Die Arbeit am Antrag planen

Seite 5: Faustregeln, professionelle Unterstützung

Ein paar Faustregeln zur Bändigung von Formularen:

  • Vermeiden Sie gemeinschaftliche Arbeitsprozesse mit Formularen – erstellen Sie Texte lieber in einer einfachen .doc- oder .txt-Datei. Kopieren Sie dann die fertigen Texte ins Formular. Das Gleiche gilt, wenn ein elektronisches Übermittlungsverfahren zum Einsatz kommt und Sie die Inhalte Ihres Antrags mit einem Online-Zugang direkt in eine Datenbank eintragen: gemeinschaftliche Arbeitsprozesse sollten Sie anderswo organisieren.
  • Benutzen Sie niemals verschiedene Textverarbeitungsprogramme oder Betriebssysteme, um ein und dasselbe Formular zu bearbeiten
  • Verwenden Sie das Programm zum Ausfüllen der Formulare, dass der Geber benutzt hat, um es zu erstellen.
  • Meistens arbeiten fördernde Einrichtungen mit PC-Systemen. Benutzen Sie lieber keine Apple-Computer oder Linux-Systeme für Fördermittelanträge.

Eigentlich sollten Fördermittelgeber darauf achten, dass ihre Formulare auch mit anderen Betriebssystemen und Dateiformaten kompatibel sind (wie z. B. der Open Source-Software Open Office). Leider legen viele Institutionen keinen Wert darauf.

Das schönste Erlebnis, an das sich der Autor beim Umgang mit Formularen erinnern konnte, ist das folgende: Eine Klientin schickte ihm ein Dokument zu, das offensichtlich mehrere Umwandlungen erfahren hatte. Als es ausgedruckt werden sollte, erschienen in den Textfeldern, statt einer wohlformulierten Aussage, lauter kleine Noten – wie in einer Mozart-Sinfonie. Ein musikalischer Antrag! Der Ausdruck hängt nun im Büro des Autors und soll irgendwann einmal einem Klavierspieler übergeben werden.

Holen Sie sich professionelle Unterstützung!

Für größere Anträge benötigen Sie erfahrene Berater und Beraterinnen, die Sie maßgeblich dabei unterstützt, das Projekt zu konzipieren und den Projektantrag zu erstellen. Diese Person sollte Erfahrungen gesammelt haben mit dem Fördermittelprogramm, für das Sie sich bewerben wollen.

Dies gilt besonders für EU-Anträge. Die EU-Antragsverfahren sind in der Regel so kompliziert und aufwendig, dass Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit formale oder inhaltliche Fehler machen werden, wenn Sie das Ganze nicht bereits einmal durchexerziert haben. Dabei hat jedes Unterprogramm, jede Ausschreibung und jede Aktion ihre eigenen Fallstricke. In vielen Fällen müssen sogar »Antrags-Profis« die Bewerbung auf eine spezielle Ausschreibung einmal durchlaufen haben, um zu wissen, wo die Knackpunkte sind.

Aus diesem Grund haben größere Organisationen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen spezialisierte Mitarbeiter/innen für diese Aufgabe. Wenn Sie für eine kleinere oder mittelgroße Non-Profit-Organisation arbeiten, dann befinden Sie sich wahrscheinlich nicht in dieser privilegierten Situation. Dann sind Sie wahrscheinlich der Leiter der Drittmittelabteilung, die aus Ihnen besteht und niemandem sonst.

Symbol: »Achtung« (Ausrufezeichen im Dreieck)

Es ist dringend davon abzuraten, ein größeres Vorhaben ohne Unterstützung durch eine erfahrene und kompetente Person zu beantragen. Die Chance, dass Sie scheitern, ist hoch. Sie hätten dann viele Arbeitsstunden in die Erstellung des Projektvorschlages investiert und keinen Erfolg erzielt.