18 Fragen zu Zwecke (gemeinnützige) mit Expertenantworten

Auflösung des Vereins Angabe von Zwecken

Muss man genau angeben, an wen das Vermögen bei Auflösung des Vereins fällt, oder reicht z.B. gemeinnützige Zwecke, Förderung von... ?

Nach den Neuregelungen des Gemeinnützigkeitsrechts im Jahre 2008 muss die Satzung im Rahmen der sogenannen Vermögensbindung bei Auflösung des Vereins entweder
- eine konkrete öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Körperschaft bestimmen an die das Vermögen fällt und die es für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke ihrer Wahl verwendet oder
- kann die (öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige) Köperschaft noch unbestimmt lassen, muss dann aber den genauen gemeinnützigen, midltätigen oder kirchlichen Zweck festlegen für den das Vermögen verwendet werden soll.

Stand: 08. April 2011

Eintragung eines Zweckbetriebs

Ist es vorgeschrieben ob ein Zweckbetrieb eines Vereins e.V, beim Amtsgericht in der Satzung eingetragen sein muß, wenn ein Zweckbetrieb nachträglich gegründet wird?

Direkte Vorschriften für die Eintragung eines Zweckbetriebes finden sich nach BGB  und der Abgabenordnung (AO) eigentlich nicht.  Anderseits verlangt § 60, Abschn. 1 der AO so genaue Bestimmung der Satzungszwecke, dass immer die Voraussetzung der Steuervergünstigung überprüft werden kann und schließlich werden an den Zweckbetrieb (nach §§ 65-68 AO) so harte Anforderungen gestellt, dass sich sehr genaue Vorprüfung über die Anerkennung des Zweckbetriebes und auch die Eintragung in die Vereinssatzung eigentlich von selbst empfehlen sollten.

Stand: 29. März 2011

Eintritt bei Veranstaltungen

Ist es zulässig als Verein Eintrittsgelder o.ä. für Veranstaltungen zu verlangen?

Die Erhebung von Eintrittsgeld für eine Veranstaltung ist grundsätzlich zulässig (im Sinne der Zweckbetriebsbestimmungen für den Verein). Sie dürfen allerdings mit solchen Aktivitäten insgesamt Umsatzgrenzen von 35000 Euro pro Jahr nicht überschreiten, um die Steuerbefreiungen zu erhalten. Eine völlig problemlose Alternative zu festen Eintrittsgeldern wären im übrigen auch Spenden auf freiwilliger Basis.

Stand: 04. April 2011

Finanzielle Mittel

wir sind ein brauchtumsverein. für welche zwecke odermittel dürfen wir die finanziellen mittel ausgeben. frage:zur bezahlung für einen angeforderten spielmannszug und für vereinstrachten?

Wenn Ihre Satzung als Hauptzweck die Förderung des Brauchtums festgelegt hat und Ihr Verein auf dieser Grundlage die Anerkennung der Gemeinnützigkeit seitens des Finanzamts erlangt, dürfen bzw. müssen die finanziellen Mittel diesem Zweck zugeführt werden. Die Bezahlung eines Spielmannszuges (soweit es sich um Aufwandsentschädigung handelt) und die Anschaffung von Vereinstrachten (soweit sie im Besitz des Vereins bleiben), gehören sicher zu dieser Erfüllung des gemeinnützigen Zwecks.

Stand: 18. Mai 2015

Gemeinnützig ohne Verein

Wie kann man gemeinnützig arbeiten ohne einen Verein zu gründen?

Gemeinnützige Arbeit können Sie selbstverständlich auch ohne Vereinsgründung ausüben. Eine Möglichkeit ist es zum Beispiel, ehrenamtlich für bereits existierende gemeinnützige Organisationen (Stiftungen, Vereine, aber auch öffentliche Organisationen) zu arbeiten. Eine weitere Möglichkeit besteht auch darin, allein oder auch in Zusammenarbeit mit anderen eine gemeinnützige Arbeit einfach zu tun. Allerdings finden Einzelpersonen oder lose Clubs (sogenannte nicht-rechtsfähige Vereine) nur sehr schwer Anerkennung. Förderung z.B. im Sinne finanzieller Unterstützung oder durch eine staatliche Versicherung der Mitglieder und einen gewissen Haftungsschutz gibt es auch nur für den (in das Registergericht) eingetragenen Verein, der auch durch die Finanzämter durch seinen Vereinszweck als gemeinnützig anerkannt ist und entsprechende Steuervorteile erhält.
In diesem Sinne ist auch die rechtliche bzw. gesetzliche Definition dessen, was gemeinnützige Arbeit bedeutet, etwas eingeschränkt.

