19 Fragen zu Spenden mit Expertenantworten

Abgrenzung Spende - Sponsoring

Bei der Abgrenzung Spende zu Sponsoring ist der Aspekt der Gegenleistung ein wichtiges Kriterium, d.h. wenn der "Spender" eine Gegenleistung erhält, handelt es sich um Sponsoring. Spender auf einem Plakat, das in der Einrichtung ausgehängt wird erwähnen, ist dagegen möglich, solange es keine Vereineinbarung oder keinen Vertrag dazu gibt, also keinen Anspruch darauf beim Spender. Wie sieht es aus, wenn der Verein regelmäßige Spender für die Miete der Vereinsräume sucht und das mit dem Hinweis tut, dass die Spender auf einem Plakat, das in der Einrichtung dauerhaft ausgehängt wird, erwähnt werden. Ist das eine "Gegenleistung", die schädlich ist? Darf ständig, also nicht nur vorübergehend in den Räumen auf diese Unterstützer hingewiesen werden?

Die steuerrechtliche Abgrenzung von Spenden zum Sponsoring aber auch der verschiedenen Formen des Sponsoring sind sehr differenziert. Ob mit oder ohne vertragliche Vereinbarung ist das Erwähnen der Unterstützung mit finanziellen Leistung (als Gegenleistung) eine Form des Sponsoring. Die entscheidende Frage ist dabei wie schädlich oder unschädlich ist die steuerliche Bewertung ist, die mit dem sogenannten Sponsoring-Erlass (1998) und seinen Fortschreibungen in den Anwendungserlassen zur Abgabenordnung (AO) entwickelt wurde. Es kommt dabei dann nicht auf auf die Dauer des Hinweises an, sondern ob er als dezente Höflichkeitsgeste, als ohne besondere Hervorhebung auf dem Plakat interpretiert werden kann. Trifft dies zu, bleibt das Sponsoring unschädlich und würde nicht als (steuerpflichtiger) wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb gewertet.

Stand: 01. Dezember 2015

Aufwandspenden

Ist es möglich als Verein eine Spendenbescheinigung für eine Dienstleistung auszustellen? Z.B. wenn jemand ehrenamtlich eine Website erstellt oder einen Flyer designt... Wie muss man das dann machen, damit es seine Richtigkeit hat?

Grundsätzlich sind auch solche Leistungs- oder Aufwandsspenden möglich, allerdings unter sehr eng begrenzten Rahmenbedingungen und unter Umständen auch ohne wirklich positiven steuerlichen Effekt für den Spender. Nach § 10b Abs. 3 des Einkommenssteuergesetzes ist der Spendenabzug für solche (Dienst-)Leistungen eigentlich ausdrücklich ausgeschlossen. Möglich wird eine solche Leistungspende durch ihre Umwandlung in eine Geldspende, d.h. der "Spender" stellt seine Leistung in Rechnung und spendet das erhaltene Geld zurück. Das Verfahren kann abgekürzt werden, indem auf die Auszahlung des in Rechnung gestellten Betrage verzichtet wird, allerdings immer unter der Voraussetzung das eigentlich ein (vertraglich abgesicherter) Rechtsanspruch auf die Auszahlung besteht. Da allerdings in der Regel solche Erträge aus Leistungen einkommenssteuerpflichtig sind hat der Spender unter Umständen von dieser Leistungspende keinen Steuervorteil, denn er muss einerseits den Ertrag aus seiner Leistung für sein Einkommen angeben, um dann über die Spende sein zu versteuerndes Einkommen wieder um den gleichen Betrag zu mindern.
Möglich und steuerlich dann für den Spender von Vorteil ist die sogenannte Aufwandsspende. Bei ihr erbringt der Spender eine Leistung, einen Aufwand, für den über die Satzung oder über einen entsprechenden Vertrag (auch über Ehrenamts- oder Übungsleiterfreibetrag) ein Anspruch auf Vergütung oder Ersatz von Aufwendungen vereinbart wurde. Unmittelbar nach Erbringung der Leistung verzichtet der "Spender" auf die Erstattung und erbringt so eine Geldspende, die bescheinigt werden kann. Allerdings darf nicht vorher (schon gar nicht in dem Vertrag oder in der Satzungsbestimmung) der Verzicht vereinbart werden und so besteht zunächst der Vergütungsanspruch und der Spender muss dann auch wirklich freiwillig verzichten. Eine Rechtsgrundlage für den Verzicht gibt es nicht. Im Zweifelsfall muss der Verein auch die Ernsthaftigkeit des Vergütungsanspruchs dadurch nachweisen, dass er grundsätzlich in der Lage ist, den entsprechenden Betrag aufzubringen.
Für diese Ernsthaftigkeit des Erstattungsanspruches (und damit der Anerkennung der Aufwandsspende durch die Finanzbehörden) ist weiterhin wichtig, wie bereits erwähnt, entsprechende satzungsmäßgie Bestimmungen und/oder ein entsprechender (Honorar- oder Werk-)Vertrag, die genaue Höhe der Vergütung oder Aufwandsentschädigung, den Ausschluss von In-Sich-Geschäften (§ 181 BGB), d.h. Begünstigte dürfen solche Verträge (als Vorstandsmitglieder) nicht mit sich selbst abschließen.

