2 Fragen zu Ausschluss mit Expertenantworten

Mitgliederausschluss

Das Mitglied hat ein Lastschrifteinzug für seinen Mitgliedsbeitrag. Nach Einzug bucht er diesen zurück ohne vorherige Kündigung.. Auf Anschreiben keine Antwort des Mitgliedes. Frage können wir die Mitgliedschaft des Mitgliedes ohne weiteres auflösen? Oder müssen wir Besondere Maßnahmen beachten.«

Der Ausschluss von Mitgliedern steht unter besonderem Begründungsvorbehalt. Deshalb wäre zunächst zu klären, ob und gegebenenfalls was die Satzung als Ausschlusskriterium bei Beitragsrückstanden bestimmt. Oft gibt es Ausschlussformulierungen "wenn das Mitglied trotz Mahnung für  X Monate in Rückstand bleibt". Falls die Satzung Ihres Vereins (da vielleicht die Gründung schon lange zurückliegt) keine eindeutigen Bestimmungen enthält, würden wir Ihnen vorschlagen, das Mitglied erneut anzuschreiben mit Hinweis
- auf den Ausgleich des Beitragsrückstands zuzüglich der Rückbuchungsgebühr
- eine Erklärung zu den Gründen der Beitragsverweigerung
- für den Fall der Weigerung von Beitragsbegleichung oder generell einer Reaktion der
Androhung der Streichung des Mitglieds aus der Mitgliederliste.
Falls der Vorstand dann ganz sicher gehen möchte, wäre zu empfehlen, die Streichung des Mitglieds auch von der Mitgliederversammlung bestätigen zu lassen.

Stand: 20. Mai 2015

Mitgliedsbeiträge per Inkasso beitreiben

bei uns im Verein kursiert das Gerücht das es ab diesem Jahr dem Verein nicht mehr möglich sein soll rückständige Mitgliedsbeiträge per Inkasso einzutreiben. Gem. Satzung kann der Verein jedoch nach mehrmaliger erfolgloser Mahnung das Mitglied vom Verein wegen Nichtzahlung der Vereinsbeiträge ausschließen. Meine Frage ist ob es zu dieser Inkassobeitreibung ein einschlägiges Urteil gibt oder ob es nur ein Gerücht ist?

Dem Verein steht es wie jeder anderen Körperschaft oder auch natürlichen Personen frei, alle verfügbaren Rechtsmittel zur Eintreibung ausstehender Forderungen, eben auch von Mitgliedsbeiträgen zu nutzen. Neuere einschränkende Gerichtsurteile dazu gibt es nicht, auch nicht in Bezug auf die Einschaltung von Inkasso-Dienstleistungsunternehmen über (oder ohne) eigene Mahnverfahren des Vereins hinaus.
Einen eigene Mahn- und Inkasso-Strategie eines Vereins ist (im Rahmen legaler zivirechtlicher Rahmen) sinnvoll und in keiner Weise eingeschränkt. Bei der Einschaltung von Rechtsanwälten und Inkasso-Büros könnte sich bei dem üblichen Spektrum von Mitgliesbeiträgen auf beiden Seiten die Frage eines angemessenen Verhältnisses von Aufwand und Ertrag stellen.

Stand: 20. Mai 2015