EU-Fördermittel

Seite 1: EU-Fördermittel, Strukturförderung, Aktionsprogramme

Die EU ist ein Staatenverbund, der aus 27 Mitgliedstaaten besteht (Stand 2011). Wichtige Organe der EU sind der Rat der Europäischen Union und das Europäische Parlament. Die Europäische Kommission ist das Exekutivorgan der EU.

Ein Bestandteil der EU-Politik ist die Initiierung von internationalen Projekten durch die Vergabe von Fördermitteln. Über umfangreiche und langfristig angelegte Programme fördert die EU in den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen. Ein wichtiger Bereich sind beispielweise die Wissenschaften: Die EU finanziert das größte Forschungsförderungsprogramm der Welt. Zum anderen gibt es Förderprogramme für berufliche Bildung, für die Aktivitäten von jungen Menschen, für Erwachsenenbildung, für den schulischen Bereich, für soziale Integration, für den Umweltschutz, für Entwicklungszusammenarbeit – eigentlich für alles, was man sich nur vorstellen kann.

Die Förderung von Projekten ist ein wichtiges Instrument der EU-Politik. Die EU will auf diesem Wege neue Impulse in der europäischen Gemeinschaft setzen. Zudem haben EU-Projekte auch die Aufgabe, die Politik der EU für ihre Bürger/innen erlebbar zu machen. Es geht dabei um die persönliche Begegnung mit Menschen aus anderen Ländern und die transnationale Kooperation von Einrichtungen.

Der »Förderdschungel«

Wenn Sie planen, sich um EU-Gelder zu bewerben, werden Sie schnell bemerken, dass der Bereich der EU-Fördermittel aufgrund seiner Vielfalt sehr unübersichtlich ist. Dies zeigt sich auch daran, dass berufliche Weiterbildungen zum »EU-Fundraiser« entstanden sind. Sie sollen die Kenntnisse vermitteln, die benötigt werden, um sich in der EU-Förderlandschaft zu orientieren und Anträge zu schreiben.

Das Verfassen von EU-Anträgen ist somit eine »Wissenschaft für sich«. Wenn Sie aber einige grundlegende Prinzipien verstanden haben, dann können Sie sich auch ohne eine Zusatz­ausbildung an eine Antragstellung wagen. Sie sollten sich jedoch von einer Person unterstützen lassen, die in diesem Bereich Erfahrung hat.

Strukturförderung und Aktionsprogramme

Zuerst müssen Sie unterscheiden zwischen den EU-Stukturfonds und den Aktionsprogrammen.

EU-Strukturfonds
Die Strukturfonds sind Werkzeuge der EU-Regionalpolitik. Die Mittel aus diesen Fonds fließen nach bestimmten Regeln zurück in die Mitgliedstaaten und sollen dort Regionen mit »Strukturproblemen« unterstützen. Beispiele sind der Europäische Sozialfonds ESF oder der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung EFRE. Mittel der Strukturfonds können oft lokal eingesetzt werden, d. h. die Projekte brauchen nicht unbedingt eine starke internationale Komponente.

Aktionsprogramme
Diese fördern Maßnahmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums und dienen zur Erreichung von politischen oder wirtschaftlichen Zielen der EU. Beispiele sind das Programm Lebenslanges Lernen mit seinen verschiedenen Unterprogrammen oder das EU-Programm KULTUR. Bei vielen Aktionsprogrammen steht die Mobilität der europäischen Bürger/innen und die internationale Kooperation im Vordergrund. Größere Projekte müssen in der Regel von mehreren kooperierenden Organisationen aus verschiedenen Ländern durchgeführt werden.