Einleitung

Seite 2: Fördermittel, Überblick

Hier jedoch noch ein paar aufschlussreiche Zahlen:

  • Im EU-Programm für bürgerschaftliches Engagement Europe for Citizens können Non-Profit-Organisationen aus Europa Anträge für Projekte stellen. Das Programm verfügt im Zeitraum von 2007 bis 2013 über ein Budget von 215 Millionen Euro.
  • Der Verein Aktion Mensch fördert eine Vielzahl von sozialen Projekten. Zu diesem Zweck müssen interessierte Organisationen und Initiativen ebenfalls einen Antrag einreichen. Aktion Mensch vergab im Jahr 2009 166 Millionen Euro an 13.517 Projekte.
  • Oder schon mal vom Umwelt- und Naturschutzprogramm der EU gehört? LIFE+ vergibt im Zeitraum 2007 bis 2013 etwa 1,7 Milliarden Euro an internationale Projekte.
  • Auch die größte deutsche Stiftung, die Robert-Bosch-Stiftung, fördert eine Vielzahl von Projekten Dritter. Allein im Jahr 2009 wurden auf diese Art und Weise 31 Millionen Euro vergeben.
  • Für Initiativen, die vorrangig von jungen Menschen unter 30 Jahren betrieben werden, ist das EU-Programm JUGEND IN AKTION interessant. Europäisches Budget für den Zeitraum 2007 – 2013: 885 Millionen Euro.
  • Organisationen, die im Bereich der Erwachsenenbildung tätig sind, können im EU-Programm GRUNDTVIG Anträge stellen für Projekte, Workshops und Fortbildungen. Das Budget für Deutschland allein beträgt im Zeitraum 2007 – 2013 280 Millionen Euro.
  • Weiterhin gibt es auch Preise und Wettbewerbe: In Zusammenarbeit mit der Deutschen UNESCO-Kommission stellt die Drogeriemarktkette dm für den Wettbewerb Ideen Initiative Zukunft insgesamt 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Mitmachen kann jeder, der eine gute Idee für die Welt von morgen hat.
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Das müssen Sie sich auf der Zunge zergehen lassen: Die genannten Summen sind bereits zur Seite gelegt worden. Sie sollen an Organisationen, Unternehmen und Initiativen vergeben werden, die einen überzeugenden Vorschlag machen, was man mit diesem Geld Nutzbringendes anstellen könnte.

Dies ist ein großer Unterschied zu Fundraising-Aktivitäten, die sich an Privatpersonen richten. Die wenigsten Menschen legen von vorneherein einen Teil ihres Einkommens zur Seite, um es für gemeinnützigen Organisationen zur Verfügung zu stellen. In der Regel müssen Privatpersonen erst gefunden, kontaktiert und überzeugt werden, bevor sie eine Organisation finanziell unterstützen. Das Geld der institutionellen Geber jedoch liegt herum und wartet. Auf Sie.

Überblick

Im weiteren Verlauf dieser Praxishilfe lernen Sie,

  • wie der Prozess der Bewerbung auf Fördermittel funktioniert,
  • wie institutionelle Geber Anfragen bewerten und auswählen,
  • wie Sie Ihr Vorhaben überzeugend darstellen, um Ihre Chancen zu maximieren,
  • wie Sie Fehler vermeiden, die bei der Beantragung von Fördermitteln häufig gemacht werden


Der erste Teil der Arbeitshilfe besteht aus einer kurzen Einführung in die Welt der Projektförderung. In zweiten Teil erfahren Sie mehr über allgemeine Prinzipien einer Antragstellung wie z. B. Tipps und Tricks für einen guten Schreibstil oder die Berücksichtigung formaler Anforderungen.

Im dritten Teil erhalten Sie Hinweise zu den einzelnen Teilen von Fördermittelanträgen (wie z. B. Selbstdarstellung, Projektziele, Öffentlichkeitsarbeit). Diese praxisorientierte Schreibschule soll Sie dabei unterstützen, einen guten Antrag auf Fördermittel zu schreiben. Diese Aufgabe ist von zentraler Bedeutung, wenn Sie Fördermittel einwerben wollen.

Im vierten Teil erfolgt ein Exkurs über die Budget- und Finanzplanung eines Projekts.

Dieser Ratgeber vermittelt allgemeine Methoden, die Sie bei einer Vielzahl von Ausschreibungen anwenden können. Ganz gleich, ob es sich um die Beantragung von Stiftungsgeldern, der Teilnahme an einem Ideenwettbewerb oder um Fördermittelprogramme von Vater Staat handelt. Auf Besonderheiten von einzelnen Gebern wie der EU und Stiftungen wird im fünften Teil gesondert eingegangen.

In den einzelnen Kapiteln zitiere ich Passagen aus bereits eingereichten oder geplanten Fördermittelanträgen. Diese Beispiele wurden mit dem ausdrücklichen Einverständnis der Antragsteller/innen zusammengestellt. Zum Teil wurden die Texte anonymisiert, gekürzt oder verändert.