Vorversprachlichen

Fangen Sie nun an, Ihren Vortrag entlang der Stichworte zu »MUSS«, »SOLL« und »KANN« zu üben, ihn sich selbst laut vorzutragen. Es ist wichtig, dass Sie ihn schon in dieser Phase der Vorbereitung tatsächlich »aussprechen« und nicht nur »denken«, was Sie sagen werden. Sie werden die Präsentation redend halten, also üben Sie am besten auch »redend«. Es ist völlig natürlich, das es bei den ersten Durchgängen noch sprachlich holpert. Schauspieler nennen diese Art der Vorbereitung »vorversprachlichen«.

Viele von uns verfallen beim Schreiben reflexartig in den deutschen Aufsatzstil: Lange Sätze, Schachtelsätze, hochsprachige Formulierungen, die uns erst nach längerem Nachdenken eingefallen sind. Reden ist jedoch etwas grundlegend anderes als Schreiben. Ihr Publikum hat nicht die Möglichkeit, einen Satz nochmals nachzulesen oder zu durchdenken.

Es ist wichtig, dass Ihre Zuhörer Ihre Aussagen zeitgleich verstehen können. Wenn Sie mündlich nach Stichworten vorversprachlichen, stellen Sie auf diese Weise sicher, dass Sie eine hörergerechte Sprache verwenden. Zudem sprechen Sie nach mehrmaligem Vorversprachlichen flüssiger und gewinnen dadurch an Vortragssicherheit.

Familienangehörige, Initativgruppenmitglieder, aber auch Haustiere oder Bäume im Wald sind in dieser Phase mögliche Übungsobjekte. Auch Video- oder Tonaufnahmen sind mögliche Kontrollmechanismen.

Vorversprachlichen Sie mit unterschiedlichen Zuhörern

Ein Mann übt eine Rede und macht dabei viele Fehler
Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Üben Sie niemals vor einem Spiegel

»Auf Wirkung« sprechen wollen und sich zeitgleich dabei zu beaobachten, geht nicht. Es würde Ihnen so gehen, wie dem barttragenden Mann, den jemand fragte, ob er beim Schlafen seinen Bart über oder unter der Bettdecke habe. Seitdem konnte er nicht mehr einschlafen ...