Stand: 07. April 2011

Gemeinnützigkeit und Wirtschaftlichkeit

Ich möchte mit einigen Freunden einen Sportverein gründen. Da wir langfristig auch eine Profimannschaft aufbauen wollen, stellt sich die Frage, wie das Vereins-/ Unternehmenskonstrukt sein muss. Die Profimannschaft zahlt Prämien, Gehälter, usw. an seine Akteure und ist auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Schafft man hier eine GmbH oder ein Einzelunternehmen welches an den Verein angeschlossen ist? Wie wäre das rechtliche Konstrukt. Zweite Frage ist, kann ein Verein eine langfristige vertragliche Bindung mit einem Unternehmen eingehen (z.B. Vermarktung von Sportlern, Durchführung von Veranstaltungen)?

Grundsätzlich ist die Verknüpfung eines (gemeinnützigen) Sportvereins mit einem kommerziellen (Profi-)Sportunternehmen möglich und es gibt eine Fülle von Beispielen etwa der großen Vereinen der Fußball-Bundeliga. Sie haben dort immer das Nebeneinander - in vereins- und steuerrechtlichen Kategorien - eines gemeinnützigen Vereins auf Amateurbasis und eines sogenannten wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes. Der (registrierte) Verein kann alle (v.a. steuerrechtlichen) Privilegien der Gemeinnützigkeit in Anspruch nehmen (Steuerbefreiungen, Spenden, Sponsoring usw.), der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb auf der anderen Seite unterliegt den üblichen steuerrechtlichen Verpflichtungen (Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer, Umsazsteuer usw.).  Allerdings ist es für Ihre Planungen - v.a. wenn sie von Beginn an so konkret auf die Gründung eines kommerziellen Zweiges der Vereinsaktivitäten gerichtet sind - sicher ratsam, sich vereins- und steuerrechtliche Beratungsexpertise für die Vereinsgründung zu sichern, um keine Fehler zu begehen. Eine solche Beratung können (und dürfen) wir auf diesem Wege nicht leisten. Dafür gibt es je nach Ihren Möglichkeiten verschiedene Alternativen, auf die wir nach der Antwort auf Ihre zweite Frage noch einmal zurückkommen.
Sie können als Verein durchaus langfristige (Sponsoring-)Verbindungen mit einem Unternehmen eingehen. Aber auch dabei ist sehr darauf zu achten, dass diese Aktivitäten die für die Gemeinnützigkeit des Vereins wichtigen sogenannten »ideellen Zwecksetzungen«, z.B. die Förderung des Sports nicht überlagern. Auch hier würden wir Ihnen raten, sich vor der Gründung des Vereins bzw. bevor Sie solche Verpflichtungen gegenüber einem Unternehmen eingehen, sich vereins- und steuerrechtlich beraten lassen.
Die Beratungsalternativen sind vielfältig:
Die einfachste, vermutlich aber auch teuerste wäre die durch einen Anwalt, oder ein Steuerberatungsbüro in Ihrer Nähe. Wenn Sie uns Ihren Ort nennen, können wir Ihnen Hinweise auf Anwalts- oder Steuerberatungsbüros geben, die Erfahrung in vereinsrechtlichen Angelegenheiten besitzen.
Kostengünstigere Varianten wären Fernberatungen etwa über www.vereinsknowhow.de.
Gelegentlich gibt es auch entsprechende workshops mit solchen Experten, in denen man dann seine eigenes Vereinsprojekt fast eintragungsreif fortentwickeln kann.

Stand: 09. Februar 2016

Grundvoraussetzung

Welche Voraussetzungen muss ein Verein erfüllen, damit er ein e.V. werden kann?

