Soziale Arbeit

Community Organizing und Soziale Arbeit

Soziale Arbeit und Community Organizing (CO) stehen in einer spannungsreichen Korrespondenzbeziehung. (1) C. Wolfgang Müller hat in seinem Buch »Wie Helfen zum Beruf wurde« rekonstruiert, wie die Soziale Arbeit auf dem Weg zu ihrer Professionalisierung ihren handwerklichen Kern immer wieder aus der Praxis Sozialer Bewegungen entfaltet hat. Für eine Verhältnisbestimmung von CO und Gemeinwesenarbeit (GWA) lässt sich mit Müller festhalten, dass hier, wie in der Sozialen Arbeit insgesamt, die Methoden »im historischen Prozess weder von den Trägern Sozialer Arbeit verordnet noch von Ausbildungsstätten Sozialer Arbeit aus vorgefundenen Theorie-Konstrukten abgeleitet wurden, sondern das sie in der experimentellen Praxis sozialer Reformbewegungen erfunden und entwickelt worden sind«. (2) Die derart gewonnenen methodischen Leitlinien wurden dann »von der ›öffentlichen‹ Sozialen Arbeit gern, zögernd, manchmal auch widerstrebend integriert«. (3)

Das Verweisungsverhältnis zwischen CO und professioneller GWA steht damit beispielhaft für die bedeutenden Einflüsse von Basisbewegungen auf die Entwicklung der Sozialen Arbeit hin zu einem Beruf, aber eben auch für die (gelegentlich schmerzende) Erkenntnis, dass die professionelle Soziale Arbeit selbst keine Soziale Bewegung ist. Dabei gibt es weder das CO noch die Soziale Arbeit, sondern in beiden Fällen eine Vielzahl von Konzeptionen und Einsatzfeldern. Die folgenden Ausführungen zur ambivalenten Beziehung von CO und Sozialer Arbeit erfolgen daher vereinfachend und holzschnittartig.

Zur Rezeption des Community Organizing in der Sozialen Arbeit in Deutschland

CO wurde, allerdings in einer unpolitischen Variante, in den USA nach dem Ersten Weltkrieg in den professionellen Bereich der Sozialen Arbeit aufgenommen und erlangte als dritte sozialarbeiterische Methode Bedeutung neben der Einzelfallhilfe und der Gruppenarbeit. (4) Dieses Trinitätsmodell Sozialer Arbeit übernahm man in Deutschland in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Insbesondere durch die Rezeption des 1955 erschienen Lehrbuchs von Murray G. Ross »Community Organization – Theory and principles« (5), wurde die GWA mit CO gleichgesetzt und als dritte Me-thode der Sozialen Arbeit eingeordnet. (6)

Im Zuge einer gerade durch die Einflüsse der Studenten/innenbewegung Ende der 1960er Jahre stärker politisierten Sozialen Arbeit wurden dann Adaptionen eines ganz anderen, aggressiveren CO-Verständnisses diskutiert, wie es maßgeblich von Saul D. Alinsky vertreten wird. 1971 erschien erstmals ein von Müller ins Deutsche übersetzter Auf-satz Alinskys »Die Rolle informeller Führer beim Aufbau von Volksorganisationen«. (7) Alinsky hatte in den 1940er Jahren ein differenziertes Set von Prinzipien, Regeln, Methoden und Strategien entwickelt, um die Bewohner benachteiligter Stadtteile als organisierte Bürger/innen zu ermächtigen. Dabei handelt es sich um ein aus der Tradition der Gewerkschafts- und Bürgerbewegungen der USA heraus entwickeltes Konzept, »welches soziale Bewegungen durch Herausstellen von Interessengegensätzen und durch erlaubtes Unrecht in Gang zu setzen« (8) versuchte. Kernintention des CO im Sinne Alinskys ist es, Menschen zu ermöglichen, »wirklichen Einfluss auf Entscheidungen und auf Strukturen, die die Menschen unmittelbar betreffen, zu nehmen«. (9)

Grundprinzipien:

  • Bemächtigung entmachteter oder ohnmächtiger Menschen und die Erlangung von Macht (Power),
  • Aufbau von Community-basierten Bürgerorganisationen als Machtbasis (Power Base) zur Durchsetzung von Interessen und
  • Veränderung benachteiligender Strukturen (Change). (10)

CO bildete – neben marxistischen Gesellschaftstheorien – einen zentralen Referenzpunkt für die in den 1960er und 1970er Jahren aufblühenden Entwürfe einer gesellschaftskritischen GWA in Deutschland. Deren Ausgangspunkt war eine Kritik an der Individualisierung gesellschaftlicher Problemlagen und an einer expertendominierten Entmündigung der Adressaten durch den Sozialstaat. »Der Begriff des Gemeinwesens gewann in dem Moment an sozialpädagogischer Bedeutung, in dem klar wurde, dass eine ausschließliche Betrachtung von ›sozialpädagogischen‹ Einzelfällen oder ›Klientengruppen‹ fachlich unzureichend ist, es also methodischer Erweiterungen der sozialpädagogischen Per-spektive bedurfte, die die Bedeutung gesellschaftlicher Strukturen für individuelle Ausgrenzungsprozesse reflektierte und versuchte, dort an gesellschaftlichen Strukturen anzusetzen, wo dies sozialpädagogisch möglich ist: im unmittelbaren Umfeld der Adressat/innen, im ›Gemeinwesen‹«. (11) Die stark durch das CO beeinflusste GWA war somit auch Ausdruck einer Kritik an der Profession und Disziplin Sozialer Arbeit selbst, indem die GWA über einen stärkeren Umfeldbezug eine Überwindung individualisierender Methoden in der Sozialen Arbeit einforderte.

