EU-Fördermittel

Seite 2: Verwaltung

Wer verwaltet die Programme?

Allein die Klärung der Frage, wo man Informationen über ein EU-Programm findet und an wen man sich überhaupt wendet, kann eine ganze Menge Zeit in Anspruch nehmen. Planen Sie diese Zeit für die Recherche und die Orientierung im »EU-Förderdschungel« ein.

Verwaltung der Strukturfonds
Die Mittel der Strukturfonds werden von staatlichen Einrichtungen verwaltet und vergeben. Im Falle des Europäischen Sozialfonds ESF kann das z. B. ein Bundesministerium sein oder eine Landesbehörde. Die Informations- und Vergabepolitik dieser Einrichtungen ist manchmal wenig transparent: Es kann durchaus eine Herausforderung sein, an die entscheidenden Informationen zu gelangen. Eine Antragstellung kann aussichtslos sein, wenn Sie nicht von der verwaltenden Stelle mehr oder weniger direkt dazu aufgefordert werden. Manchmal werden Interessensbekundungsverfahren gestartet, auf die sich Ihre Organisation bewerben kann. In anderen Fällen werden die EU-Fördermittel direkt für Aktivitäten eingesetzt, was praktisch bedeutet, dass sich Ihre Organisation nicht darauf bewerben kann, weil es keine Ausschreibung gibt. Sie merken: Die Welt der EU-Strukturfonds ist bunt und vielfältig.

Verwaltung der Aktionsprogramme
Manchen Aktionsprogrammen sind sogenannte Nationalagenturen (National Agencies) in den Mitgliedstaaten zugeordnet. In Deutschland wurde z. B. 2011 das Programm LEONARDO und das GRUNDTVIG-Programm für Erwachsenenbildung vom Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn verwaltet und das Programm JUGEND IN AKTION von der Nationalagentur JUGEND für Europa, ebenfalls in Bonn.

Im Vergleich zur den EU-Strukturfonds sind die meisten Aktionsprogramme besser zugänglich. Auf den Webseiten der Nationalagenturen können Sie sich über Fördermöglichkeiten und Antragstermine informieren. Jede förderfähige Einrichtung kann Anträge einreichen, die dann bewertet werden.

In manchen Unteraktionen oder Maßnahmen der Aktionsprogramme müssen Sie sich zentral bewerben. Das bedeutet, dass Ihr Antrag nicht an die Nationalagentur, sondern nach Brüssel geschickt wird. In manchen Programmen gibt es sowohl zentrale als auch dezentrale Antragsmöglichkeiten. Ein Beispiele dafür ist das Programm Lebenslanges Lernen mit seinen vielen Unterprogrammen. Wichtig ist: wenn Sie sich mit einem Projekt zentral bewerben, können Sie durch den Brüsseler Institutionen keine oder nur eingeschränkte Beratungsleistungen erwarten. Unerfahrene Antragstelle/innen haben ohne intensive und professionelle Unterstützung praktisch keine Chancen auf Erfolg.

Zuletzt gibt es Programme, bei denen Sie sich ausschließlich zentral bewerben können. Beispiele sind das EU-Programm EUROPE FOR CITIZENS oder das Programm KULTUR. In Deutschland gibt es Einrichtungen (sogenannte Kontaktstellen), die über diese Programme informieren, aber keine Anträge entgegennehmen.