Der Hauptzweck des Vereins (gleichsam als sogenannter Idealverein) darf nicht auf wirtschaftliche Betätigung gerichtet sein. Wird von dem Verein die Gemeinnützigkeit angestrebt (d.h. die steuerrechtliche Abzugsfähigkeit von Spenden und Mitgleidsbeiträgen) müssen die Satzungszwecke des Vereins auch den entsprechenden Vorschriften der sogenannten Abgabenordnung entsprechen. Vor allem muss der Hauptzweck (oder auch mehrere müssen) sich in dem Katalog der 25 anerkannten gemeinnützigen Zwecke der Abgabenordnung (§ 52, Abs. 2) wieder finden.

Stand: 08. April 2011

Ideeller Zweck und finanzielle Mittel

Für unsere Chorarbeit benötigen wir Mittel. Da wir kulturell dem Allgemeinwohl dienen wollen wir die Steuerbegünstigung beantragen. Dürfen wir als steuerbegünstigter Verein Gagen und Eintritt verlangen / Spenden annehmen, Welche Steuern müssen wir dann überhaupt entrichten und wonach richtet sich der Steuersatz? Welche Dinge sind bei der Steuererklärung unbedingt zu beachten? Können wir für unsere kulturell Arbeit Fördergelder beantragen?

Eigentlich, d.h. solange Ihre musikalisch-kulturelle Tätigkeit nicht offenkundig zu einem Nebenzweck wird, dürfte es keine Probleme mit der Registrierung ihres Chors als e.V. und mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit geben.
Sie dürfen dann in bestimmten Rahmen auch Eintrittsgelder für Konzerte verlangen, als auch Gagen für das Engagement von Musikern oder anderen Künstlern auszahlen, ohne dass damit die Gemeinnützigkeit sofort eingeschränkt wäre. Dieser Rahmen ist einerseits durch vereinsrechtliche Bestimmungen abgesteckt, nämlich die erfolgreiche Registrierung als eingetragener Verein.
Steuerrechtlich prüft das Finanzamt ob grundsätzlich ihr ideeller Zweck, nämlich kulturelle gemeinnützig Zwecke unmittelbar und ausschließlich verfolgt werden. Wenn alle eingenommenen Mittel also auch Eintrittsgelder, Mitgliedsbeiträge und etwa Spenden unmittelbar diesem Zweck zufließen gibt es auch in bestimmten Umsatzgrenzen zunächst keine Probleme. Eigene Konzerte z.B. würden dann in aller regel als sogenannte Zweckbetriebe gewertet. Selbst wirtschaftliche Geschäftsbetriebe, z.B. eine eigene Musikschule, ein Lokal oder ein Cafe würde nicht unbedingt der Gemeinnützigkeit widersprechen. Der Kern der Steuerbegünstigung wäre dabei zum einen die Abschreibungsmöglichkeit der Spenden für die Spender und die Befreiung des Vereins von Körperschafts- und Gewerbesteuer. Die meisten ihrer Aktivitäten wären auch von Umsatz- (Mehrwert-)Steuer befreit, manches, etwa Konzerte nur zum verminderten Satz (7 %) umsatzsteuerpflichtig. Selbstverständlich können sie Fördergelder sowohl von privaten wie von öffentlichen Geldgebern ohne oder nur zu geringer Steuerpflicht einnehmen.

Stand: 07. April 2011

Nebenzweckprivileg

Wir, d.h. ein gemeinnütziger Verein (Musikschule), haben geplant uns an einem Fest zu beteiligen und dort die Bewirtung zu übernehmen. Der Gewinn daraus soll dann zur Anschaffung neuer Instrumente und Modernisierung der Musikschule bzw. Verbesserung der Unterrichtsmöglichkeiten dienen. Kann es dadurch zu Problemen mit unserer Gemeinnützigkeit kommen?

