Methode

Bei einem Online-Dialog handelt es sich um ein offenes, in den meisten Fällen allgemein zugängliches Diskurs-Format im Internet. Der Online-Dialog ist zeitlich begrenzt und dient dem Einholen und Weiterentwickeln von Ideen, Meinungen oder Positionen. Ein phasenorientiertes Vorgehen zielt auf die Konkretisierung von Themenstellungen oder die vertiefte Erarbeitung von Qualitäten oder Standpunkten ab.

Seit rund 10 Jahren wird das Beteiligungsformat Online-Dialog, oft auch Online-Konsultation genannt, verstärkt im deutschsprachigen Raum eingesetzt. So vielfältig die mit dem Verfahren bearbeiteten Themen sind, so vielfältig wird die Partizipationsmethode im Internet auch angewandt. Abhängig vom Inhalt, dem Beteiligungsrahmen, den Zielgruppen oder den Möglichkeiten zur Verschränkung mit vor-Ort-Beteiligung wird jeder Online-Dialog unterschiedlich ausgestaltet.

Die Zielsetzungen von offenen versus geschlossenen Online-Dialogen sind unterschiedlich:

  • Der offene Online-Dialog richtet sich zumeist sehr breit an interessierte oder betroffene Bürger/innen. Es wird versucht, in kurzer Zeit eine hohe Anzahl an Teilnehmenden einzubinden und ein breites Meinungsspektrum durch die Methode abzubilden. Zu den Merkmalen eines gelungenen Online-Dialogs zählt auch der Diskurs unter den Teilnehmenden – also das Bezugnehmen auf bereits genannte Argumente – wie auch das Verhandeln und Weiterentwickeln von gegensätzlichen Positionen.
  • In einem geschlossenen Online-Dialog wird ein vorab bekannter und für den Online-Dialog freigeschalteter Personenkreis, wie beispielsweise Interessengruppen oder Stakeholder, angesprochen. Ziel ist dort, sich in einem Themenbereich auf neue Positionen zu verständigen – ohne öffentliche Beobachtung.

Die Gestaltung eines Online-Dialoges

Der Online-Beteiligungsprozess setzt sich häufig aus mehreren Phasen zusammen:

  • In einer ersten Phase bringen die Teilnehmenden ihre Beiträge zu einem breiter gefassten Thema ein. Im Anschluss werden diese zusammengefasst und gruppiert.
  • In einer Folgephase wird aufbauend auf den Input aus der ersten Phase fokussierter gearbeitet und die Teilnehmenden setzen sich vertiefend mit den konkreteren Themenstellungen auseinander.

Gemeinsam ist allen Online-Dialogen, dass die Teilnehmenden eine Rückmeldung per E-Mail oder Social Media erhalten, sofern sie dem zugestimmt haben. Zum einen während des laufenden Dialogs, wenn auf eigene Beiträge, Kommentare oder »Gefällt mir«-Angaben ein anderer Teilnehmender Bezug nimmt. Zum anderen sollten alle Teilnehmenden die Ergebnisse eines mehrstufigen Online-Dialogs – von neutraler Seite nachvollziehbar zusammengefasst und inklusive einer Information über die nächsten Schritte – erhalten. Ein Newsletter für den gesamten Prozess bietet sich dabei an.

Der methodische Ablauf oder die Wahl des Werkzeugs ist für einen Online-Dialog nicht fixiert. Vielmehr bestimmt der Beteiligungsgegenstand wie auch die Kommunikationslogik bei den Zielgruppen die Wahl der zum Einsatz kommenden technischen Mittel.

Am häufigsten werden Textbeiträge mit Kommentaren in einem Online-Dialog verwendet. Sofern an einem Vorlagentext gemeinsam gearbeitet wird, ist meist absatz- oder satz­weises Kommentieren die beste Wahl.

Für Menschen, die im Verfassen von Textbeiträgen weniger geübt sind, können in unterschiedlichen Dialog-Phasen Alternativen zum Text angeboten werden, wie beispielsweise Priorisierungen per Mausklick.

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Um einen Online-Dialog lustvoller zu gestalten, werden auch oft kreativere Interaktionsformate wie Videobeiträge, Einträge auf Landkarten, Modelle oder Skizzen verwendet.