Tipps und Tricks für einen prägnanten Schreibstil

Seite 6: Tipps und Tricks für gutes Schreiben

5) Verzichten Sie auf Füllwörter.

Beim ersten Verfassen von Textpassagen schleichen sich gerne Füllwörter ein. Diese sind eigentlich überflüssig. Hoppla, ich wollte sagen: Diese sind überflüssig.

Haben Sie den Unterschied bemerkt? Füllwörter sind Wörter in einem Text, die weggelassen werden können, ohne dass sich der Sinn des Satzes entscheidend verändert. Oft wirken Sie abschwächend.

Symbol: »Beispiel« (Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger)

Beispiele für Füllwörter: also, eigentlich, eher, ja, meistens, natürlich, nun, auch, quasi, doch, vielleicht, einmal, etwa…

Probieren Sie folgendes aus: Wenn Sie mit dem Schreiben einer Passage fertig sind, dann streichen Sie alle Füllwörter. Lassen Sie nur das nackte Skelett ihrer Sätze stehen! Merken Sie, wie Ihr Text plötzlich messerscharf wird? Die im Text enthaltenen Informationen und Aussagen treten klarer hervor.

Nachdem ich diesen Absatz geschrieben habe, habe ich in diesem Buch sofort eine Menge Füllwörter entdeckt. Das liegt daran, dass ich gelegentlich ein wenig zum Plauderton neige. Hoppla, schon wieder. Ich wollte sagen: dass ich gelegentlich zum Plauderton neige.

6) Aktiv statt passiv.

Vermeiden Sie passive Formulierungen. Schreiben Sie »aktiv«. Was ist damit gemeint?

Symbol: »Beispiel« (Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger)

»Zu Beginn des Projekts muss eine Internetseite eingerichtet werden.«

Die Erstellung der Website klingt wie eine unangenehme Aufgabe. Und: Wer übernimmt eigentlich diese unangenehme Aufgabe? Fragen über Fragen.

»Zu Beginn des Projekts wird eine Internetseite eingerichtet.«

Wieder eine Passiv-Konstruktion. Merken Sie es? In Passiv-Sätzen ist der Handelnde »versteckt«. Die Aussage wirkt unpersönlich. Schreiben Sie lieber:

»Zu Beginn des Projekts richten wir eine Internet-Seite ein.«

Oder, wenn Sie den Text nicht in der Wir-Form schreiben möchten:

»Sonnenschein e. V. richtet zu Beginn des Projekts eine Internetseite ein.«

Der Aktiv betont die Rolle des Handelnden. Das Geschriebene wirkt lebendiger und dynamischer. Viele Menschen verwenden beim Schreiben von Anträgen automatisch Passivformulierungen. Sie werden bemerken, dass viele der Beispielpassagen, die ich Antragstexten entnommen habe und in diesem Buch zitiere, Passivformen enthalten oder in der dritten Form geschrieben sind. Beides kann auch ein Mittel sein, um Texte »trockener« und seriöser zu gestalten. »Aktiv statt passiv« ist somit auch Geschmackssache.