruflich oder privat aufhalten – im Internet, auf Online-Portalen, in Sozialen Medien.

Wenn dieser Online-Dialog dann so gestaltet ist, dass der Internet-Nutzende rasch erfassen kann, worum es geht, warum er sich einbringen soll und gleichzeitig zur Teilnahme motiviert wird, dann stehen die Chancen gut, dass mit Handy, Tablet oder PC das Angebot auch angenommen wird.

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Wer einen Online-Dialog ohne Konzept, Kommunikationsstrategie oder Ressourcen ins Netz stellt, läuft rasch Gefahr, ein weiteres digitales »Mitmach-Angebot« geschaffen zu haben, das ohne Resonanz ins Leere läuft.

Im Unterschied zu einer persönlichen Beteiligungsmethode wie einer Versammlung ist es für Teilnehmende nicht notwendig, vor anderen Personen zu sprechen oder sich das Wort zu »erkämpfen«. Diese Niederschwelligkeit wird auch durch die Möglichkeit zur Anonymität unterstützt.

Um diese Stärke der Methode ausspielen zu können und zugleich eine sachliche Auseinandersetzung zu sichern, bedarf es einer neutralen, aktiven und professionellen Moderation. Ein Online-Dialog kann eine hohe inhaltliche Tiefe erreichen, wenn die von Teilnehmenden selbst getragenen Vorschläge und Ideen frühzeitig sachlich eingebunden werden. Andere Beitragende erhalten Orientierung und neue Lösungswege werden sichtbar. Online-Dialoge haben natürlich auch eine Ventilfunktion, zum Thema gehörige Unmutsäußerungen müssen ihren Platz finden.

Kaum ein anderes Partizipationsformat bietet eine so umfassende Möglichkeit, die Ergebnisse eines Beteiligungsprozesses nachzuvollziehen wie der Online-Dialog. Sei es der Diskussionsverlauf selbst oder der Beitrag einzelner Ideen oder Inhaltspunkte zum abschließenden Ergebnis – alles kann nachvollzogen werden.

So ist es auch die Stärke der Methode, dass viele der aktiv oder passiv Beitragenden im Laufe der gemeinsamen Ideen- oder Positionsentwicklung eine größere Akzeptanz für daraus folgende Entscheidungen entwickeln.

Das bedeutet auf der anderen Seite auch große Frustration unter den Beitragenden, die bei einem Online-Dialog ihre Zeit investiert haben, wenn es in Folge zu keiner Entscheidung im Sinne des Ergebnisses eines Online-Dialogs kommt.

Literatur und Links