Mitte der 1990er Jahre erfolgte dann erneut eine verstärkte Rezeption des CO in der Sozialen Arbeit in Deutschland, ausgelöst durch eine Diplomarbeit von Marion Mohrlok u. a., in der ein systematischer Vergleich der deutschen Gemeinwesenarbeit mit dem nordamerikanischen CO vorgenommen wurde. (12) Die darin formulierten Kritiken an der Praxis der deutschen GWA führten zu zum Teil heftigen Kontroversen zwischen vermeintlichen »alten Hasen« und »jungen Hüpfern« der deutschen Gemeinwesenarbeitsszene. (13)

Während der Einfluss von Alinskys Werk für die Entwicklung der bundesdeutschen GWA wegweisend war (14) und einige Maximen, wie z. B. die Orientierung am Eigeninteresse und die Verschiebung von der Defizit- zur Stärkenperspektive, Eingang in viele Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit genommen haben, ist eine konsequent auf den Organisationsaufbau von Bürgerforen und Bürgerplattformen abzielende Praxis der Profession Soziale Arbeit bis auf wenige Ausnahmen (15) nicht in Sicht. Rudolph Bauer und Peter Szynka beschreiben den deutschen Umgang mit CO und Alinskys Schriften als Nicht-Rezeption und kritisieren, dass der Ansatz »in der Sozialen Arbeit hierzulande keine theoretisch-konzeptionelle und praktisch-richtungsweisende Resonanz gefunden hat«. (16) Die Bezugnahme auf CO in der Theoriebildung und der Praxis der deutschen Sozialarbeit bleibt eher die Ausnahme als die Regel.

Impulse des Community Organizing für die Soziale Arbeit

Mit Bezugnahme auf CO lassen sich zentrale Begrifflichkeiten Sozialer Arbeit präzisieren:

Beteiligung findet nicht nachgeordnet-informierend statt, sondern meint im CO die Beteiligung von Bürger/innen an der Aufstellung eines gemeinsamen Aktionsprogramms und an möglichst machtvollen Aktionen zur Umsetzung dieses Programms. Mit der radikalen Orientierung am Eigeninteresse der Menschen lässt sich auch der Aktivierungsbegriff in der Sozialen Arbeit schärfen: Aktivierung bedeutet nicht extrinsische Motivation, sondern die Erkundung vorhandener Aktivitätsbereitschaft und Erforschung der Eigeninteressen der Menschen. (17)

Insbesondere für die Entwicklung einer bürgergesellschaftlichen Perspektive Sozialer Arbeit hält CO wertvolle Hinwei-se bereit. CO betont die Bedeutung organisierter zivilgesellschaftlicher Formationen nahe an der Lebenswelt der Menschen in ihren Stadtteilen für eine korrigierende Beeinflussung der Akteure in Staat und Wirtschaft. (18) CO beruht »auf einer dauerhaften, vielfältigen Allianz zivilgesellschaftlicher Institutionen, die an bestimmten Orten arbeitet, um soziale und ökonomische Veränderungen zu bewirken und während dieses Prozesses Bewohner zu Bürgern macht«. (19)

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Mit der Orientierung am CO bietet sich der Sozialen Arbeit die Möglichkeit, die Erkenntnis in professionelles Handeln zu übersetzen, dass die Substanz der Bürgergesellschaft nicht in Selbsthilfe, sondern in Selbstorganisation liegt. (20)

Denn der nebulöse Begriff der Selbstorganisation wird im CO konsequent verstanden als Aufbau von lebensweltlich basierten bürgergesellschaftlichen Zusammenschlüssen. Mit CO liegt ein elaborierter Ansatz zur Förderung zivilgesellschaftlicher Organisationsbildung vor. Daraus können für die Soziale Arbeit Orientierungsmarken entwickelt werden für die Unterstützung kollektiven Bürgerhandelns in Form von nahräumlich basierten zivilgesellschaftlichen Vereinigungen. Diese sind für die Zivilgesellschaft zentral, weil nur darüber gewährleistet werden kann, dass die Bürger/innen nicht als Einzelne in ihrem bürgergesellschaftlichen Engagement angesprochen werden, sondern als kollek-tive Akteure. Durch die regelmäßigen Schulungen der aktiven Bürger/innen und das Handeln als Bürger/in werden im CO die individuellen und assoziativen zivilgesellschaftlichen Kompetenzen systematisch erweitert.