Stand: 22. April 2012

Aufwandsspende

Kann der gemeinnützige Verein für ein Vorstandsmitglied eine Aufwandsspendenbescheinigung für gefahrene Kilometer im Zusammenhang einer Vereinstätigkeit, welche den gemeinnützigen Zweck verfolgte, ausstellen? Muss der gemeinnützige Verein zum Zeitpunkt der Ausstellung der genannten Aufwandsspendenbescheinigung tatsächlich über die Höhe des Betrages in seinem Kassenbestand verfügen können? Der Aufwandsspendende muss dann diesen Betrag als Einnahme in seiner Einkommensteuererklärung angeben. Gibt es hierbei einen Freibetrag?

Ja, der Verein kann eine solche Spendenbescheinigung allerdings in Form einer
Rückspende ausstellen.
Wie Sie richtig vermuten, muss der Verein grundsätzlich die Mittel zur Begleichung der
Aufwandsentschädigung zur Verfügung haben, sonst würde das Finanzamt ohnehin davon ausgehen, dass es keine Absicht zur Begleichung der Aufwandsentschädigung gab.
Die Rückspende kann in zweierlei Weise geschehen:
1. Der Aufwandsspendende reicht seinen Beleg ein, erhält von dem Verein den Aufwand erstattet und gibt ihn als Spende gegen eine Zuwendungsbestätigung zurück
2. Der Aufwandsspendende reicht seinen Beleg ein, erklärt gleichzeitig (am besten in
schriftlicher Form) seinen Verzicht auf die Erstattung als Spende an den Verein.
Für die Spendenbescheinigung braucht es eigentlich keinen Freibetrag, denn der Spendende hat ja nicht wirklich eine Einnahme durch den Verzicht auf die Aufwandsentschädigung. Es gilt eher umgekehrt, dass der Spendende mit der Spendenbescheinigung sein zu versteuerndes Einkommen reduziert. Bei Privatpersonen können auf diese Weise pro Jahr bis zu 20 % des Jahreseinkommens als Spenden bei dem zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Selbst wenn man diese Grenze in einem Jahr überschreiten sollte, könnte man die entsprechenden Spenden noch in den Folgejahren geltend machen.

Stand: 20. Mai 2015

Einlagen von Gründungsmitgliedern

Wir sind 7 Leute, die evtl. vor haben einen Hobby Bier-Brau-Verein zu Gründen. Jeder von uns 7 hat schon ca. 150€ in eine gemeinsame Kasse eingezahlt damit wir uns die nötigen Gerätschaften anschaffen können. Wenn wir nun einen Verein Gründen und einen Mitgliedsbeitrag von z.B. 15€/Jahr erheben können wir uns dann absichern dass nicht wir aus dem Vorstand gewählt werden und unser Geld verlieren?

