Prinzipien der Gemeinwesenarbeit

Prinzipien in der Gemeinwesenarbeit

Vielfalt erlebbar machen - gruppenübergreifendes Handeln

Gemeinwesenarbeit hat alle Menschen im Sozialraum im Blick und bringt verschiedene Personen und Gruppen miteinander in Kontakt. Gleichzeitig wird auch mit verschiedenen Personengruppen gearbeitet, um diese Personen besonders zu befähigen und zu unterstützen, z. B. Familien, Frauen, Arbeitslose, geflüchtete Frauen, Senior/innen. Darüber hinaus werden themenbezogene Gruppen begleitet (z. B. zu den Themen Wohnen, Verkehr, Freizeitgestaltung, Grünflächenverbesserung), in denen verschiedene Menschen interessenbezogen zusammenfinden. Begegnungsmöglichkeiten für alle Menschen im Stadtteil werden geschaffen, z. B. Nachbarschaftscafés, gemeinsame Aktionen, Feste.

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Durch diese übergreifende gruppen- und sozialraumbezogene Arbeit wird eine stigmatisierende Fokussierung auf einzelne Menschen oder Gruppen verhindert, gemeinsame Austausch- und Lernprozesse der Menschen untereinander werden befördert.

Orientierung an den Bedürfnissen und Themen der Menschen

Gemeinwesenarbeit setzt am Willen, den Bedürfnissen und Interessen der Menschen an. Hierbei sind sowohl die Interessen der Einheimischen wie auch die der Ankommenden Ansatzpunkte für Veränderungen in der Gestaltung des Alltags.

Kommunikative Vermittlung zwischen unterschiedlichen Lebenswelten

Als Mittlerin zwischen den Menschen, ihren verschiedenen Interessen und Bedürfnissen fördert die Gemeinwesenarbeit die Kommunikation über Veränderungsprozesse und den Umgang mit zunehmender Diversität. Damit trotz der Verschiedenheit Vorurteile abgebaut werden können und Vertrauen wachsen kann, braucht es Möglichkeiten der Begegnung sowie positive Erfahrungen im Umgang miteinander.

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Durch verschiedener Dialogsettings und die Ermöglichung einer offenen, lösungsorientierten Kommunikation fördert die Gemeinwesenarbeit Austauschprozesse im Sozialraum.

Förderung von kollektivem Empowerment und Selbstorganisation

Allen Menschen stehen Anerkennung, Respekt, Selbstwirksamkeitserfahrungen und Hilfe zur Selbsthilfe zu. Gemeinwesenarbeit führt ähnliche Interessen von Menschen zusammen, unterstützt und ermutigt die Menschen zur Selbstorganisation, wodurch zivilgesellschaftliche Potenziale gestärkt und Synergieeffekte erzeugt werden. Ein besonderer Fokus wird auf das kollektive Empowerment (die Ermutigung, Befähigung und Ermächtigung) der ökonomisch und/oder sozial besonders benachteiligten Menschen gelegt, um ihnen mehr Teilhabe, Mitsprache und Mitgestaltung zu ermöglichen.

Partizipative (Bildungs-)Möglichkeiten schaffen

GWA schafft Möglichkeitsräume für Partizipation im Gemeinwesen und für die Erfahrungen von Selbstwirksamkeit. Dies kann auf vielfältige, kreative Weise geschehen, durch kleine und große partizipative Beteiligungsmöglichkeiten. Durch Angebote für solidarische Aktionen und Begegnungen wird die Entwicklung von Respekt und gegenseitigem Verständnis zwischen verschiedenen Menschen und Gruppen gefördert.

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Partizipative Ansätze sind hierbei als Lernsettings zu sehen, in denen die Menschen demokratisches Miteinander erlernen.

Nutzung vorhandener Ressourcen

Gemeinwesenarbeiter/innen unterstützen Menschen bei der Bewusstmachung individueller Fähigkeiten, Kompetenzen und Ressourcen. Darüber hinaus werden Ressourcen von Individuen und kollektiven Akteur/innen gebündelt bzw. miteinander vernetzt und auch institutionelle Ressourcen im Sozialraum bestmöglich gemeinschaftlich genutzt.

Ressortübergreifendes Handeln

Zur Realisierung und Bewältigung der umfassenden Ziele der Gemeinwesenarbeit ist eine interdisziplinäre und fach- bzw. ressortübergreifende Zusammenarbeit erforderlich.

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

GWA agiert als intermediäre Mittlerin zwischen Anwohner/innen, Politik und Verwaltung.

Vernetzung und Kooperation

Es gilt, die verschiedenen Bewohner/innen und Akteur/innen im Sozialraum miteinander zu vernetzen und (projektbezogene) Kooperationen umzusetzen. Dadurch können Doppelstrukturen abgebaut, Synergieeffekte erzeugt und effektiv zusammengearbeitet werden, im Sinne einer positiven Zukunftsentwicklung. Weiterhin gilt es, ehrenamtliches Engagement strukturiert in die Arbeit im Stadtteil einzubeziehen, entsprechende Vernetzungsrunden (aus traditionellem und neuem Ehrenamt) zu koordinieren und einen gegenseitigen Erfahrungsaustausch zu unterstützen.

Komm- und Gehstruktur

Gemeinwesenarbeit zeichnet sich einerseits dadurch aus, dass es einen Ort der Begegnung gibt (Nachbarschaftstreff, Stadtteilzentrum), zu dem die Menschen kommen können. Andererseits sind Gemeinwesenarbeiter/innen auch als Akteur/innen im Stadtteil unterwegs und sprechen mit Menschen, die nicht den Weg ins Stadtteilzentrum finden. So können weitere aktuelle Themen und Probleme der Menschen erkannt und frühzeitig aufgegriffen werden.

Nachhaltige Gesellschaftsentwicklung um Blick

Im Rahmen der Arbeit im Gemeinwesen behalten die GWA-Mitarbeiter/innen den Stadtteil auch immer hinsichtlich seiner sozialen, ökologischen und ökonomischen Entwicklungen im Blick. Vor Ort werden Maßnahmen und Projekte gefördert, die im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung eine langfristige, sozial gerechte Entwicklung des Sozialraums befördern, ein umweltverträgliches Miteinander im Blick haben und eine nachhaltige lokale Ökonomie unterstützen.