Damit konkretisiert das CO die sozialpädagogische Suchbewegung vom Klienten zum Bürger und bietet auch Hinweise für die Gewinnung eines sozialpädagogischen Bildungsbegriffs: Soziale Arbeit als Befähigung zur/m Bürger/in. Denn auch Alinsky begreift die Funktion der Bürgerorganisationen letztlich als umfassenden Bildungsprozess: »Im Grunde ist das Ziel, das jede demokratische Bewegung anstreben muß, das Endziel der Demokratie schlechthin: Volksbildung. … Der eigentliche Zweck und Charakter einer Bürgerorganisation ist erzieherischer Natur«. (21)

So lässt sich aus dem CO heraus ein umfassender bürgergesellschaftlicher Befähigungs- und Ermöglichungsauftrag Sozialer Arbeit entwickeln, der zwei Aktivierungsrichtungen beinhaltet:

  • Befähigung von Menschen als Bürger/innen zu handeln: Aufgabe Sozialer Arbeit in diesem Zusammenhang ist es, demokratische Lern- und Bildungsprozesse der Bürger/innen zu initiieren, zu erproben und aufrechtzuerhalten: Das bedeutet eine Förderung der bürgerschaftlichen Kompetenzen von Individuen wie auch von zivilgesellschaftlichen Zusammenschlüssen.
  • Verbesserung der zivilgesellschaftlichen Umfeldbedingungen: Die Teilhabechancen der Bürger/innen sind maßgeblich von der partizipativen Offenheit der Institutionen abhängig. Die Soziale Arbeit ist daher aufgefordert, auch die institutionellen Ermöglichungsräume für zivilgesellschaftliches Handeln auszudehnen. (22)

Darüber hinaus kann das CO ein wichtiges Korrektiv gerade für sozialraumorientierte Konzeptionen Sozialer Arbeit sein, weil es die hier gelegentlich erfolgenden thematischen und territorialen Verengungen verdeutlicht. CO steht für die Überwindung einer in der Sozialraumorientierung zum Teil anzutreffenden übertrieben unflexiblen Kleinräumigkeit und öffnet den Raumbezug vom Stadtteil hin zu einer kommunalen und regionalen Perspektive.

Der klassische Arbeiter/innenstadtteil als Wohnviertel von Menschen in gleicher Klassen- und Interessenlage ist Geschichte. Aufgrund sich immer weiter ausdifferenzierender Milieus und Lebenspraktiken kann auch im selben Stadtteil zunehmend weniger von gemeinsamen Problemlagen und daraus resultierenden ähnlichen Interessenlagen ausgegangen werden. Daher sind größere und fluidere Raumbezüge vorteilhaft, wie sie im CO unter der Chiffre Broad-based-Organizing verwendet werden. Edward Chambers, der Nachfolger Alinskys, begründet die Einführung des Begriffs Broad-based-Organizing in den 1980er Jahren damit, dass die nachbarschaftliche Community in der modernen Welt als Territorium für das Organizing zu eng geworden sei. (23) Broad-based-Organisationen arbeiten »meist stadtweit, manchmal sogar regional, niemals aber nur stadtteilweit«. (24)

CO verflüssigt nicht nur Raumgrenzen, sondern auch disziplinäre Trennlinien. Es überschreitet die Grenzen zwischen Sozialer Arbeit, Erwachsenenbildung, partizipativer Stadtplanung, Engagementförderung sowie gewerkschaftlicher Organisation und Bürgerbewegung. Es geht in seinen Themen deutlich über das Soziale hinaus und bearbeitet z. B. auch Fragen der wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Entwicklung von Stadtteilen und Kommunen. Damit rückt es in den Blick, dass die Gestaltung von Lebenswelten aufeinander abgestimmte Aktivitäten in ganz verschiedenen Handlungsfeldern benötigt. Das erfordert von einer Sozialen Arbeit, die die Gestaltung von Lebenswelten als fachliche Perspektive ernst nimmt, eine eindeutigere Bereitschaft zu interdisziplinärem Planen und Handeln, wie es beispielsweise im Kontext der integrierten Stadtteilentwicklung erprobt wird.

Neben dieser Flexibilisierung des Raumbezugs und des thematischen Bezugs liegt ein weiterer wichtiger Hinweis für die Raumbezüge Sozialer Arbeit im Begriff Community selbst. Denn die in der deutschen Alltagssprache wenig verwurzelten und damit unklaren Begriffe Gemeinwesen und in den letzten Jahren vermehrt der Sozialraum haben in der Sozialen Arbeit neben einer als »Territorialisierung des Sozialen« (25) kritisierten territorialen Engführung auch eine lebensweltliche, Institutionen ausklammernde Engführung des Raumbezugs Sozialer Arbeit begünstigt. Damit aber droht eine Verkürzung der sozialpädagogischen Aktivierung auf eine Bürger/innenaktivierung ohne Institutionenaktivierung.