Zur Absicherung der höheren Einlagen der Gründungsmitglieder gäbe es mehrere unverfängliche Wege: so beispielsweise den, dass diese 7 das Eigentum an den Gerätschaften formal behalten und sie leihweise dem Verein zur Verfügung stellen, bzw. sie sich nach und nach aus Mitgliedsbeiträgen (und eventuell Spenden, oder Sponsoring von professionellen Brauereien oder anderen Unternehmen) ablösen lassen.
So würde das Geld nicht verloren gehen, selbst wenn ein Gründungsmitglied nicht mehr im Vorstand wäre oder auch den Verein verließe.

Stand: 29. März 2011

Eintritt bei Veranstaltungen

Ist es zulässig als Verein Eintrittsgelder o.ä. für Veranstaltungen zu verlangen?

Die Erhebung von Eintrittsgeld für eine Veranstaltung ist grundsätzlich zulässig (im Sinne der Zweckbetriebsbestimmungen für den Verein). Sie dürfen allerdings mit solchen Aktivitäten insgesamt Umsatzgrenzen von 35000 Euro pro Jahr nicht überschreiten, um die Steuerbefreiungen zu erhalten. Eine völlig problemlose Alternative zu festen Eintrittsgeldern wären im übrigen auch Spenden auf freiwilliger Basis.

Stand: 04. April 2011

Ideeller Zweck und finanzielle Mittel

Für unsere Chorarbeit benötigen wir Mittel. Da wir kulturell dem Allgemeinwohl dienen wollen wir die Steuerbegünstigung beantragen. Dürfen wir als steuerbegünstigter Verein Gagen und Eintritt verlangen / Spenden annehmen, Welche Steuern müssen wir dann überhaupt entrichten und wonach richtet sich der Steuersatz? Welche Dinge sind bei der Steuererklärung unbedingt zu beachten? Können wir für unsere kulturell Arbeit Fördergelder beantragen?

Eigentlich, d.h. solange Ihre musikalisch-kulturelle Tätigkeit nicht offenkundig zu einem Nebenzweck wird, dürfte es keine Probleme mit der Registrierung ihres Chors als e.V. und mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit geben.
Sie dürfen dann in bestimmten Rahmen auch Eintrittsgelder für Konzerte verlangen, als auch Gagen für das Engagement von Musikern oder anderen Künstlern auszahlen, ohne dass damit die Gemeinnützigkeit sofort eingeschränkt wäre. Dieser Rahmen ist einerseits durch vereinsrechtliche Bestimmungen abgesteckt, nämlich die erfolgreiche Registrierung als eingetragener Verein.
Steuerrechtlich prüft das Finanzamt ob grundsätzlich ihr ideeller Zweck, nämlich kulturelle gemeinnützig Zwecke unmittelbar und ausschließlich verfolgt werden. Wenn alle eingenommenen Mittel also auch Eintrittsgelder, Mitgliedsbeiträge und etwa Spenden unmittelbar diesem Zweck zufließen gibt es auch in bestimmten Umsatzgrenzen zunächst keine Probleme. Eigene Konzerte z.B. würden dann in aller regel als sogenannte Zweckbetriebe gewertet. Selbst wirtschaftliche Geschäftsbetriebe, z.B. eine eigene Musikschule, ein Lokal oder ein Cafe würde nicht unbedingt der Gemeinnützigkeit widersprechen. Der Kern der Steuerbegünstigung wäre dabei zum einen die Abschreibungsmöglichkeit der Spenden für die Spender und die Befreiung des Vereins von Körperschafts- und Gewerbesteuer. Die meisten ihrer Aktivitäten wären auch von Umsatz- (Mehrwert-)Steuer befreit, manches, etwa Konzerte nur zum verminderten Satz (7 %) umsatzsteuerpflichtig. Selbstverständlich können sie Fördergelder sowohl von privaten wie von öffentlichen Geldgebern ohne oder nur zu geringer Steuerpflicht einnehmen.

