EU-Fördermittel

Seite 7: Fehlerquellen, Internationale Zusammenarbeit

Häufige Fehlerquellen beim Schreiben in englischer Sprache

Vorsicht ist angebracht bei Begriffen, deren Bedeutung in verschiedenen Ländern variiert. So bezeichnet »Student« in Deutschland einen Studenten. Ein »student« kann in England auch ein Schüler oder ein Doktorand sein.

Weiterhin sind false friends gefährlich: Wörter, die gleich oder ähnlich klingen, aber eine unterschiedliche Bedeutung haben. Insofern sollte das erste Projekttreffen besser nicht im »bureau« vom »chef« stattfinden, denn es könnte die Frage aufkommen, was Sie im Büro des Kochs machen wollen (sie meinten wohl das Büro des Geschäftsführers).

Auch wortwörtliche Übersetzungen resultieren oft in Fehlern. Wenn man von einer staatlichen oder öffentlichen Schule in Deutschland spricht, so wäre die Übersetzung mit »public school« irreführend, denn dies wäre in England eine elitäre Privatschule.

Weiterhin ist das Bildungssystem in den verschiedenen europäischen Ländern unterschiedlich aufgebaut, und so existieren bei manchen Begriffen gar keine genauen Entsprechungen. So ist in Deutschland eine »Auszubildende« eine Person, die im Rahmen des dualen Ausbildungssystems ausgebildet wird. Dieses Ausbildungssystem gibt es in dieser Form in England nicht. Begriffe wie »apprentice« oder »trainee« haben in England eine leicht andere Bedeutung. Manchmal muss man bei einer Antragstellung einfach den Begriff wählen, der am besten passt und der von den meisten Beteiligten verstanden wird.

Internationale Zusammenarbeit

Sollten Sie ein EU-Projekt mit mehreren beteiligten Partnereinrichtungen beantragen wollen, die in ganz Europa verteilt sind, dann sind hier noch einige praktische Hinweise:

a) Partnersuche
Bei vielen EU-Projektformaten ist es eine formale Voraussetzung, dass Sie den Antrag gemeinsam mit Organisationen im europäischen Ausland stellen. Insofern ist es hilfreich, wenn Sie über ein gut ausgebautes internationales Netzwerk und viele persönliche Kontakte verfügen. Das Knüpfen solcher Kontakte ist ein essentieller Bestandteil der europäischen Projektarbeit. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wenn Sie kurz vor einer Antragstellung stehen, aber nicht die notwendige Anzahl von Projektpartnern beisammen haben, dann ist es oft zu spät. Denn der Aufbau eines solchen Netzwerks kann Monate oder Jahre dauern. Erfahrene EU-Projektmanager/innen verfügen deshalb über eine Vielzahl von Kontakten zu Organisationen, die zur Zusammenarbeit bereit sind und die für eine Antragstellung »aktiviert« werden können.

Wie baut man ein solches Netzwerk auf? Sie können an Projekten teilnehmen, die Mobilität fördern. Beispiele sind individuelle Fortbildungsmaßnahmen im Ausland oder Fachkräftereisen. Die EU bietet in vielen Programmen sogar Kontaktseminare an, die genau dem Zweck dienen, dass sich potentiell interessierte Antragsteller/innen kennenlernen. Die Teilnahme an diesen Veranstaltungen wird von der EU gefördert.

Wenn Sie auf internationaler Ebene tätig werden, können Sie damit rechnen, dass Sie Anfragen von Organisationen aus anderen Ländern erhalten. Manchmal geht es darum, bei Ihrem Projekt als Partner mitwirken dürfen, manchmal erhalten Sie das Angebot, Ihre Organisation an einem Projektantrag zu beteiligten. Generell rate ich Ihnen davon ab, einen Partner in ein Projektkonsortium aufzunehmen, den Sie nicht kennen.

b) Größe des Konsortiums
In vielen EU-Programmen ist eine Mindestzahl von teilnehmenden Einrichtungen und Ländern angegeben, die für eine Antragstellung notwendig sind. Oft haben Projekte, die bewilligt werden, eine größere Anzahl von teilnehmenden Einrichtungen als die angegebene Mindestzahl. Versuchen Sie herauszufinden, welche Anzahl von teilnehmenden Partnern und Ländern sie zusammenbekommen müssen, um nicht nur förderfähig, sondern auch »konkurrenzfähig« zu sein.

c) Akteursvielfalt
Die EU liebt die Akteursvielfalt und die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Es kann von Vorteil für eine Antragstellung sein, aus einer »bunten Truppe« von Organisationen, Unternehmen und Einrichtungen ein schlagkräftiges Team zu formen. Natürlich sollten die teilnehmenden Akteure einen Bezug zum Thema und dem Ziel des Projekts haben. Orientiert an ihren Kompetenzen übernehmen die einzelnen Partner bei der Projektabwicklung dann eine passende Rolle.

d) Kommunikation
Wenn Sie mit Menschen aus verschiedenen Ländern gemeinsam an einem Antrag arbeiten, dann sollten Sie besonders viel Zeit für die Kommunikation miteinander und den gemeinsamen Arbeitsprozess einplanen. Berücksichtigen Sie kulturelle Unterschiede in Zeitverständnis und Arbeitsweise.