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

Unter Rückgriff auf den Begriff Community der Chicago School of Sociology lässt sich für die Soziale Arbeit ein umfassenderer Sozialraumbezug erhalten, der den Raum immer als Ansammlung sowohl von Menschen aber eben auch von Institutionen begreift, und der gleichzeitig sowohl eine administrativ-formelle wie lebensweltlich-informelle Bedeutung aufweist. (26)

Auch für den institutionellen Rahmen der Sozialen Arbeit – die Wohlfahrtsverbände – lassen sich Hinweise aus dem CO gewinnen. Szynka hat in diesem Zusammenhang Vorschläge entwickelt, wie die Qualitätskriterien des CO auch hier fruchtbar gemacht werden können. Er ist überzeugt, dass der Schritt der Sozialen Arbeit von der Semi-Profession hin zur Profession dann vollzogen werden kann, wenn die Sozialarbeiter/innen im Sinne Alinskys mehr Führungskompetenzen ausbilden und einen stärkeren Führungsanspruch in den Wohlfahrtsorganisationen erheben. Daneben biete der Referenzpunkt CO den Wohlfahrtsverbänden als Trägern Sozialer Arbeit die Möglichkeit, sich stärker wieder an das zu erinnern, als was sie ursprünglich gestartet sind: eine mitgliederbasierte soziale Verbändebewegung. Darüber hinaus weist Szynka auf die Notwendigkeit einer klaren Sprache bei der sozialpolitischen Einmischung der Verbände hin, die die Machtverhältnisse der Gesellschaft nicht verschleiert, sondern zugänglich macht. (27)

Ist Community Organizing Soziale Arbeit?

Die Frage, ob überhaupt und wenn ja, unter welchen Umständen die Praxis des CO integraler Bestandteil der Probleme, Haltungen, Ziele, Techniken und Verfahren dessen sein kann, was als die generelle Praxis Sozialer Arbeit charakterisiert wird, ist keineswegs neu und wurde z. B. von Kenneth Pray schon im Jahr 1948 erörtert. (28) Im Folgenden werden Divergenzen zwischen dem CO in der Tradition Alinskys und der Profession Soziale Arbeit diskutiert, und Ursachenforschung für die insgesamt geringe Resonanz des CO in der Sozialen Arbeit betrieben.

CO liegt in mehrfacher Hinsicht quer zur Verfasstheit deutscher Wohlfahrtsstaatlichkeit. Speziell die von Alinsky geprägte Vorgehensweise des CO ist von ihrem Selbstverständnis her ausdrücklich nicht dem sozialstaatlichen Arran-gement zuzuordnen. Vielmehr resultiert Alinskys Methode aus einer grundsätzlichen Kritik an staatlicher Wohlfahrt, der er Wohlfahrtskolonialismus vorwirft. Dieser Kolonialismus äußere sich darin, »einer definierten Zielgruppe Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Existenz von außen überzustülpen«. (29) In bewusster Abgrenzung zur Sozialen Arbeit hat er daher einen eigenständigen Ansatz entwickelt, der nicht bei der Entwicklung sozialer Angebote und Dienstleistungen in benachteiligten Stadtteilen stehenbleiben will, sondern darauf angelegt ist, weitreichende positive Veränderungen in den Lebensverhältnissen der Menschen zu erreichen: »… die Beseitigung kollektiver sozialer Probleme in der Wohn- und Arbeitswelt der Menschen«. (30)

Für Alinsky ist staatlich organisierte Soziale Arbeit eher Teil des Problems als Teil der Lösung gesellschaftlicher Un-gleichheiten. Er grenzt seinen CO-Ansatz scharf von fürsorglich-affirmativen Praxen Sozialer Arbeit ab, wenn er Sozialarbeiter/innen vorwirft: »They organize to get rid of four-legged rats and stop there; we organize to get rid of four-legged rats so we can get on to removing two-legged rats«. (31)
Dieser distanzierten Haltung zur Sozialen Arbeit folgend gibt es auch in der deutschsprachigen Veröffentlichung zum CO »Forward to the roots« den Abschnitt »Abgrenzung zur sozialen Arbeit«. (32) Damit Bürger/innen die notwendige souveräne Macht erlangen können, um strukturelle Veränderungen ihrer Lebenssituation herbeizuführen, müssen sie sich dem staatlichen Paternalismus entziehen, indem sie sich selbst organisieren und ihre Organisation konsequent unabhängig machen von staatlicher Förderung.

Symbol: »Tipp« (eine stilisierte Glühbirne)

CO verortet sich bewusst außerhalb des wohlfahrtsstaatlichen Systems, allein den Mitgliedern der Bürgerorganisationen und ihren Zielen verpflichtet als unabhängige Gegenmacht.