Stand: 07. April 2011

Mitgliederwerbung - ab wann?

Unser Verein ist noch nicht eingtragen und die Gemeinnützigkeit noch nicht anerkannt. Können wir uns schon jetzt um finanzielle Zuwendungen bemühen und Mitglieder bzw. Fördermitglieder werben? Wie können wir transparent machen, wo im Anerkennungsverfahren der Verein steht? Oder ist das gar nicht nötig?

Als "Vorverein" können Sie selbstverständlich um Mitglieder und Fördermitlgieder werben. Fairer Weise sollte man dabei nicht nur über Ziele, Zwecke usw. informieren, sondern auch mindestens, dass man kurz vor Eintragung und Anerkennung der Gemeinnützigkeit steht. Falls auch Spendeneinwerbung geplant ist, sollte man vielleicht noch etwas vorsichtig sein, da Sie Spendenbescheinigungen erst ab Erhalt der Bestätigung des Finanzamts ausstellen dürfen.

Stand: 14. Januar 2016

Mitgliedsbeiträge als Sonderausgaben steuerlich absetzbar

Bis auf wenige Ausnahmen sind auch Mitgliedsbeiträge zu gemeinnützigen, kulturellen und kirchlichen Zwecken steuerlich als Sonderausgabe absetzbar. (Bis zu 20% des Gesamteinkunftbetrages...) Welches sind die Ausnahmefälle? "Mein" Finanzamt-Sachbearbeiter grenzte die Absetzmöglichkeit sehr streng ein: Nur wenn ich keinerlei "Nutzen" aus meiner Zahlung habe, kann ich sie steuerlich ansetzen. Ist dies korrekt oder nur einfacher/günstiger für Ihn (die Steuerkasse)?

Die steuerliche Bewertung von Mitgliedsbeiträgen ist etwas knifflig und entspricht grundsätzlich der Interpretation Ihres Finanzbeamten. Grob gesagt unterscheiden die Finanzbehörden echte von unechten Mitgliedsbeiträgen. Letztere werden nicht als "unentgeltlich" (und damit steuerlich abzugsfähig) erachtet, wenn z. B. konkrete Gegenleistungen des Vereins (Sonderleistungen in der Nutzung von Anlagen usw.) angenommen werden. Diese Ausnahmen, bei denen die Mitgliedsbeiträge also nicht steuerlich absetzbar sind - im übrigen gar nicht so wenige - sind in § 10 b Abs. 1 Einkommensteuergesetz beschrieben (hier eine kommentierte Kopie des Gesetzestextes) 1. Sport (§ 52 Absatz 2 Satz 1 Nummer 21 der Abgabenordnung), 2. kulturelle Betätigungen, die in erster Linie der Freizeitgestaltung dienen, 3. die Heimatpflege und Heimatkunde (§ 52 Absatz 2 Satz 1 Nummer 22 der Abgabenordnung) oder 4.Zwecke im Sinne des § 52 Absatz 2 Satz 1 Nummer 23 der Abgabenordnung (die Förderung der Tierzucht, der Pflanzenzucht, der Kleingärtnerei, des traditionellen Brauchtums einschließlich des Karnevals, der Fastnacht und des Faschings, der Soldaten- und Reservistenbetreuung, des Amateurfunkens, des Modellflugs und des Hundesports;)
Die Aussage Ihres Finanzbeamten ist korrekt und zugleich günstig für die Steuerkasse.

Stand: 16. Mai 2011

Projektfinanzierung

Bei der Suche nach Unterstützern für ein Projekt sind wir auf die Problematik der Spendenberechtigung gestoßen. Eine Stiftung zu gründen, ist in unseren Augen unpassend und ein Verein ist zu aufwendig. Können Sie uns einen Tipp bzw. Hinweis geben ob es hier in Deutschland noch weitere Möglichkeiten gibt auf einem möglichst unkompliziertem Wege für ein nachhaltiges Kunstprojekt spendenberechtigt zu sein? Leider bin ich bei meinen Recherchen nicht fündig geworden.

