Die Arbeit am Antrag planen

Seite 6: Agenturen, Beratungsangebote

Professionelle Agenturen

Es gibt spezialisierte Agenturen oder freiberufliche Experten und Expertinnen, die Sie als Berater anheuern können und die Ihnen sogar den Antrag schreiben. Allerdings müssen Sie dafür bezahlen. Ein übliches Honorarmodell: es wird ein Basishonorar berechnet, um den Antrag zu erstellen. Sollte das Projekt bewilligt werden, so müssen Sie darüber hinaus eine Erfolgsprämie bezahlen. Für die Erstellung eines größeren Antrags können mehrere Tausend Euro fällig werden.

Weiterhin müssen Sie berücksichtigen, dass auch Experten auf inhaltliche Zuarbeit angewiesen sind. Das heißt, auch Sie, Ihre Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen oder Kollegen und Kolleginnen müssen Arbeitszeit investieren.

Was ist das Resultat? Unterbezahlte, überarbeitete oder ehrenamtliche Mitarbeiter/innen arbeiten sich mühsam in ein Fördermittelprogramm ein und benötigen dafür ein halbes Jahr (ein Profi hingegen hätte den Antrag innerhalb eines Monats fertiggestellt). Zu allem Ärger ist der Antrag auf Fördermittel nicht hinreichend professionell gestaltet und wird abgelehnt. Arbeitszeit umsonst investiert.

Wenn Sie für die Antragstellung einen kompetenten Experten hinzuziehen, erhöhen sich die Chancen Ihrer Organisation auf einen Erfolg. Sie investieren eine gewisse Summe und verbessern damit Ihre Aussichten auf eine ungleich größere Summe.

Leider sind Abwägungen dieser Art im Non-Profit-Bereich selten. Viele Organisationen nutzen lieber die zur Verfügung stehende Arbeitskraft. Sie scheuen sich, Honorare an externe Personen zu bezahlen.

Wenn Sie die Geschäftsführerin oder der Geschäftsführer einer Non-Profit-Organisation sind, dann prüfen Sie, ob es nicht sinnvoll ist, einen externen Experten oder eine Expertin hinzuzuziehen. Stellen Sie einen Teil des Budgets Ihrer Einrichtung für Honorare zurück, die für solche Zwecke ausgegeben werden können.

Geförderte Beratungsservices

Vielleicht haben Sie Glück, und Ihre Organisation kann ein gefördertes Beratungsangebot in Anspruch nehmen. Dies bedeutet: Kompetente Menschen unterstützen Sie bei der Beantragung von Fördermitteln, es bezahlt aber jemand anderes dafür. Solche Serviceagenturen werden beispielsweise von einzelnen Bundesländern oder Bundesministerien finanziert.

Gerade für Organisationen, die knapp bei Kasse sind, ist dies ein attraktives Angebot. Die entscheidende Frage ist, ob es ein solches kostenloses Beratungsangebot für Ihr Vorhaben gibt.

Das Ausmaß der Unterstützung kann sehr unterschiedlich sein. Bedenken Sie, dass kostenlose Angebote gerne in Anspruch genommen werden. Eine mögliche Folge: Mitarbeiter/innen in solchen Einrichtungen haben weniger Zeit für Sie als ein Experte, den Sie dafür bezahlen. Nichtsdestotrotz können diese Beratungsservices wertvolle Unterstützung leisten.

»Erfahrene Freunde«

Auch Freunde, Kollegen oder Bekannte, die schon einmal einen Antrag in dem entsprechenden Fördermittelprogramm gestellt haben, können für die Antragstellung wertvoll sein: Zum einen können Sie auf diesem Weg möglicherweise einen Antrag als Vorlage erhalten. Zum anderen können Sie von dem unschätzbaren Erfahrungswissen profitieren und erfahren, was während der Antragstellung wichtig war. Wenn diese Menschen bereit sind, Ihnen Informationen zur Verfügung zu stellen, dann verbessert das Ihre Erfolgaussichten.

Beratungsangebote des Gebers

Viele Geber haben bemerkt, dass die Antragsverfahren kompliziert sind und dass Antragsteller/innen Unterstützung benötigen. Aus diesem Grund haben Sie Beratungs- und Informationsangebote eingerichtet. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass die Qualität der Bewerbungen steigt und der Arbeitsaufwand der Geber bei der Begutachtung sinkt.

Beispiele für solche Unterstützungsangebote sind:

Symbol: »Beispiel« (Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger)
  • Infoveranstaltungen
  • Kontaktseminare zum Austausch und zur Partnersuche
  • Persönliche Beratungsangebote durch die Mitarbeiter/innen (meist telefonisch)
  • Begutachtung von Projektideen und -skizzen.

In manchen Fällen wird die Teilnahme an Informationsveranstaltungen oder Kontaktseminaren durch den Geber finanziell gefördert. Machen Sie von dieser Möglichkeit Gebrauch.