Wie funktioniert Projektförderung?

Seite 2: Projektförderung

Förderung von Projekten

Fördermittel werden häufig vergeben, damit Organisationen Projekte durchführen. Aus diesem Grund nennt man das Ganze auch Projektförderung.

Der Begriff »Projekt« kommt aus dem Lateinischen und bedeutet, dass man etwas nach vorne wirft. Nach einer allgemeinen Definition ist ein Projekt ein einmaliger Vorgang, der dazu dient, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Das bedeutet auch: ein Projekt ist irgendwann vorbei.

Bei einem Projekt handelt es sich sowohl für die Durchführenden als auch für die Geber um ein zeitlich befristetes Engagement. Die Fördermittelgeber können sich nach der Erreichung des Projektziels zurückziehen, und genau das wollen sie in vielen Fällen auch. Insbesondere Stiftungen verstehen sich oft als »Impulsgeber«. Sie wollen staatliche Angebote (wie die staatliche Jugendhilfe, die Versorgung arbeitsloser Menschen oder das Schulsystem) nicht ersetzen, sondern in diesen Bereichen kreative Anregungen bewirken. Aus diesem Grund fördern Stiftungen gerne Projekte.

Ähnlich sieht es aus, wenn Organisationen Fördermittel von der Europäischen Union beziehen möchten. Diese vergibt ihre Mittel grundsätzlich an Projekte. Aber auch bei staatlichen Fördermechanismen kommt immer mehr die Förderung von Projekten zum Einsatz.

Viele Non-Profit-Organisationen streben danach, Geld für die Aktivitäten zu erhalten, denen Sie sowieso nachgehen: »Wir leisten hier großartige Arbeit – das muss doch mal jemand erkennen und uns fördern«. Mit anderen Worten: Sie wünschen sich eine institutionelle Förderung oder zumindest eine, die Sie nach Gutdünken verwenden dürfen. Leider denken die meisten Geber anders. Sie wollen innovative, kreative Projekte fördern, und stellen genaue Regeln darüber auf, wie sie diese Projekte auswählen und unterstützen.

Für Organisationen heißt das (leider): Sie müssen sich an die Regeln halten und den Gebern Projekte vorschlagen. Diese Projekte können und sollen natürlich in den Aktivitätsbereich der Organisation fallen. Aber sie müssen als zeitlich begrenzte Einheit mit bestimmten Aktivitäten erkennbar sein, die zum Erreichen eines klar definierten Projektzieles dienen. Gleichzeitig müssen die Antragssteller den Gebern das Gefühl vermitteln, dass die Realisierung der Projektinhalte nur mit der Hilfe der Förderung möglich wird. Dies ist bei jeder Antragstellung eine zentrale Herausforderung.

Organisationen können ihre Aktivitäten auch in die Form eines oder mehrere Projekte gießen. Erfahrungsgemäß fällt dies manchen Initiativen schwer, die stark auf ehrenamtlichem Engagement basieren. Fragt man diese Organisationen, warum sie sich auf ein Fördermittel bewerben, dann lautet die Antwort: »Wir haben soviel zu tun, aber kein Geld. Wir brauchen einfach Geld, um die Miete für unsere Räumlichkeiten zu bezahlen. Und wir brauchen dringend eine feste Stelle zur Koordinierung unserer Aktivitäten«. Nicht ausgesprochen, aber damit gemeint ist auch: Wir wollen uns gar kein »Projekt ausdenken«. Manche Organisationen bewerben sich übrigens mit einer solchen Argumentation auf Fördermittel. Und natürlich wird diese Anfrage abgelehnt – denn der Geber möchte ein Projekt.

»Denken in Projekten« ist im Fördermittel-Geschäft eine wichtige Grundhaltung. Ob Sie den »Trend zum Projekt« positiv oder negativ beurteilen, ist eine andere Frage. Fakt ist: Organisationen müssen in der Lage sein, überzeugende Projektvorschläge zu konzipieren und sich mit diesen zu bewerben. Ansonsten bekommen sie auch keine Fördermittel.