Präsentationstechniken (Pitch, Präsentation, Pecha Kucha)

Projektmanager/innen müssen häufig ihr Projekt in irgendeiner Form vorstellen. In den folgenden Abschnitten finden Sie einige Hinweise zu konkreten Präsentationstechniken.

Pitch

Ein Pitch ist eigentlich eine Art »Verkaufsgespräch«. Häufig wird auch vom elevator pitch gesprochen: Eine Gründerin hat eine tolle Geschäftsidee und sucht Investor/innen. Als sie sich gerade im Fahrstuhl eines Gebäudes befindet, steigt zufällig eine reiche Person ein. Nun gilt es, diese Person in kürzester Zeit für die Idee zu begeistern.

Projektmanager/innen im gemeinnützigen Bereich finden sich selten im beschriebenen Fahrstuhlszenario wieder. Sie geraten allerdings häufig in die Situation, ihr Projekt in kürzester Zeit vorstellen zu müssen. Dies kann z. B. auf Konferenzen, Arbeitstreffen oder während eines persönlichen Gesprächs vorkommen.

Können Sie Ihr Projekt in einer halben Minute mit einigen wenigen, prägnanten Sätzen zusammenfassen? Ein solcher »Pitch« kann ein hilfreiches Werkzeug sein und wird Ihnen in vielen Situationen gute Dienste leisten. Wenn Sie einen solchen Pitch planen können (z. B. während einer Konferenz), dann zeigen Sie ein Bild aus Ihrem Projekt. Bilder sind als Informationsträger effektiver und emotionaler als Sprache. Oder zeigen Sie einen Gegenstand. Ein solcher visueller Eindruck sorgt dafür, dass Ihr Pitch in Erinnerung bleibt (siehe unten: Demonstration).

Präsentation

Projektmanager/innen müssen manchmal ein Projekt ausführlicher darstellen, z. B. in Form einer einstündigen Präsentation. Dann reicht eine Kurzvorstellung nicht aus.

Aber eine Präsentation zu halten ist doch ganz einfach, oder? Sie gliedern das, was Sie sagen wollen in Stichpunkten oder kurzen Sätzen. Dann kopieren Sie diesen Inhalt in eine Power-Point-Präsentation und wählen ein hübsches Design dazu aus, z. B. das mit der gotischen blauen Schrift auf schwarzem Grund. Komplizierte, längere Textpassagen können Sie gleich komplett als Zitat übernehmen, dann müssen Sie nur die Schriftgröße etwas kleiner machen. Verwenden Sie mindestens 50 Folien, besser noch 100. Wenn Ihr Vortrag dann startet, fangen Sie einfach an, die Power-Point-Präsentation vorzulesen. Das ist praktisch, denn Sie brauchen keine Notizen. Und wenn Sie bei der letzten Folie angekommen sind, dann sind alle Zuhörer/innen garantiert eingeschlafen.

Natürlich war diese kleine Gebrauchsanleitung nicht ernst gemeint. Bitte gehen Sie nicht so vor. Man sollte über Power-Point-Präsentationen kein Wort mehr verlieren müssen. Es gibt unzählige Bücher, Skripte oder Videos, die erläutern, wie man eine gute Präsentation hält. Seltsamerweise entsprechen die meisten der gezeigten Präsentationen im gemeinnützigen Bereich eher dem oben beschriebenen Schema.

Falls Sie sich in dieser Beschreibung wiedererkannt haben, beschäftigen Sie sich bitte ausführlicher mit diesem Thema. Besuchen Sie ein Präsentationstraining. Lesen Sie zumindest die Sektion »Erste Hilfe bei Power-Point«. Oder verzichten Sie einfach auf die Power-Point-Präsentation! Es gibt sehr viel beeindruckendere Arten, ein Projekt vorzustellen (siehe Demonstration)!

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Erste Hilfe bei Power-Point

  • Verwenden Sie bei der Gestaltung einer Präsentation keinen oder wenig Text.
  • Verwenden Sie Bilder oder Grafiken, und erläutern Sie diese.
  • Verwenden Sie wenige Folien.
  • Sprechen Sie frei. Lesen Sie nicht ab. Wenn Sie manchmal nach Formulierungen suchen oder ins Stottern kommen, macht das Ihren Vortrag interessant.
  • Erzählen Sie Geschichten aus Ihrem Projekt.
  • Sprechen Sie nicht mit Ihrem Computer oder mit der Wand, sondern mit dem Publikum.
  • Üben Sie vorher.

Pecha Kucha

Ein seltsamer Name, aber eine tolle Idee. Pecha Kucha (sprich: »petscha kutscha«) ist japanisch und bedeutet »Stimmengewirr, Geplauder«. Dabei handelt es sich um eine Vortragstechnik. In einer idealen Welt wäre Pecha Kucha der Standard für Vorträge und man würde nur aus guten Gründen davon abweichen.

Die Idee ist sehr einfach: Eine Pecha-Kucha-Präsentation besteht aus 20 Folien, wobei jede Folie 20 Sekunden lang gezeigt wird. In Präsentationsprogrammen kann man dies in Form eines automatischen Übergangs einstellen. Die Folien sollten vorzugsweise Bilder oder anderes Material zeigen, keinen Text. Eine Pecha-Kucha-Präsentation dauert somit genau 6 Minuten und 40 Sekunden.

Aufgrund dieser Vorgaben sind Pecha-Kucha-Vorträge für das Publikum kurzweilig. Das vergleichsweise schnelle und automatisierte Wechseln der Folien ist für ungeübte Vortragende ungewohnt. Nach ein oder zwei Probeläufen erhält man jedoch ein Gefühl dafür, wie viel Zeit für ein Bild zur Verfügung steht.
Natürlich ist es möglich, eine solche Präsentation auch länger oder kürzer zu halten, z. B. nur fünf Folien zu zeigen oder 15. Die Dauer von 6 Minuten und 40 Sekunden hat aber einen eigentümlichen Reiz. Die Idee von Pecha Kucha war es, langwierige und ausufernde Vorträge zu unterbinden. Bitte reihen Sie also nicht 400 Bilder aneinander wie einst Tante Gerda und Onkel Otto bei der Diashow über ihren Italienurlaub.

Das Format Pecha Kucha ist auch für Veranstalter/innen interessant, wenn im Rahmen einer Konferenz mehrere Projekte oder Organisationen in einer kurzen Zeit vorgestellt werden sollen. Zur Orientierung: In Pecha-Kucha-Nights, die in vielen Großstädten organisiert werden, folgen zwischen 8 und 14 Vorträge aufeinander.

Demonstrationen

Ein altes pädagogisches Sprichwort sagt: Erzähle es mir – und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde mich erinnern. Lass es mich tun, und ich werde es verstehen.
Das bedeutet: Ist im Rahmen Ihres Projekts ein greifbarer Gegenstand entstanden, führen Sie ihn vor. Lassen Sie ihn herumgehen und die Zuhörer/innen in die Hand nehmen. Oder: Lassen Sie das Publikum etwas tun!

  • Wenn Sie eine Firma gegründet haben, die fair produzierte Pralinen herstellt, dann lassen Sie Ihre Zuhörer/innen kosten.
  • Wenn Sie Kung-Fu-Selbstverteidigungskurse für Frauen anbieten, dann machen Sie Kung-Fu auf der Bühne! Oder laden Sie das Publikum ein, eine (ungefährliche) Übung auszuprobieren.

Ihr Publikum wird Sie dafür lieben. Wenn eine Präsentation interaktiv, greif- oder erfahrbar wird, dann spricht man auch von einer »Demonstration« (als einer Präsentationstechnik).