Um der Vereinnahmung durch die Kontrolle Dritter zu entgehen, ist daher eine möglichst staatsunabhängige Finanzie-rung unverzichtbares Kriterium für Organisationen – und damit auch für die hauptamtlichen Organizer. (33) Die Entloh-nung der Organizer stützt sich auf die Beiträge der Mitglieder und Mitgliedsinstitutionen sowie Stiftungsmittel. Damit verlässt das CO den für Soziale Arbeit gewohnten Rahmen subsidiärer Finanzierung durch den Wohlfahrtsstaat. Dieser Rahmen besteht in dem für die Soziale Arbeit konstitutiven sozialrechtlichen Leistungsdreieck aus Leistungserbringer, Leistungsempfänger/in und Kostenträger der Leistungen: Jede Dienstleistung, die die Soziale Arbeit erbringt, kostet Geld und muss somit finanziert werden. In den meisten Fällen wird diese Leistung nicht direkt von den Bürger/innen als Leistungsempfänger/innen bezahlt, da diese häufig nicht über die finanziellen Möglichkeiten verfügen. Vielmehr ist der Kostenträger das Versicherungssystem oder der (kommunale) Staat.

Das tiefe Misstrauen in der nordamerikanischen CO-Tradition gegenüber wohlfahrtsstaatlichem Handeln und wohlfahrtsstaatlicher Finanzierung ist durch die in den USA nur schwach ausgeprägte sozialstaatliche Absicherung von Lebensrisiken durchaus nachvollziehbar. Allerdings läuft man bei der Übertragung des CO nach Deutschland Gefahr, sich relativ unsensibel für die Errungenschaften der kontinentaleuropäischen Wohlfahrtsstaatlichkeit zu zeigen. Mit der pauschalen Verortung der Sozialen Arbeit als verlängerter Arm einer alimentierenden, paternalistischen und kolonialisierenden staatlichen Wohlfahrtsbürokratie bekommt das CO die mit der Alltagswende in der Sozialen Arbeit verbundenen emanzipatorischen Entwicklungen nur schwerlich in den Blick. Wenngleich Soziale Arbeit strukturell dem Dilemma des doppelten Mandats aus Hilfe und Kontrolle unterworfen bleibt, wird dort keineswegs nur eine bewusstlose Affirmation der gesellschaftlichen Verhältnisse betrieben. Die sich zunehmend z. B. unter den Etiketten Lebensweltorientierung, Sozialraumorientierung und integrierter Stadtteilentwicklung kleinräumiger und lebensweltnäher organisierenden sozialen Dienste bieten hier auch aus der Perspektive des CO Andockstellen für die stärkere Betonung des Bürger/innenwillens.

Die ablehnende Haltung des CO gegenüber sozialstaatlicher Finanzierung bei einer gleichzeitigen Offenheit für finanzielle Unterstützung durch Unternehmensstiftungen weist zudem eine nicht unproblematische Nähe zur neoliberalen »Privat vor Staat-Rationalität« auf. Dass die Finanzierung von Bürgerorganisationen durch die finanziellen Mittel von Stiftungen profitorientierter Weltkonzerne automatisch höhere Autonomie mit sich bringt, darf zumindest bezweifelt werden. Eine weitere Problematik der latenten anti-wohlfahrtsstaatlichen Perspektive im CO wird von Sandra Land-häusser aufgezeigt. Sie kritisiert an Alinskys CO-Ansatz, dass er »die Verantwortung für gesellschaftliche Veränderung in die Hände der benachteiligten Personen selbst legt«. (34) Damit werde eine Responsibilisierung benachteilig-ter Akteure statt benachteiligender Situationen betrieben. Gegen die abhängig machenden Tendenzen des Sozialstaats setze das CO, so der Vorwurf, zu einseitig auf außerstaatliche Akteure und trage so dazu bei, den Staat aus seiner sozialstaatlichen Verantwortung zu entlassen. Carsten Müller und Peter Szynka sind gegensätzlicher Auffassung: »Eine mittels CO gebildete starke Bürger-Organisation nimmt die Verantwortlichen in Staat und Gesellschaft in die Pflicht«. (35)

Mit diesen Positionen sind die unterschiedlichen Ausgangspositionen von CO und Sozialer Arbeit in Bezug auf Wohlfahrtsstaatlichkeit und kommunalpolitische Wirksamkeit gut markiert. CO steht dafür, aus einer staatsunabhängigen Position heraus die permanente Anpassung von Institutionen (des Wohlfahrtsstaats) an die Bedarfe der Bürger/innen einzufordern. Aus der Perspektive der Sozialen Arbeit erreicht CO hingegen den schwerfälligen »Tanker« der Sozialbürokratie zu wenig, weil es nicht im System der kommunalen Hilfen verankert ist – dort aber liegt das Geld.

Alinskys kompromisslose Parteilichkeit für die Benachteiligten folgt einer »dichotomischen Logik eines ›Ausbeuter-Ausgebeuteten-Verhältnisses‹«. (36) Die Grundkontroverse der Sozialen Arbeit, also die Frage nach sozialer Veränderung im Lebensinteresse der Menschen oder soziale Reform im Interesse des Systemerhalts in die eine oder andere Richtungen aufzulösen, wäre jedoch ein naives Unterlaufen des Stands der Theoriebildung der letzten Jahrzehnte. Die Frage bleibt konstitutiver Bestandteil der Sozialen Arbeit.

