Wie funktioniert Projektförderung?

Seite 1: Geber, Förderschwerpunkte, Bedingungen

Institutionelle Geber und ihre Ziele

Eine Reihe von Institutionen vergibt Geld für gemeinnützige Zwecke. Dies können Stiftungen sein, aber auch staatliche Einrichtungen oder die Europäische Union. Diese institutionellen Geber haben Ziele, die sie verfolgen.

Manche Geber wie z. B. große Stiftungen haben eine Vielzahl von Zielen und Aktivitätsbereichen. Andere Einrichtungen verfolgen ein bestimmtes, eingegrenztes Ziel. Mein persönlicher Favorit aus der zweiten Kategorie ist übrigens die Deutsche Rockmusik Stiftung, mit der ich leider noch nie zusammengearbeitet habe.

Wichtig ist: Die Ziele dieser Institutionen sind in irgendeiner Form schriftlich festgehalten. Wo finden Sie Informationen darüber? Bei den meisten Stiftungen genügt ein Blick auf die Website, um zu erfahren, was der Zweck der Stiftung ist. Eine weitere Quelle ist z. B. die Satzung der Stiftung (wenn Sie eine hat). Die Ziele von staatlichen Einrichtungen werden stark von Gesetzen oder politischen Vorgaben beeinflusst. Auch die EU legt an verschiedenen Stellen fest, was die Ziele ihrer Politik sind. Ein Beispiel sind die sogenannten White Papers (Weißbücher), in denen die EU definiert, welchen Herausforderungen sich die Mitgliedsstaaten zuwenden sollten. Aus diesen Vorschlägen entstehen Aktionsprogramme, die Fördermittel für bestimmte Aktivitäten vergeben.

Förderschwerpunkte und -prioritäten

Abgesehen von Ihren Zielen veröffentlichen viele Geber genauere Förderschwerpunkte und -prioritäten. Hier wird formuliert, welche Themen und Aktivitäten gerade besonders gerne gefördert werden. Förderschwerpunkte können relativ konstant bleiben, sie können sich aber auch ändern. Ein Beispiel: Eine Stiftung bevorzugt in einem Jahr Projekte, die den demographischen Wandel thematisieren. Im nächsten Jahr liegt der Schwerpunkt auf der Förderung von Projekten zu dem Thema »Migration und Integration«.

Geber brauchen Partner

Institutionelle Geber sind in der Regel bürokratische Einrichtungen. Sie benötigen Partner, die ihre Ziele in praktische Aktivitäten umsetzen. Aus diesem Grund wählen die Geber Organisationen aus, die operativ tätig werden. Dafür erhalten die Organisationen Fördermittel, also Geld.

Beispiele:

Symbol: »Beispiel« (Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger)
  • Ein Bundesministerium hat das politische Ziel, die Integration von alleinerziehenden Müttern in den Arbeitsmarkt zu fördern; es vergibt Fördermittel an eine Bildungseinrichtung, die Fortbildungs- und Vermittlungsmaßnahmen für diese Zielgruppe anbietet.
  • Eine Stiftung möchte das bürgerschaftliche Engagement fördern. Sie vergibt Gelder an eine Bürgerinitiative.
  • Die EU will die Akzeptanz der erneuerbaren Energien fördern; sie fördert eine Informationskampagne, die gemeinsam von Non-Profit-Organisationen, Verbänden und Unternehmen umgesetzt wird.

Förderbedingungen

Fördernde Einrichtungen definieren nicht nur die Themen, zu denen sie fördern, sondern auch die Regeln, nach denen gefördert wird. Diese Regeln sind beispielsweise in den Förderbedingungen oder -grundsätzen der Einrichtungen oder Förderprogramme beschrieben. Manche Geber veröffentlichen zu diesem Zweck dicke Handbücher oder Leitfäden, in denen alles ganz genau erklärt ist.

Wenn Ihre Organisation danach strebt, mit dem Geber eine Partnerschaft einzugehen, dann müssen Sie sich gewissenhaft an diese Regeln halten. Das gleiche gilt übrigens auch für die Mitarbeiter/innen und sogar für die Entscheider/innen, die bei der fördernden Einrichtung arbeiten.

Beispiele für solche Regeln sind:

Symbol: »Beispiel« (Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger)
  • Eine Einrichtung fördert nur (vom Finanzamt anerkannte) gemeinnützige eingetragene Vereine.
  • Ein anderer Geber fördert niemals Personalkosten.
  • Ein dritter Geber fördert bestimmte Projekte nur, wenn mindestens drei verschiedene Organisationen am Projekt beteiligt sind und gemeinsam den Antrag stellen.