22 Fragen zu Übungsleiter mit Expertenantworten

Abrechnung Übungsleitertätigkeit

Wie rechne ich eine Übungsleitertätigkeit ab? Kann dies mit Beleg der Aufwandentschädigung aus der Kasse getätigt werden, oder muss man über das Lohnprogramm abrechnen?

Da Sie weder Steuern noch Sozialversicherungsabgaben abführen müssen, reicht eigentlich der einfache Beleg. Verein oder Stiftung sind allerdings verpflichtet die Voraussetzungen/Kriterien zur Zahlung des Übungsleiterfreibetrags (Nebenberuflichkeit, gemeinnützige Organisation, anerkannte Übungsleitertätgkeit) zu überprüfen. Außerdem empfiehlt es sich diese Übungsleitertätigkeit auf die Grundlage eines entsprechenden (Übungsleiter-/Honorar)Vertrages zu stellen.

Stand: 04. August 2011

Anrechnung Aufwandsentschädigung Hartz IV

Ich bin Jugendbegleiterin ehrenamtlich an einer Schule und bekomme eine Aufwandsentschädigung. Wird diese mit dem HartzIV-Geld verrechnet?

Grundsätzlich wird die pauschale Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeiten seit April 2011 (im Rahmen einer Reform des Sozialgesetzbuches II, § 11b Abs. 2 S. 3 SGB II) wie Einkommen aus Erwerbstätigkeit gerechnet. Gleichzeitig gilt aber ein Freibetrag von 200 Euro /Monat, so dass z.B. die Übungsleiterpauschale von 2400 pro Jahr bzw. 200 Euro pro Monat oder auch die Ehrenamtspauschale von 720 Euro pro Jahr oder 60 Euro pro Monat anrechnungsfrei bleiben. Verschlechtert haben sich allerdings die Anrechnungsbedingungen, wenn man neben der pauschalen Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeit weiteres Einkommen z.B. aus einem Minijob hat. Anders als früher werden jetzt beide Einnahmen gemeinsam unter die Anrechnungsregeln gestellt und damit haben sich die Zuverdienstgrenzen insgesamt vermindert.

Stand: 12. Mai 2015

Anrechnung Aufwandsentschädigung Hartz IV

Wie wird eine Aufwandsentschädigung auf Hartz - IV - Leistungen angerechnet. Laut 1. April 2011 gibt es dazu eine in Kraft getretene Reform. Wo finde ich den Paragraphen dazu?

Auch die höhere Aufwandsentschädigung in Form der Übungsleiterpauschale (2100 Euro, seit 2013: 2400 Euro) wird auf Hartz V Leistungen, bzw. Arbeitslosengeld II nicht angerechnet. Der Monatsbetrag (200 Euro) liegt unterhalb der Anrechnungsgrenze von 50% des sogenannten Eckregelsatzes (200 Euro). Die tatsächlich vorhandenen Planungen in enem Regierungsentwurf zur Anrechnung als sonstiges Einkommen wurden im Februar  nach einer entsprechenden Empfehlung des Vermittlungsausschusses vom Bundestag (Bundestags-Drucksache 17/4719) fallen gelassen. Am 26.02.2011 stimmte dem auch der Bundesrat zu (Bundesrats-Drucksache (109/11/Beschluss).
Gibt es allerdings weitere Nebeneinkünfte, etwa über eine geringfügige Beschäftigung (Minijob), dann werden seit April 2011 (im Rahmen einer Änderung des Sozialgesetzbuches II) Aufwandsentschädigungen im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeit und diese Einkünfte zusammengenommen auf das Arbeitslosengeld II angerechnet.

Stand: 19. Mai 2015

Ehrenamt und Steuern

Kann man ehrenamtliche Tätigkeiten steuerlich geltend machen?

Das geht leider nicht. Steuerliche Vorteile gibt es nur unter bestimmten Voraussetzungen, wenn von der Organisation für die jemand ehrenamtlich tätig ist an sie oder ihn Aufwandsentschädigungen gezahlt werden. Für die sogenannte Ehrenamtspauschale bleiben 720,-- Euro steuerfrei, bei der Übungsleiterpauschale 2400,-- Euro. Eine Steuergutschrift für ehrenamtliche Tätigkeit, wie sie lange diskutiert wurde, ist mit den jüngsten Gesetzesänderungen aber nicht realisiert worden.

Stand: 19. Mai 2015

Ehrenamt und Übungsleiterpauschale

Kann ein Betreuer, der schon eine Übungsleiterpauschale erhält, auch noch eine Ehrenamtspauschale erhalten?

Für die selbe Tätigkeit kann nicht die Übungsleiterpauschale und zusätzlich die Ehrenamtspauschale bezogen werden. Für eine andere Tätigkeit (auch beim gleichen Verein) könnte aber neben dem steuerfreien Übungsleiterhonorar (2400 Euro/Jahr) grundsätzlich auch die Ehrenamtspauschale (720 Euro/Jahr) in Anspruch genommen werden, beipielsweise als Jugendtrainer (Übungsleiter) und Platzwart oder Kassierer (zusätzliche ehrenamtliche Tätigeit).