Die Möglichkeiten der Sozialen Arbeit, den Widerstand der »Entrechteten« gegen das System zu organisieren, dürften aufgrund ihrer eigenen Abhängigkeitsverhältnisse zum Staat und ihrer mit dem doppelten Mandat verbundenen ambivalenten Funktion allerdings begrenzt sein. Denn Sozialer Arbeit ist es als Bestandteil staatlicher Wohlfahrt strukturell unmöglich, jener staatsunabhängige gesellschaftliche Ort zu sein, den das professionelle CO zwingend als Voraussetzung angibt. Durch die grundsätzliche Opposition zu staatlichen und institutionellen Organisationsformen bietet CO der Sozialen Arbeit keine systematische Perspektive darauf, welche unterstützende Funktion sie als institutionelle Absicherung des Zusammenspiels von informell gebildeter öffentlicher Meinung durch CO und institutionalisierten Beratungen in der Wohlfahrtsbürokratie einnehmen könnte.

Fazit

Das CO in der Tradition Alinskys sollte in Anerkennung der Ausgangsbedingung der staatlichen Unabhängigkeit der Bürgerorganisationen nicht der Profession Soziale Arbeit zugerechnet werden. Soziale Arbeit kann bestenfalls Elemente des CO in ihr professionelles Handeln übernehmen. Entsprechend hat es Dieter Oelschlägel auf den Punkt gebracht: »Klar ist: CO ist nicht Sozialarbeit. CO hat als organisierende Kraft die größere Wirksamkeit außerhalb der Sozialen Arbeit«. (37)

Die theoretische und praktische Auseinandersetzung mit CO kann der Sozialen Arbeit allerdings wichtige Impulse liefern, für die Entwicklung einer lebensweltorientierten professionellen Praxis, die über die bloße Affirmation bestehender Verhältnisse hinausgeht. Hans Thiersch hat darauf hingewiesen, dass die Soziale Arbeit als Organ einer tendenziell auf soziale Demokratie hin orientierten Gesellschaft eine normative, demokratietheoretische Verortung benötigt: »Soziale Arbeit ist gesellschaftlich verwurzelt in einer auf Veränderung und auf ihr protestatives Potenzial hin ausgelegten Demokratietheorie«. (38) Für diese Verortung von Funktion und Selbstverständnis der Sozialen Arbeit als ein demokratieförderndes Organ der Gesellschaft hält das CO markante Wegweiser bereit.

Neben der für Soziale Arbeit generell geltenden Anforderung zur Adressatenpartizipation fordert CO die Soziale Arbeit auf, z. B. den potenziellen Entmündigungscharakter sozialarbeiterischer Intervention, kritisch zu hinterfragen. Gerade für die aktuellen Fachdiskussionen der Sozialen Arbeit über Entwicklungen im Bereich der GWA und der Sozialraum-orientierung zwischen Tendenzen harmonistischer Systemaffirmation durch das Erzeugen lokaler Gemeinschaftlichkeit versus einer auch an widerständigen Interessen orientierten Gestaltung von Lebenswelten, insbesondere auch mit benachteiligten Bevölkerungsgruppen, bildet das CO eine wichtige kritische Analysefolie.

Symbol: »Wichtig« (ein Ausrufezeichen in einem blauen Kreis)

Mit der aus dem CO abgeleiteten Zielperspektive einer Befähigung zur Bürger/in oder zum Bürger/in-Sein kann es gelingen, den in der Sozialen Arbeit dominierenden problemzentriert-fürsorgerischen Sichtweisen eine zivilgesellschaftlich fundierte Entwicklungsperspektive hinzuzufügen: die Ermöglichung von machtvoller Teilhabe bei der Gestaltung von Lebenswelten durch professionelle Soziale Arbeit.

Anmerkungen

(1) Vgl. Müller, Carsten/Szynka, Peter (2010): Community Organizing. In: Enzyklopädie Erziehungswissenschaft Online (EEO). www.erzwissonline.de/fachgebiete/soziale_arbeit/beitraege/14100124.htm; ein Auszug des Artikels findet sich in der vorliegenden Publikation wieder abgedruckt.

(2) Müller, C. Wolfgang (2009): Wie Helfen zum Beruf wurde. Eine Methodengeschichte der Sozialen Arbeit. Weinheim und München, S. 8-9.

(3) Ebd., S. 9.

(4) Vgl. May, Michael (2011): Sozialraumbezogene Methoden. In: Otto, Hans-Uwe/Thiersch, Hans (Hrsg.): Handbuch Soziale Arbeit. München, S. 1518.

(5) Vgl. die deutsche Ausgabe: Murray, Ross et al. (1971): Gemeinwesenarbeit: Theorie, Prinzipien, Praxis. Freiburg i.Br.