Grundsätzlich könnten Sie für das Projekt natürlich auch unter das Dach einer bereits bestehenden gemeinnützigen Organisation »schlüpfen«. Wir kennen Region und Kultursektor zu wenig, um einen Tipp geben zu können. Vielleicht fällt Ihnen ja selbst eine Organisation ein, die für ein begrenztes Projekt zu seiner solchen Zusammenarbeit bereit wäre. (Es könnte auch eine öffentliche Körperschaft im Kultursektor sein).
Ansonsten gäbe es auch die vielleicht etwas unaufwändigere Möglichkeit, einen nicht eingetragenen Verein zu gründen (Voraussetzung 3 Mitglieder und eine Satzung), der mit der Satzung die Gemeinnützigkeit und damit den (Spenden-)Freistellungsbescheid beim zuständigen Finanzamt beantragt.

Stand: 08. April 2011

Spende vom Vorstand?

Darf z.B. der 1. Vorstand eines Vereines z.b. Gymnastikmatten von seinem Privatgeld kaufen und sich von seinem eigenen Verein eine Spendenquittung ausstellen lassen?

Grundsätzlich ist diese Vorgehensweise möglich. Sie wird dann als sogenannte Sachspende
vom Finanzamt deutlich kritischer betrachtet als ein Geldspende. Selbst wenn der Buchwert
dieser Sachspende durch einen entprechenden (zeitnahen) Kaufbeleg klar erkennbar ist sind
entsprechende Nachfragen sehr wahrscheinlich. Der sehr viel einfachere Weg wäre der
einer Geldspende, d.h. der 1. Vorsitzende spendet genau den Betrag an den Verein, den
dieser zur Anschaffung von Gymnastikmatten benötigt und dann dafür auch ausgibt.

Stand: 05. Dezember 2015

Spende von gemeinnützig an gemeinützig / Nachweisform

Wir sind ein gemeinnütziger Verein in der Behindertenhilfe und nutzen für Ferienmaßnahmen ein Schulgebäude. Besagte Schule hat einen Förderverein. Wir wollen diesen unterstützen und haben die Frage, ob wir dies in Form einer Sachspende (Gutschein) tun müssen oder auch in Form einer Barspende tun können (was unser vorrangiges Ziel ist). Wenn die Barspende rechtlich geht, reicht uns dann eine Spendenbescheinigung für die Buchhaltung oder gibt es hier spezielles zu beachten?

Diese Form der Zuwendung eines gemeinnützige Vereins an eine andere gemeinnützige Körperschaft ist grundsätzlich zulässig, allerdings in einem angemessen Rahmen im Verhältnis zu den Ausgaben des Vereins für die eigenen gemeinnützigen Zwecke. Dies kann durchaus in Form einer Geldspende geschehen und die Spendenbescheinigung reicht als Nachweis aus.

Stand: 14. Januar 2016

Spenden an nicht gemeinnützige Vereine

Hat ein nicht gemeinnnütziger Verein die Chance Spendengelder oder Sponsoring von Firmen zu erhalten, obwohl keine Spendenquittungen ausgestellt werden können?

Grundsätzlich könnten Sie auch Spenden oder Sponsoring ohne Anerkennung der Gemeinnützigkeit erhalten, der Anreiz für Geldgeber ist aber ohne steuermindernde Effekt natürlich sehr gering.

Stand: 29. März 2011

Spenden im Ausland verwenden

Wir würden gerne einen wohltätigen Verein gründen. Wie verhält es sich, wenn dessen Spenden ins Ausland (Afrika) fliessen sollen?

Wenn der Vereinszweck den üblichen Anforderungen im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches und (wegen der steuerlichen Privilegien der Gemeinnützigkeit) entspricht, ist es weitgehend unerheblich wo Sie die Mittel verwenden. In Ihrem Fall könnte sich der Vereinszweck vermutlich unter Begriffen wie »Völkerverständigung«, »Mildtätige Zwecke« und »Entwicklungshilfe« unterbringen lassen, so dass der verereins- und steuerrechtlichen Anerkennung in Deutschland grundsätzlich nichts im Wege stehen dürfte.
Allerdings kommt es dann bei der Vereinsgründung schon sehr im Detail auf die Formulierung der Vereinszwecke in der Satzung an.