Stand: 19. Mai 2015

Ehrenamtliche Arbeit und Jugendarbeitsschutzgesetz

Gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz auch bei ehrenamtlicher Tätigkeit für welche eine Aufwandsentschädigung im Rahmen der Ehrenamtspauschale gezahlt wird? Typischerweise finden Aktivitäten eines Vereins in der Freizeit statt, was insbesondere mit dem generellen Arbeitsverbot an Samstagen, Sonntagen & Feiertagen sowie der Beschränkung der Arbeitszeiten von 8-18 Uhr kollidiert. Und wie verhält es sich bei Arbeiten im Rahmen der Übungsleiterpauschale?

Bei eindeutig ehrenamtlicher Tätigkeit (in Abgrenzung zu einem Arbeitsverhältnis) gilt das Jugendarbeitschutzgesetz, wie auch arbeitsrechtliche Schutzrechte für Erwachsene nach bisher geltender Rechtsprechung nicht (allerdings in jedem Falle die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes).

Auch die pauschalen Aufwandsentschädigungen (ob als Ehrenamts- oder Übungsleiterpauschale) ändern an dem Charakter ehrenamtlicher Tätigkeit nichts (und werden weder im Steuer- noch im Sozialversicherungsrecht Vergütungen bzw. Einkommen aus Arbeitsverhältnissen gleichgestellt).

Die Hauptkriterien bei der Abgrenzung ehrenamtlicher Tätigkeit sind

- die Freiwilligkeit

- das Fehlen einer abhängigen Weisungsgebundenheit (wie etwa in einem beruflichen Ausbildungsverhältnis) und festen Eingliederung in einen Betrieb

- der Charakter der Tätigkeit (sportl. oder pädagogischer Übungsleiter nach festen Kriterien, allgemein ehrenamtlicher Tätigkeit im Auftrag einer gemeinnützigen oder öffentlich-rechtlichen Körperschaft)

Zu beachten ist allerdings das Jugendschutzgesetz im Sinne der Sicherstellung

- ausreichender Aufsichtspflicht

- der Einverständiserklärung der Eltern für die Einsätze

- des Ausschlusses von Veranstaltungen oder Orten "jugendgefährdenden" Charakters

- des Ausschlusses von Gefährdungen (risikobehaftete Experimente)

- der Regeln des Aufenthaltes in der Öffentlichkeit.

Viele Vereine und Verbände (z.B. Jugendrotkreuz usw.) haben diese Frage prüfen lassen und auch Ihr Verein könnte zur Sicherheit (z.B. beim zuständigen Regierungspräsidium) anfragen. Nach einem Blick auf das Tätigkeitsfeld des Vereins können wir uns eine andere Einschätzung schwer vorstellen.

Stand: 18. Februar 2016

Fahrtkostenerstattung für Hartz IV Empfänger

Kann ein Hartz IV-Empfänger, der schon eine Übungsleiterpauschale von 175,- € (2013: 200 €) im Monat wahrnimmt, was ja wohl anrechnungsfrei ist (?) (bei einem anderen Verein) zusätzlich für eine andere ehrenamtliche Tätigkeit eine Fahrtkostenerstattung nach Aufstellung der Aufwendungen (Kilometer, Einsatztage) erhalten, oder wird diese auf seine Hartz-IV -Bezüge angerechnet?

Erstattungen einer gemeinnützigen oder öffentlich-rechtlichen Körperschaft für reale Aufwendungen gegen Nachweis sind steuerfrei und auch anrechnungsfrei im Sinne des Sozialgesetzbuchs (SGB) II (Hartz IV). Allerdings herrscht hierüber nicht in allen Jobcentern oder Sozialämtern Klarheit.
Bis zur Höhe der Übungsleiterpauschale (2400 Euro / Jahr oder 200 Euro / Monat ) reicht auch der nach SGB II zugestandene Zuverdienst-Freibetrag. Aber auch hier Vorsicht: Seit einer Reform des SGB II im April 2011 wird der Übungsleiterfreibetrag - anders als vorher - wie Einkommen aus Erwerbstätigkeit betrachtet. Damit wurden die Möglichkeiten der anrechnungsfreien Kombination von Übungsleiterfreibetrag mit anderen Zuverdienstquellen, etwa dem Minijob ausgeschlossen. Weiterer Ersatz für konkrete Aufwendungen gegen Beleg wie Fahrtkosten, Kommunikaitionskosten usw. blieben ebenfalls anrechnungsfrei.

Stand: 19. Mai 2015

Fahrtkostenerstattung und Übungsleiterpauschale

Können für eine Tätigkeit, für die ein ehrenamtlicher Mitarbeiter eine Übungsleiterpauschale in Höhe von 175,- € (2013: 200 €) monatlich erhält zusätzlich Fahrtkosten nach Nachweis der gefahrenen Kilometer gezahlt werden? Für die Ehrenamtspauschale geht das ja wohl?!