(6) Vgl. Oelschlägel, Dieter (1995): Die dritte Welle. Einige Bemerkungen zu Community Organization. In: Sozial Extra, Nr. 1/2, S. 26.

(7) Vgl. Müller, C. Wolfgang/Nimmermann, Peter (Hrsg.) (1971): Stadtplanung und Gemeinwesenarbeit. Texte und Dokumente. München.

(8) May (2011), S. 1519.

(9) Penta, Leo/Sander, Susanne (2007): Community Organizing und Bürgergesellschaft. In: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegung, Heft 2, S. 161-165, S. 161.

(10) Vgl. Mohrlok, Marion (1994): Power, Pep und Politik. Community Organizing – wirklich nur ein alter Hut? In: Sozial Extra, Nr. 6, S. 2.

(11) Sandermann, Philipp/Urban-Stahl, Ulrike (2008): Sozialraumorientierung oder Gemeinwesenorientierung? Begriffliche Entgrenzungen in der Debatte um Sozialraumorientierung in der Jugendhilfe und ihre Folgen. In: Rundbrief Integrierte Erziehungshilfen 2, S. 13.

(12) Vgl. Mohrlok, Marion/Neubauer, Michaela/Neubauer, Rainer/Schönfelder, Walter (1993): Let’s Organize! Gemeinwesenarbeit und Community Organization im Vergleich. München.

(13) Vgl. die aufeinander Bezug nehmenden Beiträge in Sozial Extra von Hinte, Wolfgang (1993): Die mit den Wölfen tanzen. In: Sozial Extra, Nr. 7-8, S. 9-12; Mohrlok 1994 a. a. O.; Brand, Ralf (1994): Die die Wölfe tanzen lassen. In: Sozial Extra, Heft Juni, S. 3-4; Hinte, Wolfgang (1994): Fast Food als Vitaminspritze. Was ist wirklich neu am Community Organizing? In: Sozial Extra, Nr. 6, S. 4-5; Oelschlägel 1995, a. a. O.

(14) Vgl. Szynka, Peter (2005): Professionalität und die Kriterien für gute Arbeit bei Saul D. Alinsky (1909–1972). In: Widersprüche, H. 96, S. 61.

(15) Siehe die Beispiele in vorliegendem Band.

(16) Bauer, Rudolph/Szynka, Peter (2004): Wer war Saul. D. Alinsky? In: Odierna, Simone/Berendt, Ulrike (Hrsg.): Gemeinwesenarbeit. Entwicklungslinien und Handlungsfelder. Neu-Ulm, S. 34.

(17) Vgl. Hinte, Wolfgang (2005): Gemeinwesenarbeit – zeitgenössische Verirrungen in der aktuellen Diskussion. In: Thole, Werner/Cloos, Peter/Ortmann, Friedrich/Strutwolf, Volkhardt (Hrsg.): Soziale Arbeit im öffentlichen Raum. Wiesbaden, S. 156.

(18) Vgl. Penta, Leo (2007): Die Macht der Solidarität. In: Penta, Leo (Hrsg.): Community Organizing. Menschen verändern ihre Stadt. Hamburg, S 103.

(19) Jamoul, Lina (2007): Handwerkszeug für Community Organizer. In: Penta, Leo (Hrsg.): Community Organizing. Menschen verändern ihre Stadt. Hamburg, S. 224.

(20) Vgl. Pates, Rebecca/Fach, Wolfgang (2004): Zivilgesellschaft. In: Bröckling, Ulrich/Krasmann, Susanne/Lemke, Thomas (Hrsg.): Glossar der Gegenwart. Frankfurt/Main, S. 318.

(21) Alinsky, Saul D. (1999): Anleitung zum Mächtigsein. Göttingen, S. 106.

(22) Vgl. Fehren, Oliver (2008): Wer organisiert das Gemeinwesen? Zivilgesellschaftliche Perspektiven Sozialer Arbeit als intermediärer Instanz. Berlin.

(23) Vgl. Chambers, Edward (2003): Roots for Radicals: Organizing for Power, Action, Justice. New York.

(24) Mohrlok, Marion (2001): Die Politik beginnt bei den Leuten! – Organizing im Stile der »Industrial Areas Foundation«. http://www.stadtteilarbeit.de/themen/theorie-stadtteilarbeit/communityorganizing-76/137-industrial-areas-foundation.html (letzter Aufruf 25.09.2014), S. 2.

(25) Vgl. Kessl, Fabian/Otto, Hans-Uwe (2007) (Hrsg.): Territorialisierung des Sozialen. Regieren über soziale Nahräume. Opladen und Farmington Hills.

(26) Vgl. Fehren, Oliver (2009): Was ist ein Sozialraum? – Annäherungen an ein Kunstwerk. In: Soziale Arbeit, Nr. 8, S. 286-293.

(27) Vgl. Szynka (2005), S. 72.

(28) Vgl. Pray, Kenneth L. M. (1948/2003): When is Community Organization Social Work Practice? In: Journal of Community Practice, Vol. 11 (3), S. 91.