Grundsätzlich dürften mit den von Ihrem Verein geplanten Aktivitäten keine Probleme mit der Gemeinnützigkeit entstehen. Solche wirtschaftlichen Aktivitäten bewegen sich im Rahmen des (vom Gesetzgeber so genannten) Nebenzweckprivilegs, d.h. sie sind für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit unschädlich, zumal sie sich ja auf den eigentlichen Zweck Ihres Vereins richten. Für die steuerliche Bewertung gelten allerdings gewisse Umsatzgrenzen, die zur Zeit bei 35.000 Euro (allerdings auf alle wirtschaftlichen Aktivitäten im Laufe eines Jahres gerechnet) liegen. So weit diese Grenze nicht überschritten wird, fallen auch keine Steuerpflichten an. Darüber hinaus dürfen grundsätzlich solche Aktivitäten im Zeitumfang aller Aktivitäten des Vereins gegenüber den ideellen, also den musikalischen, dem Unterricht usw. nicht überwiegen.
Entsprechende Informationen finden Sie auch noch einmal in unserer Praxishilfe Arbeit im Verein auf unserem »Wegweiser Bürgergesellschaft« unter folgendem link: http://www.buergergesellschaft.de/praxishilfen/arbeit_im_verein/steuern/taetigkeitsbereiche_des_vereins_2.php
Vielleicht sollten wir sie noch darauf hinweisen, dass Sie für solche Veranstaltungen ansonsten mit Ihren Mitveranstaltern auch die Fragen zu Veranstaltungshaftpflicht und GEMA klären sollten.

Stand: 08. April 2011

Selbstlosigkeit, Ausschließlichkeit und Unmittelbarkeit

Wie würden Sie den ideellen und zweckgebundenen Betrieb eines Vereins auseinanderhalten? Der Zweck des Sportvereines laut unserer Satzung ist die Förderung und Pflege des Sports und die sportliche Förderung von Kindern und Jugendlichen und die Jugendpflege. Ist dies nun ein steuerbegünstigter Zweckbetrieb insofern, daß wir auch die Ausgaben für diese Aufgaben geltend machen können?

Vom Satzungszweck sind sicherlich die notwendigen Voraussetzungen zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit gegeben. Sie werden allerdings erst hinreichend erfüllt, wenn dazu kommt, dass alle Aktivitäten, auch die des Zweckbetriebs den Prinzipien der Selbstlosigkeit (keine Verfolgung primär eigenwirtschaftlicher Zwecke), Ausschließlichkeit (ausschließliche Verfolgung der Satzungszwecke)und Unmittelbarkeit (unmittelbare Verwirklichung der Satzungszwecke durch den Verein selbst) entsprechen.

Stand: 08. April 2011

Spaßverein

Ist es beim Eintrag ins Vereinsregister zwingend nötig einen gemeinnütziges Ziel zu verfolgen oder ist es auch möglich einen reinen Spaßverein einzutragen? Und welche ungefähren Kosten tauchen für die Eintragung auf?

Ein reiner Spassverein im Sinne von gemeinsam Spass haben, sollte durchaus die Eintragung in das Vereinsregister bekommen (solange er nicht gegen geltendes Recht oder die »guten Sitten« verstößt). Für die Eintragung ist zunächst nur wichtig, dass er ein sogenannter Idealverein ist, d.h. nicht ausschließlich die Zwecke eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebes verfolgt.
Für die Eintragung in das Vereinsregister spielt die Gemeinnützigkeit zunächst keine Rolle. Sie ist nur von Bedeutung für die steuerliche Behandlung des Vereins und ist in der sogenannten Abgabenordnung (§ 51 - § 68) geregelt. Weist danach die Satzung eines Vereins gemeinnützige Zwecke nach § 52 Abgabenordnung aus ( "Förderung der Allgemeinheit auf materiellem, geistlichem oder sittlichem Gebiet") kann der Verein steuerliche Begünstigungen in Anspruch nehmen (Steuerbefreiungen und Spendenabzugsfähigkeit). Es hängt ein bisschen von der konkreten Definition eines Spassvereins ab, aber ich könnte mir durchaus welche vorstellen, die auch die Anerkennung der Gemeinnützigkeit bekommen könnten.

Die Kosten für eine Eintragung setzen sich aus drei Positionen zusammen:
Notarkosten: ca 20,- € für gemeinnützige Vereine, ca das doppelte für andere (als Entgelt für die Beglaubigung der Unterschriften und die Anmeldung beim Register-/Amtsgericht)
Eintragungskosten: in der Regel (d.h. bei den meisten Amtsgerichten) 52,- € und
ca. 11,- € Veröffentlichungskosten (es gibt örtliche Unterschiede), bei gemeinnützigen Vereinen können die eigentlichen Gerichtsgebühren (ca 30,-- €) erlassen werden (je nach Bundesland und Amtsgericht).
Wenn Sie noch ein bisschen auf unserem Wegweiser in einschlägigen Informationen stöber möchten, finden Sie sie unter diesem link.
http://www.wegweiser- buergergesellschaft.de/praxishilfen/arbeit_im_verein/vereinsrecht/vereinsgru endung_2.php

Stand: 04. April 2011

Verein gründen oder nicht

Wr sind eine Gruppe junger Menschen die eine Nachhilfegruppe bilden wollen. Nun meine Frage: sollte wir einen Verein gründen wegen dem Versicherungsschutz? Was würden Sie uns empfehlen?

