2 Fragen zu Umlagen mit Expertenantworten

Finanzeinlagen der Vereinsmitglieder

Die Mitglieder unseres Schützenvereins haben eine einmalige finanzielle Einlage zum Kauf unseres Schießplatzes geleistet.Was passiert mit dem Geld bei Auflösung des Vereins? Wie muss dieser Lösungsansatz in der Satzung verankert werden?

Leider geht aus Ihrer Frage nicht hervor, in welcher Form die Einlage der Mitglieder erbracht wurde (als freiwillige Spende, auf der Grundlage eines Umlage-Beschlusses der MV, als Darlehen auf der Basis einer Vereinbarung innerhalb oder außerhalb der Satzung). Nur auf einer entsprechenden Grundlage (der Satzung oder individuellen Darlehensvereinbarung) könnte eine Rückzahlung an die Mtiglieder erfolgen. Ansonsten wären diese Einlagen (oder Umlagen) dem Vermögen des Vereins zuzuordnen und würden bei dessen Auflösung mit dem Gesamtvermögen des Vereins an eine andere steuerbegünstigte Körperschaft zur Verwendung für gemeinnützige Zwecke gehen.

Stand: 18. Mai 2015

sind Kautionen Einnahmen?

in unserem Verein werden seit einigen Jahren Kautionen einbehalten und auf ein gesondertes Konto eingezahlt. Nach 3 Jahren verfallen diese Gelder, sofern der Einzahler diese nicht nach Erledigung einer bestimmten Leistung zurück fordert. Das ist jetzt der Fall. Meine Frage: sind diese verfallenen Kautionen Einnahmen, die versteuert werden müssen? Wir sind ein gemeinnütziger Verein. Wird dadurch die Gemeinnützigkeit berührt?

Zunächst handelt es sich ganz sicher um (zu verbuchende) Einnahmen des Vereins. Die Frage ihrer gemeinnützigkeits- bzw. steuerrechtlichen Einordnung hängt nun im wesentlichen ab, zu welchem Zweck und von wem (Mitglied, Nicht-Mitglied) diese Kaution, nunmehr quasi als Entgelt für nicht erbrachte Leistungen gezahlt wurden und vor allem in welchem (unmittelbaren oder mittelbaren) Verhältnis Kaution bzw. Einnahme zu dem eigentlichen Satzungszweck des Vereins steht.
Bei Mitgliedszahlungen ließen sich die Einnahmen durchaus als Umlage definieren, die bis zu max. 5113 Euro in 10 Jahren pro Mitglied ausmachen dürfen. Als Umlage würden sie dem ideellen Bereich des Vereins, eventuell der Vermögensverwaltung zugerechnet und wären steuerlich unkritisch.
Selbst wenn sie als Einnahmen eines Zweckbetriebs oder gar eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs (der nicht unmittelbar dem Satzungszweck dient) wäre die Gemeinnützigkeit (und die Befreeiung von Körperschafts. und Gewerbesteuer) nicht gefährdet, solange die Einnahmen in diesem Bereich nicht 35 000 Euro pro Jahr insgesamt überschreiten. Für die Befreiung von der Umsatzsteuer liegt die Gesamtumsatzgrenze bei 17 500 Euro.

Stand: 05. Dezember 2011