EU-Fördermittel

Seite 3: Auswahl, Kofinanzierung, Vorgaben

Welches Förderprogramm kommt für Sie infrage?

Es existiert eine große Vielfalt an EU-Förderprogrammen. Mit ein bisschen Fantasie und Kreativität sollte Ihre Organisation in der Lage sein, ein Projektkonzept zu entwickeln, das in eines der Programme hineinpasst.

Hier ist eine Liste von EU-Programmen, die gerade für Non-Profit-Organisationen und soziale Einrichtungen interessant sein können:

  • GRUNDTVIG (Erwachsenenbildung),
  • LEONARDO (Berufsbildung),
  • JUGEND IN AKTION (Jugend),
  • EUROPE FOR CITIZENS (Bürgerschaft & politische Bildung),
  • LIFE+ (Umweltschutz),
  • der Europäische Sozialfonds ESF (Unterstützung von Menschen durch Ausbildung und Qualifizierung, arbeitsmarktbezogene Maßnahmen), inklusive der verschiedenen Unterprogramme und Maßnahmen.

Vorsicht Kofinanzierung

EU-Projekte benötigen in der Regel eine Kofinanzierung. Das bedeutet, dass ein bestimmter, prozentual definierter Anteil des Projektbudgets aus anderen (Nicht-EU-)Quellen stammen muss. Der Kofinanzierungsanteil kann 10 % betragen, aber auch 50 %. Akzeptierte Formen der Kofinanzierung sind beispielsweise staatliche Mittel oder Eigenmittel. Es ist nicht erlaubt, eine EU-Förderung in ein und demselben Projekt mit einer anderen EU-Förderung zu kombinieren.

Sie müssen bereits während der Antragstellung Angaben darüber machen, wie Sie das Projekt kofinanzieren werden. Berücksichtigen Sie die allgemeinen Hinweise zum Thema Kofinanzierung. Mehr als das: Ziehen Sie jemanden hinzu, der sich auskennt.

Die Kofinanzierung für ein EU-Projekt auf die Beine zu stellen, ist oft eine organisatorische und administrative Herausforderung. Viele Antragsstellungen kommen wegen der Kofinanzierung nicht zustande. Wenn Sie ein kleine Organisation sind, die nur über geringe Einnahmen verfügt, sollten Sie sich besser von der Idee verabschieden, ein größeres EU-Projekt zu beantragen. Die Auffassung, dass eine Organisation mit geringen Ressourcen »einfach so« ein paar EU-Millionen beantragen kann, ist ein Irrtum. Andererseits gibt es eine Vielzahl kleinerer Förderoptionen, die für Ihre Organisation wertvoll sein können. Manche Organisationen haben mit kleinen Projekten begonnen und sich im Verlauf einiger Jahre zu großen internationalen Projekten hochgearbeitet. Wenn Sie es so weit schaffen, können Sie auch Personalstellen mit EU-Geldern finanzieren. Wichtig ist, dass die »Europäisierung« der Aktivitäten ein geplanter und gewünschter Teil ihrer Organisationsentwicklung ist.

Formate und Vorgaben der EU-Förderung

Die meisten EU-Programme haben sehr genaue Vorgaben im Hinblick auf die Formate, in denen ein Projekt umgesetzt werden soll. So kann eine Fördermaßnahme nur Veranstaltungsformate fördern, eine andere nur Fortbildungen für benachteiligte Menschen.

Viele Organisationen haben eine Idee und möchten dann wissen, welches EU-Programm geeignet ist, um Gelder dafür einzuwerben. Manchmal suchen sie auch »einfach nur nach Geld« für ihre Aktivitäten. Wenn Sie so vorgehen, werden Sie wenig Erfolg haben, denn die EU fördert nur Projekte, die bestimmte Kriterien erfüllen. Institutionelle Förderungen gibt es selten.