Bisher war für beide "pauschale Aufwandsentschädigungen" im Zusammenhang ehrenamtlicher Tätigkeit für gemeinnützige oder öffentlich-rechtliche Körperschaften (Übungsleiterfreibetrag und Ehrenamtsfreibetrag) nach Meinung der einschlägigen Steuerrechtskommentare die Frage eindeutig mit Ja beantwortet worden. Inzwischen mehren sich die Fälle in denen die zusätzliche steuerfreie Erstattung einzeln nachgewiesener Aufwendungen (z.B. Fahrt- und Reisekosten) für die gleiche Tätigkeit offenkundig von einzelnen Finanzämtern nicht anerkannt wird (d.h. der Ehrenamts- oder Übungsleiterfreibetrag wird überschritten und diese zusätzlichen Erstattungen müssen versteuert werden). Ein enschlägiges Finanzgerichts-Urteil darüber ist noch nicht bekannt.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt  empfiehlt sich vor der Erstattung in jedem Fall eine Nachfrage bei dem zuständigen Finanzamt.
Grundsätzlich bleibt aber die Möglichkeit des Vereins bestehen, für jede (sonstige) Tätigkeit reale Aufwendungen (für Kommunikations- und Reisekosten) steuerfrei gegen Nachweis zu erstatten.

Stand: 12. Mai 2015

Kombination bzw. Nutzung von Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale

Ich nutze den Übungsleiterfreibertag zur Kinderbetreuung (Mama lernt Deutsch) als Honorarkraft, gleichzeitig passe ich noch ehrenamtlich auf Kleinkinder auf. Kann ich da den Freibetrag zur Vergütung von ehrenamtlicher Nebentätigkeit in Höhe von 500 Euro (seit 2013: 720 Euro) zusätzlich nutzen?

Wenn es sich nicht um dieselbe Tätigkeit handelt, können Übungsleiter- und Ehrenamtsfreibetrag kombiniert (d.h. gleichzeitig genutzt) werden und zwar bei der selben oder bei unterschiedlichen Organisationen (Verein, öffentlich-rechtliche Körperschaft). Die Tätigkeiten müssen nebenberuflich ausgeübt werden, voneinander unterscheidbar sein, gesondert vergütet werden und es müssen für jede Tätigkeit eindeutige Vereinbarungen (Verträge, Bescheinigungen) vorliegen.

Stand: 12. Mai 2015

Neue Regelung Übungleiterpauschale/Ehrenamtspauschale

Seit 2013 gelten ja neue Freibeträge. Wieviel kann ein ALG-II Bezieher behalten, der 200 Euro im Monat für seine ehrenamtliche Tätigkeit bekommt UND einen Minijob hat? Gilt für beides das gleiche Stufensystem für die Anrechnung?

Die 200 Euro aus der ehrenamtlichen Tätigkeit (Übungsleiterpauschale) bleiben ohne
Anrechnung bei ALG II (und ansonsten auch steuerfrei). Allerdings wird dies seit 2011 auch als Einkommen gerechnet, so dass es für die Einnahmen aus dem zusätzlichen Minijob keinen zusätzlichen Grundfreibetrag mehr gibt, sondern dann sofort die stufenweise Anrechnung über den üblichen Freibetrag von 20 % erfolgt.

Stand: 20. Mai 2015

Sozialversicherungpflichtige Arbeit und Aufwandsentschädigung

Ich bin Ausbildungsleiterin beim DRK (Sozialversicherte Arbeitsstelle).Es kommt des öfteren vor das ich auch als Springerin in die Ausbildung für Erste-Hilfe Kurse muss. Kann und darf diese Übungsleiter Tätigkeit mit einer Aufwandspauschale zusätzlich bezahlt werden? Da ja gleicher Betrieb. Würde sich das auf meinen Lohnsteuer-Jahresausgleich auswirken? Über eine Antwort von Ihnen wäre ich dankbar.

Bei aller gebotenen Vorsicht in Unkenntnis der Einzelheiten vermuten wir, dass das Finanzamt die Voraussetzungen einer (steuerbefreiten) Übungsleitertätigkeit als nicht gegeben sehen wird. Nach der entsprechenden Regelung des Einkommenssteuergesetzes (§ 3 Nr. 26 EStG) ist es zwar grundsätzlich möglich, eine nebenberufliche Tätigkeit neben einer gleichartigen Haupttätigkeit grundsätzlich auch für die gleiche gemeinnützige Organisation steuerbefreit über die Übungsleiterpauschale auszuüben. Vermutlich ist aber Ihre hauptberufliche Tätigkeit zu eng mit der nebenberuflichen verwoben. Nach einem recht neuen Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf (v. 29.02.2012, 7 K 4364/10 L) müssen für die Anerkennung in einem solchen Fall folgende Voraussetzungen vorliegen:
- Die Nebentätigkeit muss getrennt vertraglich geregelt und vergütet werden
- Sie darf nicht zwingend mit der Haupttätigkeit verbunden sein. Um das nachzuweisen genügt, dass nicht alle MitarbeiterInnen mit vergleichbaren Tätigkeiten auch die Nebentätigkeit ausüben oder auch externe Mitarbeiter eingesetzt werden.
- die Nebentätigkeit muss sich inhaltlich klar von der Haupttätigkeit abgrenzenlassen. Das gilt für den Inhalt der Tätigkeit ebenso wie für das Anforderungsprofil.
- Die Nebentätigkeiten gehören nicht zúm gleichen Leistungsangebot des Arbeitgebers, sondern werden unabhängig davon angeboten.
Anhand dieser Kriterien können Sie gegebenenfalls gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber, vorprüfen, ob es vielleicht doch die Voraussetzung zur Anerkennung gibt. Im Zweifelsfall würde ich Ihnen schließlich auch zu einer Anfrage bei dem zuständigen Finanzamt raten, dass ohnehin dann bei Ihrer Steuererklärung letztendlich entscheidet.
Sollten Sie die Anerkennung für diese Übungsleiter-Tätigkeit bekommen würde sich das im Rahmen der gesetzlichen Pauschale (für 2012 noch 2100 Euro, ab 2013 2400 Euro) für Sie steuerlich natürlich sehr lohnen. Bis zu diesem Betrag wären die Einnahme steuer- und sozialversichungsabgabenfrei und würden die sonstigen Bedingungen Ihres Steuerausgleichs nicht verändern, dh. vor allm nicht verschlechtern.

