Ressourcenbedarf, Aufgaben und mögliche Folgen klären

Ressourcenbedarf, Aufgaben und mögliche Folgen klären

Um vorhandene Aktionsideen genau auf ihre Durchführbarkeit zu prüfen, sollte überlegt werden, ob die Anzahl der für die Aktion notwendigen Personen, die nötigen Kompetenzen, ausreichend Zeit für die Planung, Durchführung und Nachbereitung, die benötigten Materialien und wenn nötig finanziellen Mittel sowie der Ort vorhanden sind. Nicht zuletzt ist auch wichtig, dass die Personen, die eine Aktion durchführen werden, dies mit Lust und Überzeugung tun!

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Eine wichtige Frage ist immer, ob eine Aktion rechtliche (z.B. Ärger mit Behörden/Polizei wegen fehlender versammlungsrechtlicher Anmeldung), finanzielle (z.B. Kosten wegen Schäden, die durch Aktion entstehen), physische oder psychische Konsequenzen (Erschöpfung bei anstrengenden Aktionen, Repression) mit sich bringen könnte und die Beteiligten bereit und fähig sind, damit umzugehen.

Zusätzlich zu denjenigen, die eine Aktion direkt als Akteure durchführen (als Schauspieler/innen im Aktionstheaterstück; als diejenigen, die hinter dem Infotisch stehen; als diejenigen, die Plakate aufhängen oder bei der Kundgebung einen Redebeitrag halten), gibt es noch verschiedene weitere Aufgaben und Rollen, deren Übernahme klar und verbindlich aufgeteilt werden sollte. Ob jede dieser Rollen übernommen werden muss, hängt von der jeweiligen spezifischen Aktion ab.

Bei fast jeder Aktion ist es sinnvoll, eine oder mehrere Personen zu haben, die als Regie/Beobachter/in von außen Hinweise geben können:

  • Ist das Theaterstück gut zu sehen, die Sprache laut genug?
  • Hängt das Transparent so, dass es gut lesbar ist?

Damit diejenigen, die eine Aktion durchführen, sich auf den Ablauf konzentrieren können, übernehmen andere die Rolle als Ansprechperson für Passant/innen, falls es Fragen und Diskussion während der Aktion gibt. Diese Personen können auch diejenigen sein, die Flugblätter zur Aktion/Kampagne verteilen, bei größeren Aktionen ist es jedoch gut, diese Aufgaben zu trennen.

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Wenn die Presse eingeladen wurde oder davon auszugehen ist, dass sie zum Berichten erscheint, sollte sich mindestens eine Person (bei Großaktionen eine ganze Gruppe) um die Presse kümmern und aktiv auf sie zugehen, die Aktion und Hintergründe erläutern, Interviews geben, für Rückfragen zur Verfügung stehen, Pressemitteilungen schreiben und zur Verfügung stellen. Auch die Aufgabe der eigenen Dokumentation der Aktion mit Fotos und Film sollte verbindlich übernommen werden, damit zusätzlich zu Presseberichten auch eigene Berichte veröffentlicht werden können.

Bei Aktionen, die angemeldet werden, muss die/der offizielle Anmelder/in für Behörden und die Polizei ansprechbar sein – auch bei unangemeldeten Aktionen ist es gut, diese Aufgabe zu vergeben. Bei länger andauernden Aktionen ist es wichtig, dass sich Leute um die Versorgung (Essen und Trinken) und Bereitstellung von akut benötigten (Aktions-)Materialien kümmern.

Je nach den Umständen der Aktion ist es sinnvoll, über eigene Sanitäter/innen zu verfügen; wenn ein Polizeieinsatz oder juristische Folgen zu erwarten sind, ist die Einrichtung eines Rechtshilfe-Teams und die Hinzuziehung einer Anwältin zu empfehlen.

Es empfiehlt sich, den Ort an dem die Aktion stattfinden soll, frühzeitig zu besichtigen, da sich dabei noch Änderungen oder Herausforderungen für die Aktion ergeben können. Beispielsweise steht an einem bestimmten Wochentag immer ein Gemüsestand auf dem Platz, der für eine Theateraktion vorgesehen war – die Aktionsgruppe war aber davon ausgegangen, dass der Platz frei ist.