Brainstorming

Seite 2: Varianten I

Mit Einschränkungen

Manchmal ist ein Problem durch eine besondere Einschränkung (Fehlendes Geld, Personal, Zuständigkeit, Macht usw.) entscheidend bestimmt und stark belastet. Hier kann es hilfreich sein, genau diesen Engpass radikal zu verändern und ins Gegenteil zu verkehren und mit dieser Vorgabe das Brainstorming ablaufen zu lassen.

Mit Ersatzthema

Nur der Moderator hat Kenntnis von dem eigentlichen Problem. Er wählt ein Ersatzthema aus, das dem Problem ähnlich oder verwandt ist (Struktur, Randbedingungen, Engpässe) und lässt darüber nachdenken. Der Ideenfluss ist breiter und durch das wirkliche Problem nicht eingeengt. Später wird gemeinsam die Übertragbarkeit der Ergebnisse geprüft.

Zweistufig

Ist der Teilnehmerkreis groß genug, um 2-3 Kleingruppen zu bilden, so können diese parallel arbeiten und sich danach ihre Arbeitsergebnisse in einem Plenum gegenseitig vorstellen. Nach jeder Vorstellung werden von den anderen Teilnehmern Anregungen und Anreicherungen mit auf den Weg gegeben, die in einer 2.Brainstorming-Runde Grundlage für ergänzende Ideen, Vertiefungen, Ausschmückungen usw. sind.

Mit Rotation

Ist der Teilnehmerkreis groß genug, so können 2-3 Kleingruppen auch parallel an verschiedenen Themen arbeiten. Die Ergebnisse werden nun aber nicht im Plenum vorgestellt, sondern nach dem Rotationsprinzip wandern die Kleingruppen vor die Stellwände der jeweils nächsten Kleingruppe, studieren deren Brainstormingergebnisse und ergänzen diese mit weiteren Ideen (in einer anderen Farbe geschrieben). Diese Runde kann kürzer sein als die Erste (z.B. 10-15 Min). Bei drei Gruppen wird ein weiteres Mal rotiert, sodass jeder alle Themen einmal bearbeitet hat.

Mit »Wie«-Phase

Häufig sind die Ideen, Wünsche und Träume einer ersten Brainstormingrunde noch sehr allgemein (z.B. mehr Naturschutz) oder auch negativ formuliert (z.B. weniger Verkehr). Hier ist ein weiterer Arbeitsschritt nötig, der die Fantasie auf eine positive, konstruktive und präzisere Ausgestaltung der Ideen lenkt. Damit ist nicht eine Konkretisierung im Sinne von realistisch und machbar gemeint, sondern eine größere Anschaulichkeit durch Beschreibung von Details. In einer zweiten Brainstormingrunde kann der Moderator durch gezielte Fragen nach dem »Wie« von vagen Ideen diese Präzisierung »herauskitzeln« (»Wer soll das mit wem auf welche Weise wo machen?«, »Wie muss man sich das plastisch vorstellen?«). Es sollte den zunächst noch allgemein geäußerten Wünschen eine konkrete Form, ein Gesicht gegeben werden. Ein »sich von einem Ort zum anderen in Lichtgeschwindigkeit beamen können« ist anschaulicher als: »Man sollte weniger Verkehr verursachen«.

Mit »Übersetzung«

Spontane Ideen und Vorschläge, die im ersten »Gehirnsturm« in ganz anderen Welten und Zeiten angesiedelt sind, sollten in einer 2.Runde für die Weiterarbeit noch »übersetzt« werden in Ideen, die Anknüpfungspunkte für diese Welt ergeben.

Frage:»In welchem Lebensbereich, Land, Stadt etc. gibt oder gab es bereits etwas ähnliches?«,  »Wo nutzt man bereits eine derartige Fähigkeit, Konstruktion, Funktionsweise usw?«

Nach Prinzipien

Hier beginnen die Teilnehmer am Brainstorming zunächst ganz normal mit Ihren Ideen und Assoziationen. Erkennt der Moderator unter den Beiträgen ein bestimmtes übergeordnetes Prinzip, so unterbricht er den Prozess, macht auf dieses Prinzip aufmerksam und bittet die Teilnehmer weiterhin nur unter diesem speziellen Blickwinkel nach weiteren Ideen zu suchen. Versiegt dieser gelenkte Ideenfluss, fragt der Moderator die Gruppe nach weiteren Prinzipien. Wiederum sucht die Gruppe dann nach Lösungen nur unter diesem speziellen Blickwinkel. Prinzipien können beispielsweise sein:

  • bauliche Lösungen
  • technische Lösungen
  • finanzielle Lösungen
  • organisatorische Lösungen
  • soziale Lösungen
  • wirtschaftliche Lösungen
  • politische Lösungen
  • ökologische Lösungen
  • ästhetische Lösungen
  • staatliche Lösungen
  • Gruppenlösungen
  • individuelle Lösungen
  • eigene Lösungen
  • Lösungen, die andere durchführen müssen
  • kurzfristige, langfristige Lösungen
  • ...usw.

Auf diese Weise können z.B. die vier bis fünf interessantesten und wichtigsten Prinzipien in Hinblick auf das Problem zur speziellen Ideensuche aufgerufen werden. Die Ideenausbeute ist dadurch größer und strukturierter.