Stand: 18. Mai 2015

steuerfreie Vergütung

Ich selbst engagiere mich in zwei Ehrenämtern (DRK im Sanitätsdienst und in einer Hamburger Organisation leite ich einen Kochkurs für Kinder aus Migrantenfamilien). Über die Medien habe ich gehört daß man in der Steuererklärung seit dem 1. Januar 2007 eine sogenannte Ehrenamtspauschale einen Freibetrag von einmalig 500 EUR absetzen kann (seit 2013 720 EUR). Nun habe ich hierzu Fragen und hoffe Sie können mir hierbei weiter helfen: Ist dies richtig und wenn ja als was gebe ich diese Kosten an? Brauche ich eine Bestätigung beider Ehrenämter oder reicht es aus beide genau zu erklären?

Es ist richtig, dass es (rückwirkend zum 01.01.2007) die sogenannte Ehrenamtsspauschale gibt und zwar als steuerfreie Vergütung für ehrenamtliche Tätigkeit in Höhe von 500 Euro/Jahr, seit 2013 720 Euro/Jahr. Allerdings kann man wie gesagt nur eine entsprechende Vergütung für die ehrenamtliche Tätigkeit bis zu dieser Höhe steuerfrei erhalten. Vielfach wurde fälschlich dargestellt, man könne eine Art Steuergutschrift für ehrenamtlich Tätigkeiten erhalten. Das ist nicht richtig. Sie müssten also z.B. für Ihre Tätigkeit im DRK eine Art Vergütung bekommen, die dann bis zu 500 (720) Euro steuerfrei bliebe.
Für den Kochkurs könnten Sie eventuell sogar den sogenannten Übungsleiterfreibetrag bis zur Höhe von 2400 Euro im Jahr in Anspruch nehmen, vorausgesetzt es ist eine Ausbildungs- bzw. erzieherische Tätigkeit und sie wird nebenberuflich ausgeübt. Aber auch hier gilt, dass sie eine entsprechende Vergütung von der gemeinnützigen Organisation bekommen, die dann bis zu dieser Höhe steuerfrei bleibt.

Stand: 19. Mai 2015

Steuerpflicht bei überschreitender Pauschale

Wird bei Überschreitung der 2100EUR-Grenze bei der Übungsleiterpauschale der gesamte Betrag steuerpflichtig oder nur der die Grenze überschreitende Betrag?

Besteuert wird der Teil der den Übungsleiterfreibetrag von 2100 Euro übersteigt.

Stand: 29. März 2011

Übungsleiterpauschale

Ich bin seit 4 Jahren Jugendleiter im einen Fussballverein mit Abschluss Jugendmanager-Lizenz. Habe vor 1 Woche auch noch die Übungsleiterlizenz erworben. Was kann ich bzw. der Verein beim Finanzamt geltend machen. Wie sollte der genaue Ablauf sein? Ich will nach Erhalt des Geldes, den Betrag wieder dem Verein spenden. Kann ich dann die Spendenbescheinigung beim Finanzamt einreichen.

Wenn Sie (nebenberufich) als Übungsleiter für den Verein tätig sind, können Sie und Ihr Verein bis zu 2400 Euro / Jahr  als sogenannte Übungsleiterpauschale (nach § 3 Nr. 26 Einkommenssteuergesetz) geltend machen (seit 01.01.2013, zuvor galten 2100 Euro). Der Verein sollte mit Ihnen eine entsprechende Übungsleiter-Vereinbarung mit entsprechenden Konditionen bzw. der Vergütung im Rahmen des Übungsleiterfreibetrags (bis zu 2.400 Euro / Jahr)  abschließen. Sie können dann diese Vergütung zurück an den Verein spenden und erhalten anschließend eine gültige Spendenbescheinigung, die Sie mit Ihrer Einkommenssteuererklärung (und am besten mit einer Kopie des Steuer-Freistellungsbescheids Ihres Vereins)  einreichen können, mit der dann Ihr zu versteuernden Einkommen um den entsprechenden Betrag  reduziert wird.
Für den Ablauf gibt es grundsätzlich zwei Varianten:
a) die tatsächliche Rückspende, d.h. Ihr Verein zahlt den Betrag (monatlich oder auch jährlich) an Sie aus und Sie spenden das Geld unmittelbar zurück
b) die sogenannte Aufwandsspende, bei der Sie vor Auszahlung durch den Verein bereits auf die Auszahlung verzichten.
Bei Variante b sind die Finanzämter zusehends mißtrauisch geworden und vermuten regelmäßig, dass die Vergütung mit der Übungsleiterpauschale eventuell bereits unter dem Vorbehalt der Rückspende vereinbart wurde. Deswegen ist eigentlich zur Variante a zu raten, in jedem Fall aber zu einer entsprechenden schriftlichen Vereinbarung zwischen Ihnen und dem Verein, die diesen Verdacht ausschließt. Zudem sollte der Verein wirtschaftlich in der Lage sein, die Vergütung auszuzahlen.

