Rahmenbedingungen

Seite 2: Raum und Material

Räumlichkeiten

Ein Waschbär sitzt in einem Waschkübel. Dabei geht ihm ein Licht auf.

Grundsätzlich kann eine kreative Problemlösung an jedem Ort stattfinden, an dem sich die geplante TN-Zahl unterbringen lässt. Bei Wahlmöglichkeiten ist jedoch zu bedenken,

  • dass ein großer, zentraler Gruppenraum vorhanden sein sollte (Plenum), dessen Tische und Stühle zur Seite geräumt und dessen Wände zum Aufhängen von Wandzeitungen genutzt werden können (die TN sitzen oder stehen im Halbkreis vor Stellwänden, Tafeln oder den Wandflächen),
  • dass die Räume idealerweise groß, hell, freundlich und ohne Lärm, dafür mit Pflanzen, frischer. Luft, Getränken und Musikmöglichkeiten ausgestattet sein sollten,
  • dass Ruheräume und nutzbare Außenanlagen (Wiese, Garten, Sport- und Freizeitgestaltung, Bäder, Sauna usw.) von Vorteil sind (vergessen Sie nicht, dass Archimedes die Aufgabe der Bestimmung der Echtheit der Goldkrone des Tyrannen von Syrakus durch Bestimmung des Volumens erst lösen konnte, als er sich zur Entspannung in die Badewanne legte und dabei bemerkte, dass der Wasserspiegel stieg).
  • dass der Ort nach Möglichkeit fern von der normalen beruflichen und privaten Welt der TN liegt, um sich auch gedanklich von diesen Bindungen zu lösen und dass er gemeinsame Mahlzeiten und möglichst auch die Übernachtung der TN ermöglicht, um Fremdeindrücke in dieser Zeit zu vermeiden und soziale Kontakte sowie Freizeiterlebnisse unter den TN zu fördern.

 

Material

Jede Kreativitätstechnik hat ihren eigenen ggf. besonderen Materialaufwand, der dort auch beschrieben wird. Allgemein kennzeichnend für eine kreative Lösungssuche ist jedoch die Visualisierung oder Transparenz der Argumente, die über schriftliches Diskutieren hergestellt wird. Idealerweise werden dazu Stellwände oder Tafeln gebraucht, auf denen große Packpapierbögen hängen. Notfalls wird damit auf dem Fußboden gearbeitet, und die Ergebnisse (Plakate, Collagen) werden an Wände oder Türen geheftet. Andere Verfahren benötigen dafür Flip-Charts oder Overhead-Folien.

Drei Menschen betrachten vollbehängte Stellwände.

Kleinmaterial sind zu beschreibende Karten, verschiedenfarbige Filzschreiber (ohne Toluol oder Xylol!) oder Wachsstifte, Klebestifte zum Fixieren der Ergebnisse. Sinnvoll sind ferner Scheren, Papierschneidemesser, Papierbögen, Klebeband, Klebepunkte usw. Für Collagen werden ein Stoß alter Zeitschriften benötigt, für handwerkliche Phasen vielleicht Holzbausteine, Wollreste und Stoffreste, alte Kleidung und Schminkfarben für Theater- und Rollenspiel, Cassetten-Tonband und Mikrofon für Hörspiele und Interviews. Der Fantasie in den praktischen Übungen und Spielen ist keine Grenze gesetzt.

Soziale Begegnung

An einem Konferenztisch sitzen zwei Frauen und ein Mann.

Es sollte ein wirklicher kreativer Freiraum als Ort der auch sozialen Begegnung geschaffen werden. Die Teilnehmer sollten abgeschirmt sein gegen Druck von außen (Störungen, Telefon, Besuche), aber auch keinen Erwartungsdruck von innen her haben (schnelle, umsetzbare, finanzierbare Ergebnisse).

Eine der Aufgaben des Moderators ist es, für ein förderliches, stimulierendes Arbeitsklima zu sorgen. Dies beginnt bei den äußerlichen Arbeitsbedingungen wie der gerade beschriebenen Freundlichkeit des Raumes,gutem Essen, rechtzeitigen und ausreichenden Pausen, phasenweise unaufdringlicher Musik im Hintergrund und geht bis zu den psychischen Arbeitsbedingungen wie Vielfalt und Wechsel von rational-analytischen zu intuitiv-emotionalen Arbeitsweisen, Spannung-Entspannung, geistiger-körperlicher Betätigung und dem sorgfältigen Beobachten des Gruppenprozesses, der (z.B. im Fall von Konflikten) u.U. Eingriff und Steuerung notwendig macht.