Stand: 04. April 2011

Spendenbüchse

Können wir als gemeinnütziger Verein bei öffentlichen Veranstaltungen eine Spendenbüchse für unseren Verein aufstellen?

Mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit, haben Sie das Recht erworben Spenden anzunehmen, das gilt auch für Spendenbüchsen. Um Menschen nicht von größeren Spenden abzuhalten, sollten Sie vielleicht auch darauf  hinweisen, dass Sie für Spenden auch (die Einkommensteuer der Spender und Spenderinnen mindernde) Spendenbescheinigungen ausstellen dürfen.

Stand: 29. März 2011

Steuerfreiheit

Wenn ein gemeinnütziger Verein Fördergelder, aus öffentlichen Quellen, der EU oder privaten Stifungen erhält, sind diese dann steuerfrei?

Für den Fall, dass der Verein die Anerkennung der Gemeinnützigkeit (nach der sogenannten Abgabenordnung) durch die Finanzbehörden erhält, sind solche Mittel steuerfrei.

Stand: 29. März 2011

Stiftungen und Vereine

Können Stiftungen Vereine unterstützen ? Falls ja, in welcher Form? Spenden, Projektförderung, ...?

Ja, Stiftungen können Vereine in vielfältiger Form unterstützen, vorausgesetzt, die Vereine besitzen die Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch die Finanzbehörden. Diese Unterstützungsmöglichkeit gilt im Grunde für alle anerkannt gemeinnützigen oder öffentlich-rechtlichen Körperschaften. Die Formen, die Sie genannt haben (Spenden, Projektförderung usw.) sind alle möglich bis hin zur Übertragung des Vermögens bei Auflösung der Stiftung.
Der Umfang (jährlicher Zuwendungen) hängt dabei auch davon ab, ob sie im Rahmen des Stiftungszwecks oder außerhalb geschieht. Auch letzteres ist möglich, soweit die Gemeinnützigkeitsanerkennung des begünstigten Vereins vorliegt.

Stand: 29. März 2011

Übungsleiterpauschale

Ich bin seit 4 Jahren Jugendleiter im einen Fussballverein mit Abschluss Jugendmanager-Lizenz. Habe vor 1 Woche auch noch die Übungsleiterlizenz erworben. Was kann ich bzw. der Verein beim Finanzamt geltend machen. Wie sollte der genaue Ablauf sein? Ich will nach Erhalt des Geldes, den Betrag wieder dem Verein spenden. Kann ich dann die Spendenbescheinigung beim Finanzamt einreichen.

Wenn Sie (nebenberufich) als Übungsleiter für den Verein tätig sind, können Sie und Ihr Verein bis zu 2400 Euro / Jahr  als sogenannte Übungsleiterpauschale (nach § 3 Nr. 26 Einkommenssteuergesetz) geltend machen (seit 01.01.2013, zuvor galten 2100 Euro). Der Verein sollte mit Ihnen eine entsprechende Übungsleiter-Vereinbarung mit entsprechenden Konditionen bzw. der Vergütung im Rahmen des Übungsleiterfreibetrags (bis zu 2.400 Euro / Jahr)  abschließen. Sie können dann diese Vergütung zurück an den Verein spenden und erhalten anschließend eine gültige Spendenbescheinigung, die Sie mit Ihrer Einkommenssteuererklärung (und am besten mit einer Kopie des Steuer-Freistellungsbescheids Ihres Vereins)  einreichen können, mit der dann Ihr zu versteuernden Einkommen um den entsprechenden Betrag  reduziert wird.
Für den Ablauf gibt es grundsätzlich zwei Varianten:
a) die tatsächliche Rückspende, d.h. Ihr Verein zahlt den Betrag (monatlich oder auch jährlich) an Sie aus und Sie spenden das Geld unmittelbar zurück
b) die sogenannte Aufwandsspende, bei der Sie vor Auszahlung durch den Verein bereits auf die Auszahlung verzichten.
Bei Variante b sind die Finanzämter zusehends mißtrauisch geworden und vermuten regelmäßig, dass die Vergütung mit der Übungsleiterpauschale eventuell bereits unter dem Vorbehalt der Rückspende vereinbart wurde. Deswegen ist eigentlich zur Variante a zu raten, in jedem Fall aber zu einer entsprechenden schriftlichen Vereinbarung zwischen Ihnen und dem Verein, die diesen Verdacht ausschließt. Zudem sollte der Verein wirtschaftlich in der Lage sein, die Vergütung auszuzahlen.

