Einbindung

Noch wichtiger als die Aufgabe, neue Freiwillige zu gewinnen, ist es, Freiwillige richtig einzubinden und sie anfangs bei ihrer Tätigkeit zu begleiten. Nur dann bleiben die Freiwilligen motiviert und nur dann sind sie beim nächsten Mal wieder mit dabei – und bringen sogar noch jemanden mit. Doch aus Zeitmangel werden Freiwillige oft nicht so umfassend eingebunden und eingearbeitet, wie es nötig ist. Folgende drei Schritte sollten in jedem Fall beachtet werden:

1.    Die individuelle Motivation erkennen.

Eine gute Einbindung basiert auf der Kunst, herauszufinden, was der oder die einzelne Freiwillige möchte und dazu eine möglichst große Übereinstimmung mit den Zielen der Gruppe herzustellen. Es geht darum, herauszufinden, warum diese Person das machen will und was sie motiviert und begeistert. Dazu dient ein ausführliches Erstgespräch, welches die Freiwilligenkoordinator/in mit einem/einer Interessierten vor Beginn der freiwilligen Tätigkeit führt. 

2.    Die gegenseitigen Erwartungen abgleichen.

Im Erstgespräch werden die beiderseitigen Erwartungen besprochen. Ihr vermittelt die Kampagnenziele oder den Aktionskonsens. Ihr besprecht, wie die neue Freiwillige sich engagieren kann und wie das zu ihren Motiven passt. Ihr klärt zudem, welche Aufgaben und wie viel Verantwortung die Neue übernehmen will. Dazu gehört auch: Wie viel Zeit will die Freiwillige einbringen? Braucht sie zusätzliche Hilfestellung? Wie lange möchte die Freiwillige sich engagieren? Erst wenn das alles geklärt ist, entscheiden beide Seiten, ob es passt. Ein solches Klärungsgespräch solltet ihr auch mit bereits länger aktiven Freiwilligen führen, wenn ihr merkt, dass starke Unterschiede in den Erwartungen bestehen.

Symbol: »Externer Link« (Pfeil, der aus einem Quadrat herauszeigt)

Hilfreiche Tipps unter anderem zum Erstgespräch gibt die Freiwilligenagentur Magdeburg  im Leitfaden für ein gelingendes Freiwilligenmanagement (pdf)

3.    Die gute Stimmung in der Gruppe aktiv gestalten.

Wer Freiwillige für ein Projekt gewinnen will, muss eine Atmosphäre schaffen, in der Menschen freudig und gern in einer Gruppe aufgenommen werden (vgl. Moschner 2002, S. 8). Mit Hilfe der Freiwilligenkoordination lassen sich neue Mitlieder gut in die existierende Gruppe integrieren. So können zum Beispiel gezielt neue mit erfahrenen Kräften zusammengebracht werden, um deren Begleitung und Einarbeitung sicherzustellen. Wichtig sind auch soziale Events vor einer Aktion, die gute Laune machen, gesellig sind und an einem anderen Ort stattfinden als die eigentliche freiwillige Tätigkeit: ein Kneipenabend, eine Bootsfahrt, ein Picknick oder statt der langen wöchentlichen Vorbereitungstreffen ein gemeinsamer Ausflug – möglicherweise mit Übernachtung.

Soziale Integration ist besonders wichtig: Sich zu engagieren, muss Spaß machen. Freiwillige müssen Verantwortung übernehmen können, ohne überfordert zu werden. Der Spagat besteht darin, dass die Freiwilligen Erfahrungen sammeln können und sprachfähiger im Thema der Aktion oder Kampagne werden, ohne sich ohnmächtig oder demotiviert zu fühlen.

Die koordinierende Person oder das Team, welches sich für Neue verantwortlich fühlt, muss diese zudem auch formell in die Organisation integrieren. Sie bekommen einen festen Platz im Gefüge der Kampagne oder der Aktionsplanung, über den alle in der Gruppe Bescheid wissen. Dazu gehört auch, dass alle Aktiven wissen wenn Neue das erste Mal zum Einsatz kommen. Werden neue Engagierte bei ihrer ersten Aktionsteilnahme aufmerksam begleitet, ist das für sie ein Zeichen, dass sie in der Gruppe willkommen sind. Und natürlich muss die Freiwilligenkoordination (ob nun als Team oder als EInzelperson) die Freiwilligen mit allen notwendigen Arbeitsmitteln, Informationen und Hintergrundwissen für die Aktion ausstatten. Nach der Aktion oder nach Abschluss der Kampagne sollten sich die Freiwilligen in ihrem Gruppengefühl gestärkt fühlen.