Stand: 10. November 2013

Übungsleiterpauschale

Unser Vorstand erhält die o.g. Pauschale monatlich, obwohl dies in der Satzung nicht geregelt ist. Auch übt der Vorstand nicht die Tätigkeitskategorie aus um die Pauschale zu erhalten. Welche Möglichkeiten habe ich als Vereinsmitglied diese Pauschale von den Vorstandsmitgliedern zurückzufordern und wie lange rückwirkend könnte man dies tun? Muss diese Pauschale auch seitens des Vorstandes in der priv. Steuererklärung angegeben werden als zusätzliches Einkommen?

Zunächst gilt, dass für die Anstellung und Vergütung eines Mitarbeiters bzw. Übungsleiters (nach § 3 Nr. 26 EStG) nicht unbedingt eine Grundlage in der Satzung gegeben sein muss. Grundsätzlich steht es dem Verein frei, als Arbeitgeber Mitarbeiter auch in dieser steuerbegünstigten Form zu beschäftigen.
Für eine Vergütung von Vorstandstätigkeit wäre allerdings in der Tat - nach Auffassung der Finanzverwaltung - eine Grundlage in der Satzung notwendig (etwa "Der Vorstand kann für seine Tätigkeit eine angemessene Vergütung erhalten"). Die Übungsleiterpauschale in Höhe von 2.100 Euro /Jahr (seit 2013: 2400 Euro / Jahr) ist für Vorstandstätigkeiten nach den engen Kriterien des Einkommenssteuergesetzes nicht möglich. Dafür wurde rückwirkend für 2007 die sogenannte Ehrenamtspauschale bis zu 500 Euro / Jahr (seit 2013: 720 Euro / Jahr) nach § 3 Nr. 26a EStG eingeführt und den Vereinen auch bis 2011 die Möglichkeit eingeräumt, sanktionsfrei rückwirkend entsprechende Satzungsanpassungen vorzunehmen.
Sollten Vergütungen (Übungsleiterpauschale, oder Ehrenamtspauschale) mißbräuchlich, d.h. wider die Bestimmungen des EStG gezahlt worden sein, könnte für die entsprechenden Zeiträume die Gemeinnützigkeit, d.h. die Steuerbegünstigung/-freistellung des Vereins bedroht sein und eventuell auch entsprechende Steuernachforderungen der Finanzverwaltung für den gesamten Zeitraum auf den Verrein zukommen. Im Falle des (vorsätzlichen oder grob fahrlässigen) Mißbrauchs können hierbei auch persönliche Haftungsansprüche gegenüber den Vorstandsmitgliedern in Betracht kommen.
Rechtliche Möglichkeiten der Zurückforderung bzw. Klärung (ohne größere Schädigung des Vereins etwa im Falle einer Information des zuständigen Finanzamts und des Registergerichts) liegen im wesentlichen in einer entsprechenden Diskussion und Beschlussfassung der Mitgliederversammlung (als oberstem Vereinsorgan).
Auch die steuerfeien (Übungsleiter- oder Ehrenamts-) Pauschalen müssen in der persönlichen Steuererklärung deklariert werden (in der Regel mit dem nach den Kriterien des EStG zu Nebenberuflichkeit, gemeinnützigem Auftraggeber und begünstigter Tätigkeit verfassten Dienstvertrag). Sie werden auch regelmäßig geprüft, bleiben bei korrekten Grundlagen aber steuer- und sozialversicherungsrechtlich frei.

Stand: 12. Mai 2015

Übungsleiterpauschale für ehrenamtliche Dolmetscher?

Würden ehrenamtliche Dolmetscher, die gezielt in Bildungseinrichtungen (hauptsächlich Kitas und Schulen) eingesetzt werden und im Auftrag der Stadt bzw. eines Wohlfahrtsverbands tätig sind, auch unter die Übungsleiterpauschale von 2100 (ab 2013: 2400) € fallen? Ist eine stundenweise Vergütung der ehrenamtlichen Tätigkeit möglich?

