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Gremienarbeit

Welche Projekte gefördert werden, hängt oft von den Prioritäten der Geber ab, die wiederum in Gremien definiert werden. Erfolgreiche Organisationen sind in Gremien vertreten und beeinflussen die politische Agenda zugunsten ihrer Interessen. Das nennt sich Lobbyismus. »Interessensvertretung« klingt etwas besser, bezeichnet aber letztlich dasselbe. Für manche Menschen hat das Wort »Lobbyismus« einen negativen Beigeschmack. In jedem Fall gehört es mit zum Geschäft.

Wenn Ihre Organisation an Einfluss gewinnen soll, dann müssen Sie früher oder später Lobby­arbeit betreiben – und zwar für das soziale Anliegen Ihrer Organisation. Dadurch können Sie Ihre Chancen verbessern, an Fördermittel zu gelangen. Langfristig können Sie sogar die Förder­politik von Einrichtungen beeinflussen.

Zur Lobbyarbeit gehört auch die Kunst des Agenda Settings im großen oder kleinen Maßstab. Als Agenda Setting wird eine Tätigkeit bezeichnet, die darauf abzielt, dass bestimmte Themen überhaupt wahrgenommen und diskutiert werden. Themen, die nicht wahrgenommen werden, haben auch schlechtere Chancen auf eine Förderung.

Versuchen Sie also, dass Vertreter/innen Ihrer Organisation in Gremien präsent sind, die Einfluss haben. Es muss übrigens nicht immer der Weltwirtschaftsgipfel sein, sondern auch die Teilnahme an einem runden Tisch mit dem Bezirksbürgermeister oder einer informellen Gesprächsrunde. Es kann übrigens eine Herausforderung sein, »den Fuß in die Tür zu bekommen«. Gehen Sie Schritt für Schritt vor. Sie können sich mit dem folgenden Gedanken trösten: Wenn Sie einmal drin sind, dann bleiben Sie in der Regel drin.

Abgesehen von der Einflussnahme zugunsten Ihrer Interessen hat Gremien- und Lobbyarbeit noch einen weiteren Vorteil. Sie erhalten Informationen, die andere Akteure erst zu einem späteren Zeitpunkt bekommen.

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Sie erfahren frühzeitig, dass ein bestimmtes Förderprogramm ausgeschrieben wird. Dies gibt Ihnen einen Vorsprung, den Sie nutzen können, um Vorbereitungen zu treffen. Gerade in der EU-Antragsbranche ist der Zeitraum zwischen der Veröffentlichung einer Ausschreibung und der Deadline manchmal sehr kurz. Antragsteller, die zu spät von der Ausschreibung erfahren, müssen ihre Anträge unter hohem Zeitdruck ausarbeiten.