Die Selbstdarstellung der Organisation

Seite 5: Elevator Talk, Kooperationen

2. Elevator Talk
Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich gerade in einem Fahrstuhl, und plötzlich steigt eine Person ein, der Sie unbedingt von Ihrer Organisation erzählen wollen. Vielleicht, weil es sich um einen Millionär handelt, der mit dem Ziel Ihrer Organisation sympathisieren könnte. Sie haben jetzt 30 Sekunden Zeit, Ihre Organisation überzeugend in einem kurzen Monolog vorzustellen. Dann steigt der Millionär wieder aus. Wenn Ihre Mini-Präsentation überzeugend war, dann lädt er sie vielleicht im Anschluss auf einen Kaffee ein.

Falls Ihnen dieses Szenario nicht behagt, dann stellen Sie sich vor, dass Sie jemand auf einer Party anspricht. Die Person fragt, was Ihre Organisation macht. Sie haben jetzt 30 Sekunden Zeit, diese Frage zu beantworten.

Haben Sie diese Übung schon einmal ausprobiert? Interessant ist: Personen, denen diese Übung gut gelingt, können meistens gute Selbstbeschreibungen verfassen. Sie haben erkannt, was die wichtigsten Informationen sind, die es vorzustellen gilt, damit ihre Organisation einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Kooperationen und Konsortien

In manchen Projektanträgen ist nicht eine Organisation allein die Antragstellerin, sondern es bewerben sich mehrere Einrichtungen gemeinsam. Meistens übernimmt eine Organisation die koordinierende Funktion und fungiert als Ansprechpartner für den Geber. Bei Projekten, die von der EU gefördert werden, ist die Zusammenarbeit zwischen Institutionen aus verschiedenen Ländern in vielen Fällen eine Voraussetzung für eine Antragstellung.

Einen Zusammenschluss aus verschiedenen Einrichtungen für eine Antragstellung nennt man auch Konsortium. Die koordinierende Einrichtung nennt man auch Koordinator, oder auch lead partner. Beteiligte Organisationen nennt man kooperierende Organisationen, Partner­organisationen, Projektpartner oder auch einfach nur Partner.

In der Regel muss sich jede Einrichtung im Antrag kurz vorstellen – dafür gelten die gleichen Regeln, wie wenn sich eine einzelne Organisation bewirbt. Es kommt allerdings eine neue Dimension hinzu: Sie müssen die beteiligten Organisationen als ein schlagkräftiges Team beschreiben. Dabei gibt es zwei Strategien:

Manche Förderungen wenden sich an Zusammenschlüsse von ähnlichen Organisationen. Ein Beispiel wäre ein Netzwerk von Organisationen, die in verschiedenen Ländern im Bereich der Elternbildung tätig sind, und die sich im Rahmen des Projekts über Ihre Arbeit austauschen oder gemeinsam etwas erarbeiten. In diesem Fall können Sie tatsächlich die Ähnlichkeit zwischen den Partnern betonen: Alle sind im gleichen Tätigkeitsgebiet aktiv, durch den Zusammenschluss in einem Projekt entsteht aber ein Mehrwert (z. B. die internationale Kooperation).

Weitaus häufiger ist, dass ein Konsortium aus unterschiedlichen Partnern besteht, die ein gemeinsames Ziel haben. Ein Beispiel: In einem Projekt wird eine neue Online-Plattform etabliert. Diese ermöglicht, dass sich Bürger/innen über das Internet aktiv an politischen Prozessen beteiligen (Partizipation). Zum Konsortium zählen: Eine Non-Profit-Organisation; eine kommunale Verwaltung; eine Bürgerinitiative und ein Unternehmen mit dem Schwerpunkt Internet & Webdesign. Wie gehen Sie mit dieser bunten Truppe um? Zuerst: Dass Sie verschiedene Akteure im Boot haben, ist in vielen Fördermittelprogrammen ein dickes Plus und ausdrücklich erwünscht. Es ist das Ziel der meisten Stiftungen, Akteure aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zur Zusammenarbeit zu bewegen. Auch die EU liebt die sogenannte Akteursvielfalt. Aber wie stellen Sie diese Vielfalt dar?