(29) Szynka, Peter (2006): Theoretische und Empirische Grundlagen des Community Organizing bei Saul D. Alinsky (1909–1972). Bremen, S. 173.

(30) Mohrlok, Marion/Neubauer, Michaela/Neubauer, Rainer/Schönfelder, Walter (1993): Let’s Organize! Gemeinwesenarbeit und Community Organization im Vergleich. München, S. 8.

(31) Nach Stall, Susan/Stoecker, Randy (1998): Community Organizing or Organizing Community? Gender and the Crafts of Empowerment: http://poli375engage.pbworks.com/f/Stall%20and%20Stoecker.pdf (letzter Aufruf 01.09.2014).

(32) Vgl. FOCO (Hrsg.) (1995): Forward to the roots … Community Organizing in den USA – eine Perspektive für Deutschland? Stiftung Mitarbeit, Bonn, S. 17.

(33) Vgl. Penta/Sander (2007), S. 162.

(34) Landhäusser, Sandra (2009): Community Orientierung in der Sozialen Arbeit. Die Aktivierung von sozialem Kapital. Wiesbaden, S. 66.

(35) Müller/Szynka (2010), S. 16.

(36) Schubert, Herbert (2012): Die Gemeinwesenarbeit im gesellschaftlichen Wandel. In: Blandow, Rolf/Knabe, Judith/Ottersbach, Markus (Hrsg.): Die Zukunft der Gemeinwesenarbeit. Von der Revolte zur Steuerung und zurück? Köln, S. 16.

(37) Oelschlägel (1995), S. 27.

(38) Bitzan, Maria/Bolay, Eberhard/Thiersch, Hans (2006): Im Gegebenen das Mögliche suchen. Ein Gespräch mit Hans Thiersch zur Frage: Was ist kritische Soziale Arbeit? In: Widersprüche, Heft 100, Juni, S. 70.

Symbol: »Literaturtipp« (ein stilisiertes geöffnetes Buch)

Alinsky, Saul D. (1999): Anleitung zum Mächtigsein. Ausgewählte Schriften. Göttingen.

Bauer, Rudolph/Szynka, Peter (2004): Wer war Saul D. Alinsky? In: Odierna, Simone/Berendt, Ulrike (Hrsg.): Gemeinwesenarbeit. Entwicklungslinien und Handlungsfelder. Neu-Ulm, S. 33-44.

Bitzan, Maria/Bolay, Eberhard/Thiersch, Hans (2006): Im Gegebenen das Mögliche suchen. Ein Gespräch mit Hans Thiersch zur Frage: Was ist kritische Soziale Arbeit? In: Widersprüche, Heft 100, Juni, S. 62-74.

Brand, Ralf (1994): Die, die Wölfe tanzen lassen. In: Sozial Extra, Heft Juni, S. 3-4

Chambers, Edward (2003): Roots for Radicals: Organizing for Power, Action, Justice. New York.

Fehren, Oliver (2008): Wer organisiert das Gemeinwesen? Zivilgesellschaftliche Perspektiven Sozialer Arbeit als in-termediärer Instanz. Berlin.

Fehren, Oliver (2009): Was ist ein Sozialraum? – Annäherungen an ein Kunstwerk. In: Soziale Arbeit, Nr. 8, S. 286-293.

FOCO (Hrsg.) (1995): Forward to the roots … Community Organizing in den USA – eine Perspektive für Deutschland? Bonn.

Hinte, Wolfgang (1993): Die mit den Wölfen tanzen. In: Sozial Extra, Nr. 7-8, S. 9-12.

Hinte, Wolfgang (1994): Fast Food als Vitaminspritze. Was ist wirklich neu am Community Organizing? In: Sozial Ext-ra, Nr. 6, S. 4-5.

Hinte, Wolfgang (2005): Gemeinwesenarbeit – zeitgenössische Verirrungen in der aktuellen Diskussion. In: Thole, Werner/Cloos, Peter/Ortmann, Friedrich/Strutwolf, Volkhardt (Hrsg.): Soziale Arbeit im öffentlichen Raum. Wiesbaden, S. 151-164.

Jamoul, Lina (2007): Handwerkszeug für Community Organizer. In: Penta, Leo (Hrsg.): Community Organizing. Menschen verändern ihre Stadt. Hamburg, S. 224-230.

Kessl, Fabian/Otto, Hans-Uwe (2007) (Hrsg.): Territorialisierung des Sozialen. Regieren über soziale Nahräume. Opladen und Farmington Hills.

Landhäusser, Sandra (2009): Community Orientierung in der Sozialen Arbeit. Die Aktivierung von sozialem Kapital. Wiesbaden.

May, Michael (2011): Sozialraumbezogene Methoden. In: Otto, Hans-Uwe/Thiersch, Hans (Hrsg.): Handbuch Soziale Arbeit. München, S. 1517-1526.

Mohrlok, Marion (1994): Power, Pep und Politik. Community Organizing – wirklich nur ein alter Hut? In: Sozial Extra, Nr. 6, S. 2.

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