Weitere Faktoren

Kleine Gruppen und Einzelpersonen nicht unterschätzen

Neben der Gewinnung zentraler Akteure sollten gleichzeitig vermeintlich kleine und in der Öffentlichkeit eher unbekannte Gruppen sowie das Engagement von Einzelpersonen nicht unterschätzt werden. So waren beim Volksbegehren des Energietisches einzelne ehrenamtlich Aktive aus kleinen Initiativen besonders treue Unterstützer/innen der Kampagne, die bei fast allen Aktionen dabei waren und auf der Straße hunderte Berliner Bürgerinnen und Bürger für das Thema begeisterten. Dies ist für ein Volksbegehren besonders notwendig, da die Bürger/innen selbst aktiv werden und in ihrem Bekanntenkreis weitere Unterschriften sammeln sollen.

Aber auch für die Außenwirkung einer Kampagne sind Vielfalt und Engagement dieser vielen kleinen Gruppen wichtig. Sie zeigen die gesellschaftliche Relevanz des Themas auf und bilden für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen Brücken zum Engagement.

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Durch die Vielfalt der Bündnisgruppen wird für die Öffentlichkeit offensichtlich, dass sich ein Thema aus ganz vielen Blickwinkeln betrachten lässt. Dadurch können auch die Zielgruppen einer Kampagne viel leichter und authentischer angesprochen werden.

Zu einem Treffen mit einer Arbeitsloseninitiative wird man sicher jemand anderes entsenden als zu einem Treffen im Senior/innenheim oder bei einer Energiegenossenschaft.

Gemeinsames Selbstverständnis entwickeln

Gerade bei heterogenen Bündnissen ist es wichtig, frühzeitig ein gemeinsames Selbstverständnis der Beteiligten zu entwickeln.

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Es gilt, sich so früh wie möglich auf eine im Idealfall partizipativ erarbeitete, inhaltliche Botschaft zu einigen.

Bereits im Vorfeld der geplanten Kampagne des Berliner Energietischs hatten sich die Initiator/innen der ersten Stunde auf gemeinsame Grundüberzeugungen geeinigt, die als Basis der gemeinsamen Arbeit dienen konnte. Diese erste Übereinkunft bildete dann den inhaltlichen Rahmen, in dem im Zuge des geplanten Volksbegehrens die Erarbeitung eines verbindlichen Gesetzentwurfs möglich wurde. Für die Arbeit des Bündnisses und die Ansprache möglicher Unterstützer/innen bildeten das Selbstverständnis und der Gesetzentwurf die inhaltliche Grundlage, der sich neue Bündnispartner/innen anschließen konnten oder eben nicht.

Wer darf sprechen

Eine wichtige Frage der Öffentlichkeitsarbeit in Bündnissen ist, wer im Namen aller sprechen darf und wer die Gemeinschaft nach außen vertritt. Gibt es hier keine klaren Absprachen, droht eine unkoordinierte Außendarstellung, die sich in der Folge nicht selten auch auf das Binnenklima eines Bündnisses auswirkt.

Sich in der Praxis auf wenige Sprecher/innen zu beschränken, ist für die Medienkommunikation deshalb oft von Vorteil. Die Herausforderung ist es, Personen zu finden, die das gesamte Bündnis repräsentieren und nicht als Vertreter/in einer Bündnisorganisation wahrgenommen werden. Die damit in der Regel verbundene starke Personalisierung wird jedoch von basisdemokratischen Gruppen häufig abgelehnt. Um klare Ansprechpartner/innen für Presse und Politik zu schaffen, hat sich der Berliner Energietisch in der Hochphase seiner Kampagne dazu entschlossen, zwei Sprecher/innen zu wählen, die den Energietisch in der Öffentlichkeit vertreten durften.

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Bewährt hat sich auch die Einrichtung einer Pressegruppe. In Pressemitteilungen können dann z.B. unterschiedliche Akteure für ihre Organisation auftauchen und für das Bündnis sprechen.