Stand: 10. November 2013

Verfügung über finanzielle Mittel

Werbeeinnahmen, Spenden und andere Zuwendungen unterliegen der Steuer. Wenn der Verein für solche Einnahmen die Steuern abgetreten hat, kann dann der Verein ( nicht gemeinnützig ) über das Geld frei verfügen, zum Beispiel dem Vorstand einen PC kaufen und schenken? Muss das dem Finanzamt dann gemeldet werden?

Auch wenn der Verein Steuern abführt, müssen die Mittel in jedem Fall für den eigentlichen Zweck des Vereins verwendet werden. Natürlich können Sie einen PC für den Verein kaufen, aber keinesfalls dem Vorstand schenken. Dies müsste sowohl der Verein als auch der Vorstand versteuern. Sie können dem Vorstand solche Arbeitsmittel selbstverständlich für die Dauer seiner Tätigkeit zur Verfügung stellen, in seinen Besitz darf er nicht übergehen.

Spenden werden Sie vermutlich auch ohne Gemeinnützigkeit kaum bekommen, denn ein Anreiz ist auch die steuerliche Absetzbarkeit für den Spendengeber.

Stand: 07. April 2011

Vergünstigungen für Vereinsmitglieder

Wr beraten Migrantenvereine. Von den Vereinen wurde die Frage an uns gerichtet, welche Vergünstigungen (z.B. Einkaufen bei Metro) für Vereinsmitglieder/ Vorstand gibt. Können Sie uns diesbezüglich Informationsmaterial empfehlen? Deniz

Es mag merkwürdig klingen, aber das deutsche Vereinsrecht bzw. das gemeinnützige Steuerrecht schließt direkte Vergünstigungen für Vereinsmitglieder aus, d.h. sie können sogar für den gemeinnützigen Status des Vereins schädlich sein. So steht in der Satzung unter anderem auch, dass die Tätigkeit im Verein selbstlos erfolgt. Wenn der Verein als gemeinnützig anerkannt ist, dann bekommt er ohnehin bereits die größte Vergünstigung dadurch, dass er von fast allen Steuerarten (Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer) befreit ist. Faktisch gibt es aber für den Verein selbst durchaus Möglichkeiten vergünstigt einzukaufen, z.B. auch bei Metro oder in anderen Handelsbereichen, wenn es um direkte Vereinsaktivitäten oder um Feste und ähnliches geht. Im Einzelfall räumen Hersteller oder Händler auch gewisse (Mengen-)Rabatte ein, wenn der Verein seinen Mitgliedern den Einkauf dort empfiehlt (z.B. bei Sportartikeln für Sportvereine). Dies setzt nur voraus, dass die Vereine bei den Firmen nach der Möglichkeit von Rabatten nachfragen. Aber noch einmal: es überschreitet eigentlich die Grenzen des Gemeinnützigkeitsrechts oder stellt (wie bei vielen Angeboten des ADAC) gar keine wirkliche Vergünstigung dar. Die vielleicht viel effektivere Vergünstigung für Verein und seine Mitglieder wären Spenden oder Sponsoring von Firmen für den Verein und seine unmittelbaren Zwecke.

Stand: 29. April 2011