Projektaktivitäten

Seite 2: Förderfähigkeit, Legalität, Work Packages

Welche Aktivitäten werden gefördert?

Eine wichtige Voraussetzung ist, dass der Geber die vorgeschlagenen Aktivitäten grundsätzlich fördert. Ihre Aktivitäten müssen »förderfähig« sein. Informationen hierüber finden Sie in den Förderrichtlinien oder -infos des Gebers. Wenn Sie keine schriftlichen Informationen zu diesem Thema finden, sollten Sie mit dem Geber in Kontakt treten. Finden Sie heraus, ob Ihre geplanten Aktivitäten gefördert werden können.
In manchen formaler organisierten Fördermittelprogrammen werden nur genau festgelegte Aktivitäten gefördert (z. B. Veranstaltungen). In einem solchen Förderprogramm oder einer Unteraktionen eines Programmes können Sie dann nur diese Art von Aktivität durchführen und keine andere. Bei anderen Gebern hingegen haben Sie Gestaltungsspielräume, eigene Vorschläge zu formulieren.

Legalität

Die vorgeschlagenen Aktivitäten dürfen keine rechtswidrigen Handlungen sein. Dies mag ein Wermutstropfen für Non-Profit-Organisationen sein, die manchmal mit Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen bestehende Gesetze verstoßen oder sich zumindest in rechtlichen Grauzonen bewegen. Sollten Sie also beispielsweise vorhaben,

  • als heldenhafter Natürschützer Legehennen aus ihren Käfigen zu befreien oder Genmais zu zerstören,
  • oder sich an Schienen zu ketten, um Castor-Transporte zu verzögern

so dürften Sie große Probleme haben, eine Fördereinrichtung zu finden, die diese Vorhaben finanziell unterstützt, ganz gleich, wie gut Sie diese Aktionen mit Ihren moralischen Grundsätzen begründen können. Kein Geber fördert Aktivitäten, die mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Es schadet dem Ruf und unter Umständen macht sich der Geldgeber auch selbst strafbar.

Ein Paradebeispiel für eine Organisation, die im Rahmen ihrer Kampagnen immer wieder kalkuliert und öffentlichkeitswirksam mit dem Gesetz in Konflikt kommt, ist Greenpeace. Insofern ist es keine Überraschung, dass Greenpeace sich überwiegend aus Spenden und Mitglieds­beiträgen finanziert und auf staatliche Fördermittel verzichtet.

Auch bei solchen Aktivitäten ist Vorsicht geboten, die zwar niemandem wehtun, aber in einer rechtlichen Grauzone anzusiedeln sind. Manche Handlungen sind strenggenommen nicht legal, werden aber in der Regel nicht geahndet. So pflanzen z. B. Guerilla-Gärtner Blumen an Stellen, die sie in der Regel gar nicht bepflanzen dürften. Es dürfte kaum jemanden geben, der sich nicht darüber freut. Dort greift das Prinzip: Wo kein Kläger ist, da gibt es auch kein Problem. Alle diese Grenzfälle sind für Fördermittelanträge in der Regel aber wenig geeignet, da der Geber sie als nicht förderfähig betrachtet.

Weiterhin: Auch wenn die Aktivitäten eines Projekts legal sind, dann sollte sich die inhaltliche Ausrichtung der Aktivitäten nicht gegen den Geber richten. Manche Menschen kommen auf die Idee, ein Symposion, auf dem die »imperialistische Politik der Europäischen Union« kritisch diskutiert wird, mit EU-Fördermitteln finanzieren zu wollen. Eine originelle Idee – die Erfolgsaussichten der Bewilligung eines solchen Antrags sind allerdings gering.

Work Packages

In manchen Fördermittelprogrammen müssen oder können Projektaktivitäten sinnvoll zu verschiedenen Arbeitspaketen (work packages) zusammengefasst werden. Dies gilt besonders bei Projekten mit mehreren beteiligten Organisationen. In der Regel trägt eine Einrichtung die Hauptverantwortung für die Umsetzung eines solchen Arbeitspaketes. Beispiele für Arbeitspakete sind die technische Entwicklung einer Software, die Durchführung der Öffentlichkeitsarbeit oder auch die Koordinierung des gesamten Projekts. Ein Mittel, um diese Verteilungen und Zuständigkeiten zu visualisieren, sind Gantt-Diagramme.
Work Packages sind manchmal mit Nummern bezeichnet, um die Kommunikation zu vereinfachen. Wenn Sie das erste Mal an einem EU-Antrag mitarbeiten und Ihre Kollegen und Kolleginnen reden von »WP4«, dann wissen Sie jetzt, was damit gemeint ist.