Erfolgsbedingungen und -kriterien

Seite 4: Checkliste

Kriterien für gelingende politische Mediation

Beteiligung aller relevanten Konfliktparteien

  • Differenzierung zwischen Konfliktparteien und Betroffenengruppen
  • Verzahnung von Konfliktaufarbeitungs- und Lösungsfindungs-Verfahren
  • Politiker/innen/Parlamentarier/innen einbeziehen     oder ausklammern?
  • Zivilgesellschaftliche Akteure zur Teilnahme ermutigen, aber Nichtteilnahme respektieren
  • Ausreichende Legitimität und Bindungskraft der teilnehmenden Gruppen für eine Konfliktlösung?


Konstruktive Haltung und Verfahrensregeln

  • Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit, Fairness und Wertschätzung
  • Verfahrens–Spielregeln vereinbaren und einhalten
  • Offenheit für eine gemeinsame Lösung


Die »Kultur« der anderen Konfliktbeteiligten verstehen

  • Die »Kultur« der anderen Konfliktparteien verstehen
  • Gesicht wahren lassen und Brücken bauen


Klare Rolle und Rückbindung der Teilnehmer/innen

  • Rolle und Entscheidungsbefugnisse der Akteure transparent machen
  • Rückbindungsprozesse zu den Gruppen klären
  • Ermessens–Spielräume für die Delegierten schaffen
  • Klärung der Entscheidungsprozedur für eine Übereinkunft


Abgleich der Ziele und Rahmenbedingungen

  • Klare und transparente Ziele und Gestaltungsspielräume, realistische Erwartungen
  • Thema möglichst offen formulieren
  • Ergebnisoffenheit und Beschränkungen klären
  • Beteiligung auf »Augenhöhe«, Machtgleichgewicht, Ressourcen
  • Regelung der Entscheidungsfindung und der Umsetzung der Ergebnisse


Konsensuale Entscheidungsfindung

  • Konsensprinzip bei Konfliktklärung und abschließender Übereinkunft
  • Gemeinsames Verständnis von »Konsens« und des Weges dahin
  • Festlegung, wann und wie vom Konsensprinzip abgewichen werden darf
    Mediator/innen mit Erfahrung in Konsensfindung


Umsetzung der Ergebnisse

  • Verbindlichkeit oder Empfehlungscharakter der Übereinkunft?
  • Einbindung in den parlamentarischen Prozess
  • Selbstverpflichtung der Entscheidungsträger/innen
  • Begleitungsgremium für Überwachung der Umsetzung


Verbindlichkeit

  • Verlässliche Mitarbeit auf Dauer
  • Regelung der Ein- und Austrittsmöglichkeiten
  • Einarbeitung von neuen Teilnehmer/innen   


Transparenz, Öffentlichkeit und geschützter Raum

  • Information für die Teilnehmer/innen
  • Transparenz und Information der Öffentlichkeit
  • Absprachen, wann geschützter Raum erforderlich ist
  • Absprachen zur Medieninformation


Vertrauensaufbau

  • Bewusster und ehrlicher Umgang mit fehlenden Symmetrien (z.B. strukturelles Machtungleichgewicht)
  • Anbahnungsprozess mit gleichrangiger Einbeziehung aller Konfliktparteien
  • Zeitdruck ist hinderlich
  • Raum geben für Vertrauensaufbau


Externe und kompetente Prozessleitung

  • Professionelle, externe Leitung
  • Mediationsteam vorteilhaft
  • Inhaltliche Distanz und allparteiliche Haltung der Mediator/innen
  • Vertrautheit mit den Kulturen der Konfliktparteien und Achtung ihrer Autonomie
  • Auswahl und Beauftragung durch die Konfliktbeteiligten gemeinsam
  • Keine versteckte Loyalität gegenüber Geldgeber/in