Formfehler vermeiden

Seite 3: Formulare ausfüllen, Versand, formale Prüfung

Füllen Sie die Formulare richtig aus

Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit: Wenn an einer Stelle im Antrag zwei Schlagwortkategorien angekreuzt werden sollen, dann sollten Sie auch zwei ankreuzen. Nicht nur eine und auch nicht fünf. Wenn zu allen Fragen in den Formularen Angaben gemacht werden sollen, dann sollten Sie das tun, und nicht die Hälfte der Textfelder leer lassen, weil Sie der Meinung sind, dass Sie eigentlich schon alles gesagt haben.

Auch an diesen Herausforderungen können Antragsteller/innen scheitern. Wer die Fragen im Antragsdokument genau durchliest, ist klar im Vorteil.

Bei vielen Antragstellungen müssen zusätzliche Dokumente beigefügt werden. Dies können sein:

  • der Nachweis zum rechtlichen Status Ihrer Organisation (z. B. der Auszug aus dem Vereinsregister),
  • die unterschriebene Absichtserklärung einer Partnerorganisation (ein »letter of intent«),
  • die Kopie des Personalausweises.


Achten Sie darauf, dass Sie diese Dokumente frühzeitig beisammen haben und vollständig beilegen.

Kontrollieren Sie die Antragsunterlagen vor dem Versand sorgfältig

Machen Sie nicht auf den letzten Metern schlapp. Prüfen Sie ein letztes Mal, ob Sie alles richtig gemacht haben – ob keine Seiten fehlen, alle Angaben gemacht worden sind und alle Anlagen vorhanden sind. Das erfordert Disziplin. Am Ende der Prozedur einer Antragstellung ist meistens »die Luft raus«: Sie können die Dokumente »einfach nicht mehr sehen«.

Ziehen Sie in diesem Fall Ihre Mitstreiter/innen hinzu. Es ist Zeit für einen »unverbrauchten Blick«.

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Sollten Sie jemanden in Ihrem Team haben, der zur Pedanterie neigt, dann schlägt jetzt dessen Stunde. Personen mit solchen Charaktereigenschaften sind hervorragend dazu geeignet, Anträge auf Herz und Nieren zu prüfen. »Herr Müller, unter Frage zwei Punkt fünf Punkt eins sollten Sie DREI Förderprioritäten ankreuzen. Sie haben aber nur ZWEI angekreuzt! Das geht so nicht. Weiterhin fehlt die letzte Seite der Satzung. Auf Seite zwei befinden sich gleich zwei Rechtschreibfehler.« Und so weiter. Diese Art von Unterstützung kann zur Bewältigung von formalen Anforderungen sehr nützlich sein.

Wieso spielt die formale Prüfung eine wichtige Rolle?

Der Geber hat nicht die Zeit, sich mit unvollständigen oder fehlerhaften Anträgen herumzuärgern. Unterschätzen Sie nicht den Aufwand, der durch die Prüfung und Bewertung von Fördermittel­anträgen entsteht.

Zudem ist der Fördermittelantrag ein Test. Auch die Durchführung des Projekts bringt vielfältige Anforderungen mit sich, und einige sind auch bürokratischer Natur. Ist bereits der Antrag für das Projekt fehlerhaft, fragt sich der Geber: Wird diese Organisation in der Lage sein, mir pünktlich die erforderlichen Zwischenberichte einzureichen? Wird sie in der Lage sein, das Projekt entsprechend der Richtlinien abzurechnen? Der Geber schließt aus einem unvollständigen und fehlerhaften Antrag, dass die Zusammenarbeit mit Ihrer Organisation wahrscheinlich schwierig und mühevoll werden wird. Diesen Ärger möchte er sich von vorneherein ersparen.

Dem Geber stehen nur sehr begrenzte Informationen zur Verfügung, um sich ein Bild von Ihrer Organisation zu machen. Erneut greift der Vergleich zu einer individuellen Bewerbung um einen Arbeitsplatz. Alle Bewerbungen, die nicht den einschlägigen Kriterien entsprechen, wandern umstandslos in die Papierkörbe der Personalabteilung. Diese Bewerbungen gelangen nicht einmal auf den Schreibtisch des Entscheiders oder der Entscheiderin – selbst wenn sich noch so interessante Persönlichkeiten bewerben. Die Anfertigung einer Bewerbung, die den formalen Kriterien entspricht, zählt zur »Pflicht«. Bewerbungen gelangen nur zur »Kür« (also für die engere Auswahl) zugelassen, wenn sie diese Pflichtübung erfolgreich absolvieren.