2 Fragen zu Jahresabschluss mit Expertenantworten

Jahresabschluss - Einnahme-Überschussrechnung

Welche Inhalte/Bestandteile sollte ein Jahresabschluss/Einnahmeüberschussrechung für einen gemeinützigen Verein haben? Gehören hierzu im weitesten Sinne auch: Mitgliederverzeichnis-und Beitragsbuch? Spendenverzeichnis einschl. Verwendungszweck? Verzeichnis möglicher Forderungen/Verpflichtungen? Inventarverzeichnis?

Nach den Anforderungen der Finanzämter aber auch zur Information der Mitglieder sollte der Jahresabschluss (Kassenbericht in Form einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung) Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen und zwar gegliedert nach den vier steuer-/gemeinnützigkeitsrechtlich bedeutsamen Bereichen:
1. Ideeller Bereich (der unmittelbaren Umsetzung der in der Satzung vorgesehenen gemeinnützigen Zwecke)
Einnahmen u.a Mitgliedsbeiträge, Spenden, Öffentliche Zuschüsse usw.
Ausgaben u.a. Verwaltungskosten, Personal, Mieten, Kommunikationskosten, Öffentlichkeitsarbeit usw.
2. Vermögensverwaltung
Einnahmen: Zinsen, Miet- und Pachteinnahmen usw.
Ausgaben: Bank-/Depotgebühren, Instandhaltung
3. Zweckbetrieb
Einnahmen: Teilnehmerbeiträge
Ausgaben: Veranstaltungskosten
4. Wirtschaflticher Geschäftsbetrieb
Einnahmen: Werbeeinnahmen, Verkauf von Spesen und Getränken
Ausgaben: Wareneinsatz
Die Übersicht über den Spendeneingang wäre dann im ideellen Bereich verzeichnet.
In der Nachweispflicht gegenüber dem Finanzamt empfiehlt es sich zusätzlich
- eventuelle Rücklagen und ihre Begründung (zeitnahe Mittelverwendung)  
- eventuelle Vergütungen an den Vorstand (notwendige Satzungsgrundlage!)
gesondert auszuweisen.
Zur Transparenz der Geschäftsabläufe sollte natürlich eine aktuelle Mitgliederliste, eine Beitragübersicht und ein Inventarverzeichnis den Mitgliedern im Jahresbericht präsentiert werden.

Stand: 12. Mai 2015

Jahresabschluss - Verfahrensweg

Wir haben den ersten Jahresabschluss (Basis:Einnahme-Überschussrechnung) für unseren Verein zumachen. Ist der vom Kassierer erstellte Jahresabschluss zunächst im Vorstand zuberaten/aufzustellen? Anschließend Prüfung durch Rechnungsprüfer und dann Mitgliederversammlung/Entlastung Vorstand vorzulegen? Oder ist der Vorstand bei diesem Vorgang außen vor?

Der aufgezeigte Verfahrensweg (Vorlage Schatzmeister; Beratung im Vorstand; Prüfung; Vorlage bei der Mitgliederversammlung einschließlich Prüfbericht) ist der richtige. "Außen vor" bleibt der Vorstand nur bei der Arbeit der Rechnungsprüfer, die ihren Auftrag unabhängig und vom Vorstand unbeeinträchtig ausführen können sollten. Ansonsten trägt der Vorstand die Verantwortung für den Jahresabschluss.

Stand: 22. Mai 2012