3 Fragen zu Sponsoring mit Expertenantworten

Abgrenzung Spende - Sponsoring

Bei der Abgrenzung Spende zu Sponsoring ist der Aspekt der Gegenleistung ein wichtiges Kriterium, d.h. wenn der "Spender" eine Gegenleistung erhält, handelt es sich um Sponsoring. Spender auf einem Plakat, das in der Einrichtung ausgehängt wird erwähnen, ist dagegen möglich, solange es keine Vereineinbarung oder keinen Vertrag dazu gibt, also keinen Anspruch darauf beim Spender. Wie sieht es aus, wenn der Verein regelmäßige Spender für die Miete der Vereinsräume sucht und das mit dem Hinweis tut, dass die Spender auf einem Plakat, das in der Einrichtung dauerhaft ausgehängt wird, erwähnt werden. Ist das eine "Gegenleistung", die schädlich ist? Darf ständig, also nicht nur vorübergehend in den Räumen auf diese Unterstützer hingewiesen werden?

Die steuerrechtliche Abgrenzung von Spenden zum Sponsoring aber auch der verschiedenen Formen des Sponsoring sind sehr differenziert. Ob mit oder ohne vertragliche Vereinbarung ist das Erwähnen der Unterstützung mit finanziellen Leistung (als Gegenleistung) eine Form des Sponsoring. Die entscheidende Frage ist dabei wie schädlich oder unschädlich ist die steuerliche Bewertung ist, die mit dem sogenannten Sponsoring-Erlass (1998) und seinen Fortschreibungen in den Anwendungserlassen zur Abgabenordnung (AO) entwickelt wurde. Es kommt dabei dann nicht auf auf die Dauer des Hinweises an, sondern ob er als dezente Höflichkeitsgeste, als ohne besondere Hervorhebung auf dem Plakat interpretiert werden kann. Trifft dies zu, bleibt das Sponsoring unschädlich und würde nicht als (steuerpflichtiger) wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb gewertet.

Stand: 01. Dezember 2015

Spenden an nicht gemeinnützige Vereine

Hat ein nicht gemeinnnütziger Verein die Chance Spendengelder oder Sponsoring von Firmen zu erhalten, obwohl keine Spendenquittungen ausgestellt werden können?

Grundsätzlich könnten Sie auch Spenden oder Sponsoring ohne Anerkennung der Gemeinnützigkeit erhalten, der Anreiz für Geldgeber ist aber ohne steuermindernde Effekt natürlich sehr gering.

Stand: 29. März 2011

Vergünstigungen für Vereinsmitglieder

Wr beraten Migrantenvereine. Von den Vereinen wurde die Frage an uns gerichtet, welche Vergünstigungen (z.B. Einkaufen bei Metro) für Vereinsmitglieder/ Vorstand gibt. Können Sie uns diesbezüglich Informationsmaterial empfehlen? Deniz

Es mag merkwürdig klingen, aber das deutsche Vereinsrecht bzw. das gemeinnützige Steuerrecht schließt direkte Vergünstigungen für Vereinsmitglieder aus, d.h. sie können sogar für den gemeinnützigen Status des Vereins schädlich sein. So steht in der Satzung unter anderem auch, dass die Tätigkeit im Verein selbstlos erfolgt. Wenn der Verein als gemeinnützig anerkannt ist, dann bekommt er ohnehin bereits die größte Vergünstigung dadurch, dass er von fast allen Steuerarten (Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer) befreit ist. Faktisch gibt es aber für den Verein selbst durchaus Möglichkeiten vergünstigt einzukaufen, z.B. auch bei Metro oder in anderen Handelsbereichen, wenn es um direkte Vereinsaktivitäten oder um Feste und ähnliches geht. Im Einzelfall räumen Hersteller oder Händler auch gewisse (Mengen-)Rabatte ein, wenn der Verein seinen Mitgliedern den Einkauf dort empfiehlt (z.B. bei Sportartikeln für Sportvereine). Dies setzt nur voraus, dass die Vereine bei den Firmen nach der Möglichkeit von Rabatten nachfragen. Aber noch einmal: es überschreitet eigentlich die Grenzen des Gemeinnützigkeitsrechts oder stellt (wie bei vielen Angeboten des ADAC) gar keine wirkliche Vergünstigung dar. Die vielleicht viel effektivere Vergünstigung für Verein und seine Mitglieder wären Spenden oder Sponsoring von Firmen für den Verein und seine unmittelbaren Zwecke.

Stand: 29. April 2011