Nach unserer Interpretation der steuerrechtlichen Vorschriften des § 3 Nr. 26 desEinkommenssteuergesetzes zur Übungsleiterpauschale, der entsprechenden Kommentare und der uns bekannten Urteile der Finanzgerichte sind wir sehr skeptisch, dass die erwähnte ehrenamtliche dolmetschende Begleittätigkeit von den Finanzämtern anerkannt werden wird. Zu den Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des Übungsleiterfreibetrags gehört (neben dem nebenberuflichen Charakter der Tätigkeit für eine öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Organisation) vor allem entweder eine pädagogisch anleitende, künstlerische oder pflegerisch-betreuende Ausrichtung. In diesem Beispiel läßt sich ein pädagogisches Anliegen u.E. nur mittelbar fest machen, so dass nach unserer Erfahrung die meisten Finanzämter die Einbeziehung dieser Tätigkeit unter den Übungsleiterfreibetrag vermutlich ablehnen werden. Nichtsdestotrotz würden wir empfehlen, bei den jeweils zuständigen Finanzämtern (mit Hinweis auf den pädagogischen Wert der Tätigkeit nachzufragen. Es könnte übrigens ein Vorteil sein, wenn die Träger von Schulen, Kitas usw. diese Nachfrage massiv und gebündelt selbst bei ihren Finanzbehörden starten würden.
Die Nutzung der Ehrenamtspauschale in Höhe von 500 Euro (ab 2013: 720 Euro) ist in jedem Fall möglich (allerdings auch unter der Voraussetzung einer ehrenamtlichen, nebenberuflichen Tätigkeit für eine öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Organisation). Eine stundenweise Abrechnung der Vergütung ist völlig in Ordnung und auch üblich und auf ihrer Basis kann dann die Pauschale auch monatlich oder jährlich eben bis zur Gesamthöhe von 500 Euro (2013: 720 Euro) ausbezahlt werden. Übrigens kann eigentlicher Aufwand, so weit in Form von Fahrt-, Kommunikations-, oder Aufenthaltskosten konkret belegbar zusätzlich zur Ehrenamtspauschale erstattet werden. Hier gibt es immer ein bisschen Verwirrung zwischen dem  Ehrenamtsfreibetrag als pauschaler Aufwandserstattung im Sinne von (anerkennender) Vergütung und der Erstattung von realem Sachkostenaufwand im Zusammenhang mit der Tätigkeit, die gegen Nachweis jederzeit und zusätzlich zu allen Vergütungsarten möglich ist.

Stand: 12. Mai 2015

Übungsleiterpauschale für Mitarbeiter im Ausland

Ist es möglich, Mitarbeitern im Ausland (hier konkret in Frankreich und Großbritannien) die (steuerfreie) Übungsleiterpauschale zu zahlen? Unser Verein organisiert Schüleraustausche im Grundschulalter und es gibt Überlegungen, die (ehrenamtlichen) Mitarbeiter in England und Frankreich, die bislang in eigenen Vereinen in diesen Ländern tätig waren, direkt für unseren Verein tätig werden zu lassen und diesen im Rahmen der Übungsleiterpauschale eine Entschädigung zukommen zu lassen, wie wir dies bei unseren deutschen Familienbetreuerinnen praktizieren.

Grundsätzlich hat der Verein natürlich die Möglichkeit, ehrenamtlichen Mitarbeitern im
EU-Ausland (eigentlich auch darüberhinaus) Aufwandsentschädigungen nach dem
Vergleichs-Maßstab für ehrenamtlich Tätige in Deutschland zu zahlen. Für den Verein sind
solche Personalkosten im unmittelbaren Bereich des gemeinnützigen Zwecks steuerlich
(gemeinnützigkeitsrechtlich) unkritische Ausgaben. Allerdings sollten gerade bei Zahlungen
ins Ausland auch entsprechende schriftliche Honorarvereinbarungen (wie im Inland für die
Übungsleiterpauschale eigentlich auch notwendig) vorliegen.
Eine unmittelbare Nutzung des Übungsleiterfreibetrags (oder auch des
Ehrenamtsfreibetrags) bzw. der Steuerfreiheit ist aber im Ausland für den Empfänger, also
die ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht gegeben. Die Steuerbefreiungen für die
Zahlungsempfänger sowohl für die Übungsleiter- als auch für die Ehrenamtspauschale sind
(nach § 3 Nr. 26 und Nr. 26 a) nur für Steuer-Inländer wirksam (sie können sogar geltend
gemacht werden, bei ehrenamtlichen Tätigkeiten für anerkannt gemeinnützige Organiationen
in der EU).
Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass diese Zahlungen an die ehrenamtlichen Mitarbeiter in
England (hier mit ziemlicher Sicherheit) und in Frankreich entweder ganz oder mindestens
teilweise für as zu versteurende Einkommen angerechnet werden.
Vergleichbare Steuerbefreiungsregelungen für die beiden Länder sind uns nicht bekannt und
bisher fehlen entsprechende europäische Abstimmungen im Steuerrecht.

Stand: 25. November 2015

Übungsleiterpauschale und Hartz IV

Kann man einem Interessierten, der nach SGB II Hilfen zum Lebensunterhalt bekommt (HARTZ IV), eine ehrenamtliche Tätigkeit mit Übungsleiterpauschale anbieten? Kollidiert das evtl. mit den SGB II - Leistungen? Im konkreten Fall besteht nicht mehr die Möglichkeit, einen 1-Euro-Job anzubieten. Laut Auskunft des zuständigen Fallmanagers kann der Kunde 180 Euro pro Monat (seit 2013 200 Eur0 pro Monat) hinzuverdienen.

Die Übungsleiterpauschale in der Höhe von 2400 Euro können Sie in jedem Fall anbieten, ohne dass sie angerechnet wird. Diese steuerfreie Vergütung für nebenberufliche ehrenamtliche Tätigkeiten ist monatlich bis zu einem Betrag von 50% des Eckregelsatzes (gegenwärtig 200 Euro) anrechnungsfrei.