Der Aufwand und die steuerrechlichen Zwänge einer Vereinsgründung (soweit es sich um einen eingetragenen Verein handelt) lohnen sich m.E. zunächst am allerwenigsten aus versicherungsrechtlichen Gründen. Für einen angemessenen Versicherungsschutz gibt es für viele andere denkbare Rechtsformen gute und unter Kostengesichtspunkten gleichwertige Alternativen.
Vielleicht wäre es hilfreich, zunächst zu klären, welche Motivation Ihre Gruppe am meisten prägt. Wenn es um überwiegend kommerzielle Motive gehen sollte, dann würde ich Ihnen von einer Vereinsgründung eher abraten. Hier würde eine kleine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) als Rechtsform ausreichen, d.h. selbst wenn Sie keinen Gesellschaftervertrag abschliessen würden, würden Sie rechtlich als solche behandelt. Auch in diesem Falle könnten Sie sich zu vergleichbaren Bedingungen bei der Berufsgenossenschaft für Verwaltungsberufe gegen Unfall und bei anderen Versicherungen gegen Haftpflicht usw. versichern. Mit einem e.V. müssten Sie eventuelle kommerzielle Absichten hinter einem ideellen Zweck "verstecken", die Anerkennung gemeinnütziger Steuerprivilegien würden beständig überprüft und in etwaigen Gewinnerzielungsabsichten (die ja für vergleichbare Unternehmen völlig legitim sind) wären Sie relativ eingeschränkt.

Sind im Umkehrfall Ihre Motive eher ideeller Art (z.B. Unterstützung von Kindern bestimmter sozialer Gruppen; Nachhilfe in bestimmten Stadtteilen
usw.) könnte sich eine Vereinsgründung durchaus als empfehlenswert erweisen. Sie würde dann auch nicht ausschließen, dass Sie für Ihre Bemühungen angemessene Aufwandsentschädigungen und als Verein steuerrechtliche Privilegien (Befreiung von Körperschafts-, Gewerbe- und Umsatzssteuer, Spenden usw.) bekommen können.

Stand: 04. April 2011

Verein oder eingetragener Verein

Was ist der Unterschied zwischen ein Verein und einem e.V. ? Gibt es da Unterschiede oder kann man auch nur einen Verein gründen statt einem e.V?

Der e.V. als eingetragener Verein  muss eine bestimmte Registrierungsprozedur über ein Verfahren vor dem Registergericht (Amtsgericht) durchlaufen und sich dabei in seiner Satzung bestimmten kulturellen, politischen, sportlichen oder sozialen Zwecken widmen, wodurch er im Gegenzug auch bestimmte steuerliche Vergünstigungen (im Rahmen der Gemeinnützigkeit) gewährt bekommt.
Es besteht allerdings durchaus die Möglichkeit als nicht eingetragener Verein zu agieren, und auch die Gemeinnützigkeit anerkannt zu bekommen. In diesem Fall erspart man sich die Registrierungsprozedur bei dem Registergericht, muss allerdings gegenüber dem Finanzamt per Satzung und Vereinsverfassung auch eine institutionelle Struktur des Vereins (und gemeinnützige Zwecke) nachweisen

Stand: 08. April 2011

Vereinskonto

Was ist zu beachten wenn wir ein Vereinskonto einrichten?

Ein Vereinskonto sollte erst nach Vereinsgründung und dann von dem geschäftsführenden Vorstand eröffnet werden.

Stand: 29. März 2011

Verfügung über finanzielle Mittel

Werbeeinnahmen, Spenden und andere Zuwendungen unterliegen der Steuer. Wenn der Verein für solche Einnahmen die Steuern abgetreten hat, kann dann der Verein ( nicht gemeinnützig ) über das Geld frei verfügen, zum Beispiel dem Vorstand einen PC kaufen und schenken? Muss das dem Finanzamt dann gemeldet werden?

