Projektaktivitäten

Seite 1: Aktivitäten benennen und darstellen

In der Problembeschreibung haben Sie das Problem benannt. In der Benennung ihres Zieles haben Sie angegeben, wohin Sie wollen. Jetzt geht es um darum, was Sie tun werden, um das Ziel zu erreichen. Gängige Aufforderungen und Fragen sind beispielsweise:

  • Machen Sie Angaben zu den geplanten Projektaktivitäten.
  • Beschreiben Sie die Arbeitsschritte und Methoden.
  • Welche Maßnahmen sollen innerhalb des Projekts umgesetzt werden?
  • Beschreiben Sie den Projektaufbau / die Gestaltung des Projekts.
  • Bitte erstellen Sie einen Zeitplan.


Die geplanten Projektaktivitäten können sehr vielfältig sein. Dazu gehören beispielsweise

  • Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen,
  • Kampagnen und öffentlichkeitswirksame Aktionen,
  • sozialarbeiterische Tätigkeiten und Betreuung,
  • Informations- und Beratungsdienstleistungen,
  • die Organisation von Veranstaltungen,
  • die Produktion von Medien und Informationsmaterial,
  • künstlerische Aktivitäten.


Wegen der großen Vielfalt möglicher Projektaktivitäten ist es schwierig, Tipps zu geben, wie Sie ihre Aktivitäten am besten beschreiben. Non-Profit-Organisationen fällt es in der Regel leicht, Vorschläge für Aktivitäten zu entwickeln. Sie orientieren sich meistens an den eigenen Tätigkeitsschwerpunkten: Eine Bürgerinitiative organisiert am liebsten Runde Tische, eine Gruppe von Computer-Freaks entwickelt Open-Source-Tools für die Non-Profit-Szene und ein kleines Unternehmen bietet Weiterbildungskurse an.

Die Projektaktivitäten sind das Herzstück des Antrags. Aus diesem Grund müssen sie präzise und mit Sorgfalt dargestellt werden. Beschreiben Sie die Aktivitäten, die durchgeführt werden sollen, möglichst genau. Was wird gemacht? Wann wird es gemacht? In welchem Umfang wird es gemacht?

Wenn die geplanten Projektaktivitäten nicht überzeugend dargestellt sind, werden Ihnen auch hervorragend geschriebene Passagen über Öffentlichkeitsarbeit oder Evaluation nicht weiterhelfen! Hier einige allgemeine Vorschläge:

1) Visualisierung von Projektaktivitäten

Visualisierung (auch Veranschaulichung) bedeutet, Texte und abstrakte Zusammenhänge in einer optisch »leichter verdaulichen Form« darzustellen. Hierzu können Sie Grafiken, Zeitpläne und Schemata nutzen. Im letzten Teil dieses Kapitels stelle ich Ihnen einige Möglichkeiten vor.

2) Verbindung von Aktivitäten und Zielen

Die Projektaktivitäten müssen ein geeignetes Mittel sein, um die Projektziele zu erreichen, und zu diesen in einem realistischen Verhältnis stehen.
Einmal habe ich einen studentischen Kongress von Vertreterinnen und Vertretern einer wenig bekannten wissenschaftlichen Disziplin besucht. Während des Kongress bildete sich eine Arbeitsgruppe zum Thema »Social Marketing«. Die Gruppe setzte sich das Ziel, das »jeder deutsche Bürger oder jede deutsche Bürgerin« zumindest einmal von dem Fach gehört hat. Die geplanten Aktivitäten bestanden darin, dass jedes Mitglied der Arbeitsgruppe (die aus sechs Personen bestand) bis zum nächsten Kongress ehrenamtlich einen Vortrag an der eigenen Universität hält. Die offensichtliche Diskrepanz zwischen der Zielformulierung und den geplanten Aktivitäten blieb unbemerkt.

3) Kalkulation der Kosten

Die vorgeschlagenen Projektaktivitäten verursachen Kosten und sind deswegen für die Berechnung des Projektbudgets von großer Bedeutung. Insofern müssen Sie die Beschreibung der Projektaktivitäten und den Finanzteil des Antrags aufeinander abstimmen.