Stand: 19. Mai 2015

Verdienstausfallerstattung wegen Sonderurlaub

Als Leiter einer Jugendgruppe (mit JuLeiCa) (örtlicher CVJM e.V.) habe ich im vergangenen Jahr 7 Tage unbezahlten Sonderurlaub gehabt, um bei unserer Jugendfreizeit mitzuarbeiten. Der gemeinnützige Träger der Freizeit hat mir für diesen Zeitraum 80% meines (sonst erwirtschafteten) Bruttogehalts erstattet. (Das ist ja gut so!) Als ich nun meine Einkommensteuererklärung eingereicht habe, teilte mir der Sachbearbeiter beim Finanzamt mit, dass mein Steuersatz jetzt angehoben werden muss, weil für diese 7 Arbeitstage keine Steuern gezahlt worden seien. Ist die "Erstattung von Verdienstausfall" steuerpflichtig?

Verdienstausfall, auch wenn er von einer anerkannt gemeinnützigen Organisation gezahlt wird, ist zunächst steuerpflichtiges Einkommen, soweit nicht ein nach dem Einkommenssteuergesetz festgelegter Ausnahmetatbestand geltend gemacht werden kann. Das wäre z.B. die steuerfreie (pauschale) Aufwandsentschädigung nach § 3 Nr. 26 Einkommenssteuergesetz, bekannt auch als Übungsleiterfreibetrag (oder- pauschale) mit der ein Einsatz, wie der von Ihnen beschriebene bis zu der Höhe von 2.400 Euro pro Jahr steuerfrei "entgolten" werden kann. Er müsste aber auch so (und nicht als Verdienstausfall) deklariert werden, kann aber auch nicht überschritten werden, d.h. wenn er eventuell durch andere ehrenamtliche Tätigkeiten bereits in Anspruch genommen wird, sind weitere Vergütungen, die den Betrag übersteigen, zu versteuern. Neben dem Übungsleiterfreibetrag gibt es noch den Ehrenamtsfreibetrag (in Höhe von 720 Euro pro Jahr), der aber auch nicht für die gleiche Tätigkeit, für die etwa schon die Übungsleiterpauschale in Anspruch genommen noch einmal zusätzlich geltend gemacht werden kann. Weitere Hinweise zu der steuerfreien Aufwandsentschädigung finden Sie hier in unserer Praxishilfe Arbeit im Verein

Stand: 09. Mai 2015

Vergütung / selbständige Abrechnung

ich bin selbständig und trainiere / coache bei einem Verein eine ständig wachsende Gruppe. Ich will mittels ordentlicher Rechnungsstellung abrechnen. Nun wurde mir mitgeteilt, dass der Verein nicht mehr als 2.100 Euro p.a. (im Rahmen der Übungsleiterpauschale, die seit 2013 2400 Euro beträgt) auszahlen will, Sozialabgaben würden anfallen. Das kann ich nicht nachvollziehen, da ich sowieso ausschließlich selbständig tätig bin, nicht weisungsgebunden usw., sämtlich Kriterien hinsichtlich Selbständigkeit erfülle. Wie müsste eine Rechnungsstellung formuliert sein, dass der Verein sie akzeptieren kann? Dass ich hier die Einnahmen, die 2.100 Euro übersteigen, versteuern muss, versteht sich. Aber der Verein hat keine Nachteile, oder?

Vereine tun sich gelegentlich in ihrer Rolle als Arbeitgeber insofern schwer, als sie das Spektrum der arbeits- und vertragsrechtlichen Möglichkeiten nicht übersehen und deswegen (grundsätzlich zu Recht) vorsichtig sind bei dem Eingehen entsprechender Verbindlichkeiten.Die Übungsleiterpauschale (seit 2013 2400 Euro) bzw. dieser Freibetrag wird erfahrungsgemäß als in dieser Hinsicht sicheres und eingespieltes Instrument der Vergütung gesehen - mit entsprechenden Vorteilen auf beiden Seiten. Eine gewisse Unsicherheit vor dem Überschreiten der Freibetragsgrenzen ist von daher in gewisser Weise nachvollziehbar.
Sie haben aber grundsätzlich recht, dass für den Verein bei Vergütungen für Übungsleitertätigkeiten von (anerkannt) Selbstständigen (anders als bei abhängig Beschäftigten), die die Freibetragsgrenzen überschreiten, keine Nachteile entstehen. Voraussetzung ist aber ein entsprechender Honorar- oder Mitarbeiter-Vertrag und die Rechnungsstellung .
Sie sollten sich aber auch der Risiken auf Ihrer Seite vergewissern. Eines liegt in der Bestimmung, nach der die In-Anspruchnahme des Freibetrags u. a. auf eine nebenberufliche Tätigkeit begrenzt ist (entspricht einem wöchentlichen Zeitumfang von 12 Std. 49 Minuten, wobei mehrere nebenberufliche Tätigkeiten in der Regel zusammen gerechnet werden).
Das denkbare zweite Risiko für eine solche selbstständige nebenberufliche Übungsleitertätigkeit liegt darin, dass alle Vergütungen, die den Freibetrag (der selbst nicht nur steuer-, sondern auch sozialversicherungsfrei ist) übersteigen, in der Regel der Rentenversicherungspflicht unterliegen (selbstständige Lehr- bzw. Dozententäigkeit nach §2 Satz 1 Nr, 1, SGB VI), so weit nicht versicherungspflichtige Arbeitnehmer beschäftigt sind. Drittens würden diese Einkünfte auch grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig.
Für den Verein entsteht jedenfalls bei Vergütungen an Selbstständige über den Übungsleiterfreibetrag hinaus kein Risiko. Grundlage sollte ein entsprechender Vertrag über Freie Mitarbeit auf Honorarbasis und die regelmäßige Rechnungsstellung sein.

