EU-Fördermittel

Seite 4: Mobilität

Was das passende Förderprogramm zu einer Idee angeht: Es ist hilfreich, sich einen groben Überblick über die geeigneten Förderoptionen zu verschaffen. Oft bieten die verwaltenden Stellen Informationsveranstaltungen an, um die Fördermöglichkeiten vorzustellen. Diese Angebote sollten Sie nutzen. Selbst wenn Sie eine phantastische Idee für ein Projekt haben, müssen sie aus dieser Idee ein Projektkonzept entwickeln, das mit den entsprechenden Förderbedingungen harmoniert. Die Entwicklung eines Projektkonzepts ohne Kenntnisse der Förderbedingungen ist in der EU-Förderbranche vergeudete Zeit.

Mobilität und internationale Zusammenarbeit

Viele EU-Förderprogramme bieten die Möglichkeit für Reisen und Auslandsaufenthalte. Beispiele sind Auslandspraktika für Auszubildende, Fachkräftereisen oder internationale Fortbildungs­kurse. Die EU möchte Mobilität fördern.

Zudem ermöglichen die Programme internationale Kooperationen: Organisationen aus verschiedenen europäischen Ländern entwickeln gemeinsam ein Bildungsangebot oder organisieren eine Konferenz. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Verständigung ist ein Grundgedanke der EU-Förderprogramme.

Dies heißt aber auch, dass die meisten EU-Projektformate Mobilität und internationale Zusammenarbeit erfordern. So können Sie ein multilaterales Projekt im Programm Lebenslanges Lernen nur beantragen, wenn im Rahmen des Projekts Organisationen transnational kooperieren. Projekte, die ausschließlich lokale oder nationale Aktivitäten beinhalten, sind nicht förderfähig.

Dies sei hier erwähnt, weil viele kleine Non-Profit-Organisationen sich genau das wünschen – sie suchen nach einer Möglichkeit, dass ihre Aktivitäten »vor Ort« gefördert werden, am besten durch die Finanzierung von Personalstellen. Und genau das ist in vielen EU-Programmen nicht möglich.

Es gibt allerdings auch Ausnahmen. So sind Mittel aus den EU-Stukturfonds zum Einsatz in den Mitgliedstaaten gedacht. Diese Mittel dürfen für lokale Aktivitäten eingesetzt werden, zum Beispiel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in einem bestimmten Gebiet. Die Frage ist, ob es Ihnen gelingt, an diese Mittel heranzukommen. Denn die Voraussetzungen für eine Bewerbung sind sehr hoch, Organisationen mit geringen Ressourcen haben kaum eine Chance. Sie erfüllen beispielsweise die Anforderungen der Kofinanzierung nicht.

Zudem werden in einigen Programmen auch kleinere lokale Projekte gefördert, z. B. im Programm JUGEND IN AKTION oder bei der Unterstützung von »Mikroprojekten« zur sozialen Stadtentwicklung. Da die Höhe der Förderung recht gering ist, ist eine nachhaltige Finanzierung von Personalstellen kaum möglich.

Viele EU-Förderprogramme zielen also darauf, sich mit anderen Akteuren auszutauschen, voneinander zu lernen und die Aktivitäten von Organisationen zu »internationalisieren«. Diese Förderpolitik ermöglicht die Durchführung von zusätzlichen Projekten, nicht die »Basisfinanzierung« einer Einrichtung. Behalten Sie dies im Hinterkopf, wenn Sie sich mit EU-Förderprogrammen beschäftigen. Wenn Sie klug eingesetzt werden, können EU-Mittel allerdings durchaus als zusätzliches Standbein zur Finanzierung einer Organisation beitragen.