Integrationslots/innen in Berlin-Tempelhof

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Laufzeit: 01.12.2013 bis 31.12.2016
Teilnehmende: 8 Lots/innen und eine Projektleiterin
Finanzierung: evtl. Förderung Senat für Integration, Arbeit und Frauen Berlin, Landesprogramm Integrationslotsinnen und -lotsen

Projektbeschreibung

Im November 2013 startete das Projekt Integra tionslots/innen mit dem Ziel, Menschen, die aufgrund der Situation in ihren Herkunftsländern geflüchtet sind, bei ihrem Ankommen und Leben in unserer Stadt und konkret im Bezirk Tempelhof/ Schöneberg Hilfe und Unterstützung zu bieten.

Unterstützung durch die Lots/innen erhielten zunächst Migrant/innen, die bereits längere Zeit in Deutschland lebten. Jetzt sind es überwiegend Geflüchtete und Neuzuwander/innen, die gerade erst angekommen oder erst kurze Zeit in Deutschland sind, die die Unterstützung der Lots/innen in Anspruch nehmen.

Hilfe und Unterstützung leisten die Lots/innen in aufenthaltsrechtlichen Fragen, in Fragen der finanziellen Grundsicherung, der medizinischen Hilfe, der Suche nach Kita- und Schulplätzen, der Wohnungs- und Arbeitssuche und bei Behördengängen. Die Lots/innen begleiten die Menschen regelmäßig zum Jobcenter. Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit dem Jobcenter haben wir ein Büro im Jobcenter und bieten dort zweimal pro Woche Sprechstunden an.

Von großer Bedeutung für die geflüchteten Menschen ist das Thema Gesundheit. Während ihrer zum Teil monatelangen Flucht haben sie lange Zeit keine ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen können. Viele sind schwer krank und auch seelisch hoch belastet. Die Lots/innen begleiten sie zu Ärzt/innen, kümmern sich um Fragen der Krankenversicherung, vermitteln Fachdienste und Selbsthilfeangebote.

Darüber hinaus begleiten die Lots/innen die Kommunikation zwischen Eltern und Lehrer/ innen/Pädagog/innen in den Schulen und Kindergärten. Sie helfen beim Schriftverkehr, unterstützen bei der Suche nach Bildungs-, Beratungs- und Qualifizierungsangeboten und informieren über das deutsche Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsystem. Die Lots/innen bieten in fünf Flüchtlingsunterkünften regelmäßig Sprechstunden an.

Reflexion des Projektes

Zum Gelingen der Integrationsarbeit trägt bei, dass unsere Lots/innen Muttersprachler/innen sind und in vielen Sprachen (z. B. arabisch, Farsi, Urdu, russisch) kommunizieren. Weitere wichtige Faktoren sind die Zusammenarbeit mit den vielen unterschiedlichen Jugend-, Sozial- und Gesundheitseinrichtungen des eigenen Trägers, die Unterstützung durch die ehrenamtlich Engagierten und die Kooperation mit den öffentlichen und privaten Einrichtungen und Organisationen im Stadtteil und berlinweit.

Ein wesentliches Ziel unseres Nachbarschaftszentrums ist es, die Menschen im Stadtteil dabei zu unterstützen, ein friedliches Zusammenleben mit »Alteingesessenen« und neuen Nachbar/innen zu gestalten. Der engagierte Einsatz der mittlerweile sieben Integrationslotsinnen und des einen Integrationslotsen leistet hierzu einen wertvollen Beitrag.