Auch wenn der Verein Steuern abführt, müssen die Mittel in jedem Fall für den eigentlichen Zweck des Vereins verwendet werden. Natürlich können Sie einen PC für den Verein kaufen, aber keinesfalls dem Vorstand schenken. Dies müsste sowohl der Verein als auch der Vorstand versteuern. Sie können dem Vorstand solche Arbeitsmittel selbstverständlich für die Dauer seiner Tätigkeit zur Verfügung stellen, in seinen Besitz darf er nicht übergehen.

Spenden werden Sie vermutlich auch ohne Gemeinnützigkeit kaum bekommen, denn ein Anreiz ist auch die steuerliche Absetzbarkeit für den Spendengeber.

Stand: 07. April 2011

Vermietung von Werbefläche

Kann ein gemeinnütziger Verein mit Werbung, als der Vermietung von Werbefläche auf einer Internetseite Werbegelder erzielen, ohne die Gemeinnützigkeit zu verlieren? Welcher Fall muss vorliegen, damit die Gemeinnützigkeit entfällt?

Grundsätzlich verlieren Sie durch Werbeeinnahmen nicht gleich die Gemeinnützigkeit. Es hängt davon ab, in welchem Verhältnis solche (eigentlich wirtschaftlichen) Aktivitäten des Vereins stehen und ob Sie bestimmte Umsatzgrößen (gegenwärtig 35.000 EURO für alle wirtschaftlichen Geschäftsaktivitäten) übersteigen. Wenn z.B. die Einnahmen aus solchen »Geschäften« mehr als 50% des Vereinsumsatzes ausmachen würden und den Anteil von Mitgliedsbeiträgen und Spenden übersteigen, würde es vermutlich Probleme mit der Steuerbefreiung geben.
Steuerrechtlich wesentlich einfacher ist es für den Verein, wenn er die Werbefläche nicht selbst, direkt zur Werbung an einzelne Unternehmen usw. vermietet, sondern pauschla einem Dritten zur direkten Werbung überlässt.

Stand: 07. April 2011

Warum einen Verein gründen

Uns stellt sich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist einen Verein zu gründen oder ob wir als lose Gruppe nicht ebenfalls arbeiten können. Die Kritiker der Vereinsgründung führen unter anderem an, dass dies auch einen finanziellen Aufwand bedeuten würde, da das Amtsgericht für Eintragungen und Änderungen stets eine Gebühr verlangt. Welche finanziellen Aufwendungen sind für eine Vereinsgründung nötig?

Wir stimmen Ihnen völlig zu, dass es gut überlegt sein soll, ob man sich auf eine Vereinsgründung einläßt.
Zunächst aber zur Kostenfrage, die nicht als so gravierend einzuschätzen ist.

Die Anmeldung beim Register- bzw. Amtsgericht kostet (nach Bundesländern leicht abweichend) um die 60,- € (die Gebühr hängt von dem Vermögen des Vereins ab und die ca. 60 € geten bis zu einer Vermögenshöhe von 3000 €) Wird der Verein von den zuständigen Finanzbehörden als gemeinnützig anerkannt kann ein (großer) Teil der Gebühren erlassen werden. Wenn man die Anmeldung über einen Notar vornimmt (der in jedem Fall die Unterschriften unter dem Gründungsprotokoll und der Anmeldung bestätigen sollte) kommen noch einmal 20 € - 35 € hinzu (auch das weicht von Bundesland zu Bundesland leicht ab).

Nun kommen wir wieder zu der Frage warum sich eine Vereinsgründung materiell wie ideell vielleicht lohnt, bzw. wieso knapp 100 € oder dann auch nur weniger als 50 € eine vernünftige Investition sein könnten.
Ideell sind die Vorteile vielleicht nicht so groß. Nach unserer Erfarhung werden zum einen aber e.V. von politischen Akteuren (vor allem kommunalen) doch ernsthafter wahrgenommen als ohne einen solchen Rahmen. Aus unserer Sicht, kann sich zum zweiten eine gewisse Professionalisierung der Organisation ergeben, da man über die Satzung und andere Regularien zu etwas klareren Strukturen kommt - aber natürlich auch zu mehr Hierarchien (Vorstand, Arbeitsteilungen usw.).Letzeres kann man aber natürlich auch ohne Vereinsrahmen, man kann auch (basisdemokratisch) darauf  verzichten.

