Ziele der Gemeinwesenarbeit

Ziele der Gemeinwesenarbeit

Das traditions- und variantenreiche Konzept der Gemeinwesenarbeit zielt auf die Verbesserung der Lebensbedingungen im Sozialraum. Methoden und Prinzipien der Gemeinwesenarbeit werden zwar seit vielen Jahren in Gebieten mit kumulierten Problemlagen erfolgreich angewandt, können und sollen aber auch dort zum Tragen kommen, wo es um Entwicklungsarbeit aufgrund neuer gesellschaftlicher Herausforderungen geht. Wichtige Wurzeln der Gemeinwesenarbeit liegen in klassischen Zuwanderungsgebieten, durch die städtische Gesellschaften vor völlig neue Aufgaben gestellt werden. Bis heute wird Gemeinwesenarbeit überwiegend in städtischen Gebieten mit heterogener Bevölkerungszusammensetzung praktiziert.

Gemeinwesenarbeit setzt gruppenübergreifend an, fördert den Brückenbau zwischen verschiedenen Menschen und unterschiedlichen Gruppen im Sozialraum und damit den Aufbau von sozialem Kapital. Hierbei gestaltet Gemeinwesenarbeit Partizipationsmöglichkeiten und macht demokratische, aktive Teilhabe an der Gesellschaft zur erlebbaren Realität der Menschen vor Ort.

Symbol: »Literaturtipp« (ein stilisiertes geöffnetes Buch)

»Gemeinwesenarbeit zielt auf ›[…] die Verbesserung von materiellen (z. B. Wohnraum, Existenzsicherung), infrastrukturellen (z. B. Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten, Grünflächen) und immateriellen (z. B. Qualität sozialer Beziehungen, Partizipation, Kultur) Bedingungen […]‹ unter maßgeblicher Einbeziehung der Menschen vor Ort.« (Stövesand/Stoik 2013, S. 21)

Die Umsetzung der Ziele der Gemeinwesenarbeit erfordert ein integriertes Handlungs- und Entwicklungskonzept für den entsprechenden Sozialraum, was auch die Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen notwendig macht.

Integration, Inklusion sowie eine nachhaltige Gesellschaftsentwicklung sind langfristige Such- und Lernprozesse für alle Beteiligten, die es angemessen zu begleiten gilt. Gerade für Veränderungsprozesse im Stadtteil im Kontext von Flucht und Migration ist die Gemeinwesenarbeit besonders geeignet, um Herausforderungen gemeinsam strukturiert und langfristig anzugehen.Gemeinwesenarbeit kann Menschen in ihrer Nachbarschaft, ihrem Stadtviertel oder Gemeinwesen bei der sozialen Integration der ankommenden Menschen unterstützen. Sie trägt dazu bei, den Geflüchteten mehr gesellschaftliche Teilhabe mit Bezug auf ihre Lebenswelten zu ermöglichen.

Zudem strebt die Gemeinwesenarbeit eine inklusive Gesellschaft im Sinne der gesellschaftlichen Teilhabe über die (Funktions-)Systeme der Gesellschaft an.

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Die Gemeinwesenarbeit macht Menschenrechte, Demokratie und Teilhabe vor Ort im Alltag erfahrbar, unterstützt damit die lebendige Entwicklung des Gemeinwesens im Sinne einer nachhaltigen Zukunftsentwicklung.