Stand: 12. Mai 2015

Vergütung im e.V.

Ich möchte einen Theaterverein gründen und dabei aber die Arbeit der Mitarbeiter selbstverständlich vergüten, so etwa die professionellen Schauspieler. Geht das ohne Probleme? Würde dann Honorarverträge schließen. Die Schauspieler dürften dann wohl keine Vereinsmitglieder sein. Alle Vereinsmitglieder dürfen nur per Aufwandshonorar von maximal 2100 (2013: 2400) Euro im Jahr bezahlt werden?

Wenn ein Verein zur Realisierung seines gemeinnützigen Zwecks (in Ihrem Fall der Förderung von Kunst und Kutur) auch auf professionelle Mitarbeit angewiesen ist, kann er (als Arbeitgeber) Beschäftigungs- oder Vertragsverhältnisse eingehen und diese Arbeit (per Anstellung oder Honorar- bzw. Werkvertrag) selbstverständlich auch vergüten. Für die Bezahlung selbst (Tarife bei Anstellung oder Stundensätze bei Honoraren) gelten die Bedingungen im Öffentlichen Dienst (Tarifvertrag im öffentlichen Dienst TVöD) als (grobe) Orientierung. Anders als Sie annehmen, gilt das auch für Mitglieder des Vereins. Sie dürfen nur als Mitglieder keine Zuwendungen aus dem Vermögen des Vereins bekommen. Sind sie zugleich Angestellte oder Auftragnehmer des Vereins können sie in gleicher Weise eine Vergütung für ihre Arbeit erhalten, wie Schauspieler, die von außen für ein Projekt verpflichtet werden.
Ebenso bietet die von Ihnen erwähnte pauschale Aufwandsentschädigung von (seit 2013) 2400 Euro pro Jahr (der sogenannte Übungsleiterfreibetrag) die Möglichkeit, Schauspielern, ob als Mitglieder oder Nicht-Mitglieder des Vereins das Honorar für ihre Tätigkeit (oder auch einen Teil) steuer- und sozialversicherungsfrei auszubezahlen. Voraussetzung ist die Anerkennung des Vereins als gemeinnützig (durch den Steuerfreistellungsbescheid des Finanzamtes) und eine entsprechende vertragliche Honorarvereinbarung zwischen Verein und Schauspieler.

Stand: 12. Mai 2015

Wie kann man eine Aufwandsentschädigung erhalten

Ich bin Jugendleiter in unserem Schachverein. Ich zahle wie alle anderen auch meinen Jahresbeitrag. Nebenbei halte ich "ehrenamtlich" das Jugendtraining (jeden Freitag von 1,5 Stunden). Ich erhalte von keiner Seite dafür Geld. Wie kann ich nun an die 500 Euro kommen? Muß das irgendwie in den Statuten des Vereins drinstehen oder reingeschrieben werden? Oder kommt das Geld vom Staat? Ich bin im Begriff in den nächsten Tagen das Ehrenamt des Schulschachreferenten für unsere Region zu übernehmen. Zahlt der regionale Schachbund diesen Betrag? Ich verdiene mein Geld ganz normal für 8 Stunden Arbeit täglich bei einer Firma.

Die Zahlung einer (steuerfreien) pauschalen Aufwandsentschädigung gleichsam als Anerkennung für eine ehrenamtliche Tätigkeit hängt ausschließlich davon ab, ob ein Verein oder eine öffentlich-rechtliche Körperschaft dazu bereit und finanziell in der Lage ist. Das müßte also zwischen Verein und ehrenamtlich tätigem Mitglied verhandelt und dann am besten in einer Mitgliederversammlung beschlossen werden. In der Satzung muss eine solche Zahung nur geregelt werden, wenn sie für die (eigentlich ehrenamtliche) Tätigkeit eines Mitglieds des Vorstands erfolgen sollte. In dem geschilderten Fall käme sogar die ebenso steuerfreie Übungsleiterpauschale in Betracht, die insgesamt bis zu 2100 Euro pro Jahr (ab 2013: 2400 Euro/Jahr) betragen kann. Voraussetzungen sind aber Bereitschaft und Fähigkeit des Vereins dies Beträge aufzubringen. Der Staat selbst bietet nur den Vorzug der steuerfreien Einnahme für den Ehrenamtlichen Mitarbeiter.
Für eine Tätigkeit als Schulschachreferent käme nur die Ehrenamtspauschale (seit 2013 720 Euro) in Betracht, sie könnte mit der oben angedeutetenen Übungsleiterpauschale kombiniert werden, nicht aber mit einer (zweiten) Ehrenamtspauschale. Ob und wer das bezahlt, bzw. bezahlen kann, können wir nicht beurteilen.
Wir möchten aber schon noch einmal darauf hinweisen, dass Ehrenamt eigentlich noch immer als freiwillige (unvergütete) Mitarbeit für Belange der Allgemeinheit verstanden wird.

Stand: 12. Mai 2015