Die Hauptvorteile liegen aber im wesentlichen in finanziellen Vorteilen im weitesten Sinne, die in aller Regel diese Anfangsinvestition mehr als kompensieren. Mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit hat man Möglichkeiten des »fundraising« (durch Spenden, Bußgeldeinnahmen, Sponsoring usw.), die es ohne den eingetragenen Verein so nicht gibt.
Ein anderer materieller aber sicher wichtiger Grund ist ein versicherungsrechtlicher. Dabei geht es zunächst um haftungsrechtliche Fragen. Bei einem Verein gilt die sogenannte Organhaftung, d.h. für alle Aktivitäten haftet der Verein und nicht das einzelne Mitglied (mit Ausnahme individueller straf- und zivilrechlticher Vergehen). Zum zweiten gibt es durch die Berufsgenossenschaft Verwaltung eine (kostenfreie) Unfallversicherung für alles, was im Rahmen der satzungsmäßigen Vereinsaktivitäten und auf dem Weg dahin bzw. davon passiert. Das hat sicher auch alles einen gewissen technokratischen »touch«.

Allerdings ist es so, dass Sie als lose Gruppe nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch auch als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) behandelt werden, die z.B. für ihre Aktivitäten auch kollektiv haftet, dann aber immer direkt über das Vermögen der Mitglieder. Man kann sich auch als Verein etablieren, ohne Eintragung in das Vereinsregister, wird dann aber eben auch wie eine GbR behandelt, ohne die haftungs- und steuerrechtlichen Privilegien des e.V. in Anspruch nehmen zu können.

Als  Fazit möchten wir Ihnen sagen, dass es sicher gute Einwände gegen eine Vereinsgründung gibt, den Kostenaufwand halten wir allerdings für den schwächsten. Finanziell kann man eigentlich nur profitieren und die eigentliche Frage für oder gegen Verein stellt sich eher hinsichtlich des Selbstverständnisses der Organisation. Diese Antworten müssten Sie sich aber im Kreis Ihrer Mitstreiter selbst geben.

Stand: 07. April 2011

Wirtschaftliche Tätigkeit und gemeinnützige Zwecke

Wir möchten eine Musikschule als e.V. gründen. Durch Konzerttätigkeiten wollen wir aber auch Einnahmen erzielen. Kann man sich selbst im Verein anstellen (z.B. als freie Mitarbeiter) oder wie ist es möglich solch eine Organisation als e.V. zu gründen?

Ihre Frage berührt zwei wesentliche Aspekte, einen steuerrechtlichen (1) und einen arbeitsrechtlichen (2):
(1) Zunächst gibt es durchaus die Möglichkeit die gemeinnützigen Zwecke eines e.V. mit wirtschaftlichen (Neben-)Tätigkeiten zu verbinden. Wichtig ist, dass der unmittelbare gemeinnützige Zweck im Vordergrund steht. Für die wirtschaftlichen Aktivitäten gibt es gewisse Umsatzgrenzen, es besteht aber auch die Möglichkeit sogenannte Zweckbetriebe einzubinden, die allerdings nicht in unmittelbare Konkurrenz zu kommerziellen Betrieben (z.B. Musikschulen) treten.

(2) Für alle Tätigkeiten im Verein können beispielsweise Aufwandsentschädigungen gezahlt werden.
Selbstverständlich können auch für einzelne Projekte Werkverträge (als übliche Form der freien Mitarbeit) mit entsprechenden Honoraren vereinbart werden. Schließlich gibt es auch die Möglichkeit, einzelne Funktionen im Verein (z.B. die operative Geschäftsührung) durch angestellte Geschäftsführer ausfüllen zu lassen.

Das Gros dieser Punkte sollte allerdings bereits bei der Abfassung der Satzung geregelt  und teilweise in die Satzung aufgenommen sein.
Solche Vereinskonstruktionen (mit wirtschaftlichen Aktivitäten) erfreuen sich der besonderen Aufmerksamkeit der Finanzämter und man sollte sich fühzeitig mit diesen abstimmen. Es wäre sicherlich auch ratsam eine Vereinsgründung Ihrer Vorstellung durch versierte Steuerberater/Anwälte begleiten zu lassen.

Stand: 07. April 2011